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Theater im Walzwerk: Afrikanisches Lebensgefühl

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Der ghanaische Musiker Adjiri Odametey muss vor drei Jahren im Theater im Walzwerk einen starken Eindruck hinterlassen haben. Für das erneute Gastspiel dauerte es jedenfalls einige Zeit, bis Theaterchefin Mecki Claus alle Besucher platziert hatte. Von
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Der ghanaische Musiker Adjiri Odametey muss vor drei Jahren im Theater im Walzwerk einen starken Eindruck hinterlassen haben.
PULHEIM

Der ghanaische Musiker Adjiri Odametey muss vor drei Jahren im Theater im Walzwerk einen starken Eindruck hinterlassen haben. Für das erneute Gastspiel dauerte es jedenfalls einige Zeit, bis Theaterchefin Mecki Claus alle Besucher platziert hatte.

Adjiri Odametey hatte zwei Rhythmusmusiker mitgebracht, die auch mehrstimmig im Hintergrund sangen – „meine Bigband“, wie der Liedermacher aus Westafrika scherzte, der seit 1993 überwiegend in Deutschland lebt. Seine Agentur in München hatte mit der Stilbeschreibung „Weltmusik“ nicht zu viel versprochen.

Die Lieder sind hörbar verwurzelt in der afrikanischen Musiktradition, aber rhythmisch und sängerisch modern dargeboten. Mal klingen sie wie melancholische Chansons, mal wie mit treibenden Rhythmen unterlegte Balladen. Obwohl Odametey die meisten Texte in Ga, einer der rund 80 Sprachen Ghanas, geschrieben hat und nur einige auch in Englisch, verstehen die Zuhörer, wovon er singt. Die Musik malt Bilder und Szenen aus Afrika: Fast jedes Lied klingt nach weitem Land, warmem Sonnenschein und gelassener Lebensfreude.

Zum Gesang begleitet sich der Musiker überwiegend auf verschiedenen Gitarren, und seine beiden Mitmusiker unterlegen die oft auch gesummten Melodien mit erdigen Beats von Trommeln oder Cajon, weiteren Rhythmusinstrumenten wie dem Skaker und zurückhaltendem Schlagzeugspiel.

Es ist Musik zum Wohlfühlen, die Mecki Claus zum zweiten und sicher nicht letzten Mal in ihr Theater geholt hat. Musik, die auch zum Träumen einlädt von einem Land, das darin seine paradiesischen Seiten entfaltet. Die trotz ihrer Kraft sanften Rhythmen und die ruhigen Melodien sind eingängig wie Balsam. Als nach einigen Liedern der Schlagzeuger zum Mitklatschen auffordert, hat das Publikum den Rhythmus sofort drauf, und als Adjiri Odametey „le le le a ju“ vorsingt und die Zuhörer das Echo geben sollen, treffen alle auf Anhieb die Töne. Obwohl die Musik durchaus anspruchsvoll ist, erstaunt die Leichtigkeit, mit der sich hineinfinden lässt in die Harmonien.

Nicht zuletzt gibt der Abend Gelegenheit, Instrumente kennenzulernen wie die afrikanische Harfe Cora oder das Holzxylophon Balafon, bei dem Kürbisse den Resonanzkörper bilden. Der Klang der Daumenklaviere Mbira und Kalimba ist aus der Weltmusik, wie sie beispielsweise Miriam Makeba rund um den Globus populär machte, hierzulande zwar nicht unbekannt. Odametey ist auch schon mit der afrikanischen Diva augetreten. Das unscheinbare viereckige Instrument mit den Metallzungen, das da gespielt wird, sehen die meisten Konzertbesucher aber zum ersten Mal.

Besondere Freude haben die Zuhörer an einem afrikanischen Partysong, zu dem man durchaus tanzen könnte. Adjiri Odametey bringt ihnen bei, wenn die Musik stoppt, „Yeah“ zu rufen, und das macht allen richtig Spaß.

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