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Unfallbilanz: „Ich würde das Motorradfahren verbieten“

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Der Trend stimmt: Die Unfallbilanz für 2012 stellten gestern Landrat Frithjof Kühn (Mitte), Polizeidirektor Günter Brodeßer (rechts) und der Leiter der Verkehrsdirektion, Hans-Peter Sperber, vor. Foto: Mischka
Landrat Frithof Kühn „würde es verbieten“, das Motorradfahren. „Aber das ist nur meine persönliche Meinung“, stellte der Chef der Kreispolizei klar, als er gestern die Verkehrsunfallstatistik für 2012 erläuterte. Von
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Landrat Frithof Kühn „würde es verbieten“, das Motorradfahren. „Aber das ist nur meine persönliche Meinung“, stellte der Chef der Kreispolizei klar, als er gestern die Verkehrsunfallstatistik für 2012 erläuterte. Die Unfallentwicklung jedenfalls liefert wenig Gründe für drastische Maßnahmen. Auch Kühn sprach von einer „guten Entwicklung“, die nicht zuletzt mit einem „disziplinierteren und besseren Fahrverhalten“ der Verkehrsteilnehmer zu tun habe. Insbesondere die Zahl der schweren Unfälle ging weiter zurück.

„Die Zahl der Unfalltoten sankt von neun auf vier“, sagte Kühn. „Das ist ein erheblicher Rückgang, noch immer zu viel, aber ein gutes Zeichen.“ Auch die Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, waren 2012 rückläufig, um acht Prozent. Kühn werte das als „guten Trend“. Die Zahl der Schwerverletzten ging leicht um sechs auf 165, die der Leichtverletzten deutlich um 129 auf 1086 zurück. Erfreulich sei zudem, dass Kinder (bis 14 Jahre) und Jugendliche (bis 18 Jahre) seltener unter den Verletzten waren als im Vorjahr. Selbst für die als Problemgruppe erkannten „jungen Erwachsenen“ (18 bis 24 Jahre) stimme der Trend.

Gerade auf diese jungen Leute, so Polizeidirektor Günter Brodeßer, haben „wir uns seit 2009 strategisch ausgerichtet“. Denn damals sei erkennbar gewesen, dass sie vermehrt zu den Opfern und zu den Unfallverursachern zählten. Nicht nur der Vergleich der beiden jüngsten Jahre, sondern auch die längerfristige Entwicklung weise in die richtige Richtung. Die guten Ergebnisse führt Brodeßer auch auf die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen zurück. So würden mögliche Unfallstellen frühzeitig erkannt und könne gegengesteuert werden.

Auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ging der Leiter der Verkehrsdirektion, Hans-Peter Sperber, ein. Auch für diesen Zeitraum seien die Unfallzahlen zwar gestiegen, aber die schweren Unfälle rückläufig. Zum Thema Motorradfahrer merkte Sperber an, dass auch hier die Zahlen zurückgingen. Das habe vermutlich mit verstärkten Kontrollen auf den unter Bikern besonders beliebten Strecken zu tun. Nach wie vor sehr oft müsse die Polizei wegen Unfallflucht ermitteln. Denn bei jedem vierten Unfall mache sich ein Beteiligter unerlaubt aus dem Staub. Das Risiko, erwischt zu werden, ist allerdings hoch. Man habe eine Aufklärungsquote von 44 Prozent, bei Unfällen mit Verletzten würden sogar zwei Drittel aufgeklärt.

Statistisch spielten Alkohol und Drogen als Unfallursache keine relevante Rolle, sagte Sperber. Man gehe aber davon aus, dass bei Unfallen der Drogenkonsum in vielen Fällen bisher nicht erkannt worden sei. Deshalb man im Herbst begonnen, Polizistinnen und Polizisten weiterzubilden. Bei Schwerpunktkontrollen sei die Zahl der ertappten Drogensünder recht hoch. Erst am Donnerstag, so Sperber, seien in Sankt Augustin in drei Stunden 115 Fahrzeuge und Fahrer kontrolliert worden (siehe unten), bei sieben gab es einen positiven Vortest auf Cannabis. Den Fahrern wurden Blutproben entnommen.

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