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TSV Seelscheid: Für jeden Geschmack ein Sport

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„Mann beweg Dich“ heißt ein Fitness-Angebot für Junggebliebene. (Bild: Staudt) 
Sport im Verein gehört für viele zu den wichtigsten Bestandteilen ihres Lebens. Die Rundschau stellt die Vereine vor. Heute: Der TSV Seelscheid. Mehr als jeder und jede Zehnte aus dem Ort trainiert hier mit. Von
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Neunkirchen-Seelscheid

Eigentlich sprechen im Fall des Turn- und Sportvereins Seelscheid die Zahlen schon für sich allein: Im Ortsteil Seelscheid mit seinen rund 10 000 Einwohnern zählt er 1300 Mitglieder. Ein Verein, bei dem ganz offenbar jeder die persönlichen sportlichen Vorlieben verwirklichen kann, vom Kleinkind bis zum hochbetagten Senior. Selbstverständlich scheint, dass diese Strukturen lange gewachsen sind, um so vielen eine sportliche Heimat bieten zu können. Die Wurzeln liegen in der Turnerbewegung: 1920 gründeten 22 Männer im Gasthof Schöneshöfer einen Turnverein, in dessen Name das "S" dann auch noch fehlte. Die Übungen am Barren und Reck fanden in eben jenem Gasthof statt, auch bei "Kettwig" oder im Saal Röttgen. Legendär ist die Geschichte über den hochgewachsenen Turner Willi Blasewitz, für dessen Riesenfelge am Reck, die "Blasewitz-Rolle", Deckenerhöhungen vorgenommen werden mussten, der so genannte Blasewitz-Ritz. Auch wurde damals freundschaftlich gekickt und unternahm man mit Sportlern aus dem Nachbarort kleine Wettläufe, doch hatten Fußball und Leichtathletik aufgrund fehlender Übungsstätten keine rechte Basis.

Eine Tatsache, die sich wie ein roter Faden seit den Anfängen durch die Geschichte des Turnvereins zieht: Nicht allein das Interesse, sondern vor allem die Sportstätten sind bis heute ausschlaggebend für das Angebot, das der Verein bieten kann. Und weil bis heute und trotz des neuen Kunstrasenplatzes in Breitscheid Aschenbahn und Sprunggrube im Ort fehlen, hat die Leichtathletik in Seelscheid nie Fuß fassen können. Dafür aber nahm man nach dem Krieg - 1936 hatten die Vereinsmitglieder nach der Gleichschaltung der Vereine im "Reichsbund für Leibesübungen" den Sportbetrieb eingestellt - bei der Neugründung im Januar 1946 die Fußballer offiziell und auch im Vereinsnamen gespiegelt als "TSV" mit auf. Vielseitiger konnte der Verein dann mit der ersten echten Turnhalle im Ort werden, und gründete 1973 die Tischtennisabteilung, 1979 kamen die Tänzer mit einer eigenen Abteilung dazu. Und mit der Mehrzweckhalle eröffneten sich im Jahr 1984 ganz neue Möglichkeiten für Hand- , Basket- und Volleyball, die der TSV dann auch ausgiebig nutzte.

Am Puls der Zeit zeigte sich der Sportverein, als im Jahr 1985, sozusagen zeitgleich mit dem ersten Wimbledon-Sieg von Boris Becker, die Tennisabteilung aus der Taufe gehoben wurde; auch dies spiegelt die neuen Trainingsmöglichkeiten, die sich mit den Seelscheider Plätzen eröffneten, wider. Im gleichen Jahr taten sich die Skifans zusammen, die sich unter den Fittichen des TSV rund ums Jahr mit der Skigymnastik auf ihre gemeinsamen Wintertouren vorbereiteten. Die Turnabteilung bietet nicht mehr nur Reck und Barren, sondern auch ein Dach für Karateka und Judoka.

Prägend sind während der ganzen Zeit personell die "Urgesteine", Inge Krause etwa, die als junges Mädchen Mitglied wurde und seit wohl vier Jahrzehnten montags ihren erfolgreichen Gymnastik-Kurs anbietet, Irmgard Richelmann, früher Fußballerin und heute Mitglied der Radsport-Abteilung, oder Malis Schönenberg, die trotz des Seniorenalters immer noch dabei ist. Und Erika Euler, die nicht nur die Inliner-Ferienkurse immer mit Apfelschnitzen versorgte.

Dass Sport nicht nur mit Hochleistung und Jugend zu tun hat, das hat der TSV mit Mixed- und Hobbymannschaften längst betrieben; doch Ende der 80er widmete er sich mit der Abteilung "Sporttherapie" einem neuen Feld, das auch Menschen mit einbezog, die trotz oder gerade wegen eines Handicaps Bewegung suchen: Der Koronarsport, mit zertifizierten Übungsleitern und von Ärzten begleitet, gehört heute ebenso wie Sport für Diabetes- oder Schlaganfallpatienten, für an Multipler Sklerose-Erkrankte oder Menschen mit einer geistigen Behinderung zu den erfolgreichsten Angeboten.

Dazu kommt die Fitness für alle mit Yoga, Flexi-Bar, Pilates und bald wohl auch mit der Trendgymnastik "Zumba". "Die Nachfrage ist so groß, dass wir noch viel mehr in dieser Richtung anbieten können", weiß der Vorsitzende Manfred Frings. Allein, trotz des angemieteten Fitnessraums am Gutmühlenweg und Hallenbad-Zeiten im Mucher Lindner-Hotel und in Lohmar für die Wassergymnastik fehlt es am Platzangebot.

Keine Grenzen dagegen haben die Radler, die seit 1992 unter dem Dach des TSV, aber auf den Strecken des Bergischen Lands kräftig in die Pedale treten. Stolz ist der Vorstand auf die "Seelscheider Höhentour", die 2001 erstmals angebotene Radtourenfahrt, zu der - wegen der schönen Strecke - in jedem Jahr zwischen 800 und 1000 Radler anreisen. Als jüngste Abteilung kam Badminton hinzu. Dafür machten sich die Tänzer vor ein paar Jahren selbstständig, die Fußballer fusionierten mit den "Schwarz-Weißen", die Handballer wechselten wegen des Hallenangebots nach Neunkirchen. Ein Verein, der lebt, entwickelt sich eben auch weiter. Es gibt Einbrüche, ja, zum Beispiel, wenn ganze Mannschaften wegbrechen, weil junge Erwachsene zu Ausbildung und Beruf vom Land weggehen müssen. Aber es gibt auch große Erfolge. Etwa das große Judo-Nachwuchstalent Sovannarith You, der in seiner Altersklasse schon mehrere Titel als Kreis-, Bezirks- und Bonner Stadtmeister gewonnen hat.

Höhepunkte im TSV-Jahr sind (von oben im Uhrzeigersinn) die Seelscheider Höhentouren durch die tolle Landschaft. Judo gehört zu den beliebten Sportarten für Kinder, Mann beweg Dich heißt ein Fitness-Angebot für Junggebliebene, im Mädchenturnen gab es immer wieder Erfolg. Die Vereinsfahne aus dem Jahr 1926, handgestickt und aus kostbarem Samt, zeigt die lange Vereinstradition, die mit der Turnerbewegung begann.

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