Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

1. FC Köln besiegt den BVB: Anthony Modeste sorgt für ein emotionales Hinrundenfinale

Kölns Anthony Modeste jubelt über seinen Treffer zum 2:1.

Kölns Anthony Modeste jubelt über seinen Treffer zum 2:1.

Foto:

AP

Köln -

Die FC-Fans unter den 50 000 in Müngersdorf werden sich vorgekommen sein wie im vielfach zu dieser Zeit besungenen Winterwunderland. Ihnen war ein sehenswertes Fußballspiel geboten worden mit einer filmreifen Dramaturgie samt emotional grandiosem Finale. Dass danach das kölsche Karnevalsliedgut noch innbrünstiger von den Tribünen geschmettert wurde als sonst, ist selbstverständlich für diese Stadt am Rhein. Nach einer lange Zeit achtbaren Leistung gegen die in dieser Saison erst zwei Mal bezwungene Dortmunder Borussia steigerte sich der 1. FC Köln in der Schlussphase immens, spielte sich in einen Rausch und wandelte ab der 82. Minute einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Erfolg um.

"Wir sind in der zweiten Halbzeit marschiert und draufgegangen. Bei jeder Grätsche, jedem Anlaufen des Gegners haben uns die Fans nach vorne geschrien und uns angetrieben. Das war ganz großes Kino", freute sich Leonardo Bittencourt an seinem 22. Geburtstag. Dazu trugen auch taktische und personelle Umstellungen bei. Trainer Peter Stöger setzte diesmal nämlich auf eine Fünferkette. Und diese Abwehrformation neutralisierte die Borussen-Angreifer fast völlig.

Mehr Courage der Gastgeber

Dass den Gästen nach 18 Minuten dennoch die Führung gelang, war einer Unachtsamkeit bei einem Eckball geschuldet, nach dem Innenverteidiger Sokratis freistehend einköpfen durfte. Es war das siebte der letzten zehn Kölner Gegentore, das aus einer Standardsituation entstand.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastgeber mehr Courage. Aus der Fünfer- wurde eine Dreierkette, weil die Außenverteidiger vorrückten. Zudem wurde Yannick Gerhardt zunehmend spielbestimmender. "Je länger das Spiel dauerte, umso mehr fiel von ihm ab, wurde sein Spiel leichter", fand auch Sportchef Jörg Schmadtke.

Mit der Hereinnahme (70.) von Anthony Modeste und Bittencourt wurde das furiose Finale eingeläutet. Da habe man fast ein 3-3-4-System gespielt, meinte Kapitän Matthias Lehmann, der sein bestes Saisonspiel ablieferte. Praktisch in Eigenregie hatten er und Abwehrchef Dominic Maroh entschieden, dies beizubehalten.

"Wir haben dem Trainer kurz Bescheid gegeben, und Herr Schmadtke hat auch angezeigt, dass wir weiter so nach vorne spielen sollen", meinte Gerhardt. Dabei hatte der Sportchef vor allem deshalb den Daumen gehoben, weil er erkannt hatte, dass die wie im Rausch anrennende Truppe kaum zu stoppen war: "Nach dem Ausgleich haben wir überlegt, ob wir sie bremsen sollten, das aber verworfen. Die Jungs hatten einfach einen Lauf."

Zunächst hatte Roman Bürki den Ausgleich noch verhindern können, als er den Ball nach Gerhardts Schuss an den Pfosten lenkte (79.). So hatte er zuvor auch einen abgefälschten Kopfball von Frederik Sörensen (31.) gestoppt. Dann aber leistete sich der BVB-Schlussmann, mit 63 Prozent abgewehrter Schüsse (Timo Horn 78 Prozent) der schwächste Stammtorwart der Liga, einen schlimmen Aussetzer: Von Bittencourt angelaufen, spielte er Julian Weigl kurz vor dem Strafraum an. Dem stahl Simon Zoller den Ball und netzte zum 1:1 ein.

In der 90. Minute war es wieder ein entschlossenes Pressing, das dem FC den Erfolg brachte: Einen versuchten Befreiungsschlag von Marcel Schmelzer machte Frederik Sörensen zu einer langen Kopfballvorlage, die Modeste verwandelte.

Der Stürmer sprach später von "großen Emotionen" und davon, eine "Sch. . .phase gehabt zu haben. Jetzt aber sei er sehr zufrieden. 682 Minuten lang war Modeste erfolglos geblieben, bevor er zum siebten Mal traf. "Er hatte an sich gezweifelt und hat es sich verdient. Jetzt kann Tony im neuen Jahr durchstarten", meinte Stöger.

Durchstarten möchte aber auch die gesamte FC-Mannschaft, wie Maroh als Wunsch mit auf den Weg in die zweiwöchige Pause gab: "Wir müssen mehr Konstanz in die Spiele gegen die Mannschaften, die hinter uns liegen, bringen. Wer weiß, was dann noch möglich ist . . ."

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Einzelkritik.

nächste Seite Seite 1 von 2

Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?