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Explosionsgefahr!: Roboter entschärft Gasflaschen

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Vier Tage nach dem großen Brand rückten am Dienstag erneut Sprengstoffexperten vom LKA an. Die Wohnhäuser im Umkreis wurden am späten Abend evakuiert, die Grundschule Alzenbach als Notaufnahmelager hergerichtet. Von
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Gasalarm in Eitorf
Vier Tage nach dem großen Brand rückten erneut zahlreiche Einsatzkräfte aus. (Bild: Böschemeyer)
Eitorf

Wieder Ausnahmezustand: Vier Tage nach dem großen Brand rückten Sprengstoffexperten vom LKA an, 60 Polizeibeamte aus Duisburg und dem Rhein-Sieg-Kreis kamen in Kleinbussen, zahlreiche Feuerwehrleute waren im Einsatz ebenso wie Helfer vom Technischen Hilfswerk, Rotem Kreuz und von den Maltesern. Die Wohnhäuser im Umkreis wurden am späten Abend evakuiert, die Grundschule Alzenbach als Notaufnahmelager hergerichtet. Brandermittler hatten nach dem Feuer am Freitag in einer Gasabfüllfirma am Dienstagnachmittag den Brandherd ausfindig gemacht und dort sechs stark deformierte, mannshohe 100-Kilogramm-Sauerstoffflaschen entdeckt. Explosionsgefahr!

Die Straßen zum Gewerbegebiet Altebach wurden abgesperrt, etliche Schaulustige beobachteten aber trotzdem aus der Nähe den Einsatz, zum Beispiel auf dem Gelände nebenan, wo am Freitag herumfliegende Metallsplitter das Dach der Werkshalle beschädigt hatten.

Klasse 4 a musste die Schule räumen

Die Einsatzkräfte schickten einen Spezial-Roboter in die gefährliche Zone. Das ferngesteuerte Fahrzeug zog zunächst die Gasflaschen in einen mit Sandsäcken abgesicherten Bereich und begann dann, diese aufzusägen, um das Gas kontrolliert abzulassen. 100 Liter Sauerstoff mit bis zu 300 bar Druck enthielten noch zwei Gasflaschen, die anderen vier waren leer. 30 Minuten dauerte es, einen Druckbehälter zu öffnen. In dieser Zeit wurden die Züge auf der Siegstrecke, die durchs Gewerbegebiet führt, gestoppt. Danach machten Roboter und Einsatzkräfte eine halbe Stunde Pause, die Züge durften weiterfahren. Um 3 Uhr morgens hieß es: Gefahr gebannt.

Das THW war zuvor durch die Straßen gefahren und hatte die Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in die Grundschule Alzenbach zu begeben. Die Evakuierung verlief jedoch recht schleppend. Zum Teil saßen Anwohner auch Stunden nach dem ersten Alarm immer noch auf der Terrasse, andere hatten sich zu Verwandten oder Freunden begeben, mutmaßte Polizeisprecher Burkhard Rick, etliche trafen sich auf der Straße, allerdings außerhalb der Sperrzone. Gegen 22 Uhr ließ sich als erste Anneliese Heidmann an der Evakuierungsstelle registrieren. „Ich werde am Sonntag 85, da muss ich vorsichtig sein“, sagte sie. Ein paar Nachbarn und ihr Neffe kamen später. Die Verpflegung, die die Hilfskräfte bereithielten, Wasser, Würstchen, Suppe, frisch gebackene Brötchen und Äpfel, hätte allerdings für mindestens 20 Mal so viele Menschen gereicht. Die Polizei hatte zunächst von 800 betroffenen Bürgern gesprochen, von denen „erfahrungsgemäß zehn Prozent zu uns kommen“, sagte Jens Kölzer vom Kreisverband des Roten Kreuzes. Am nächsten Tag war dann nur noch von 150 Betroffenen die Rede. Vor der Evakuierung wurde aber zunächst die Schule geräumt: Hier wollte die Klasse 4a das Ende ihrer Grundschulzeit feiern mit Knabberzeug und Filmvorführung und einer Übernachtung in der Schule, erzählte Vater Klaus Jahn. Die Käsewürfel und das Eis aßen sie auf dem Sportplatz nebenan, bevor sie mit Schlafsäcken, Luftmatratzen und langen Gesichtern nach Hause gingen.

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