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1. FC Köln: FC erklärt Derby-Besuch zur Ehrensache

Beim Hinspiel gegen Mönchengladbach hatten die FC-Fans mit Spruchbändern gegen die Auflagen des DFB protestiert. Anfeuerungsrufe für den FC gab es nicht, was bei Spielern und Verantwortlichen für Verstimmungen gesorgt hatte.

Beim Hinspiel gegen Mönchengladbach hatten die FC-Fans mit Spruchbändern gegen die Auflagen des DFB protestiert. Anfeuerungsrufe für den FC gab es nicht, was bei Spielern und Verantwortlichen für Verstimmungen gesorgt hatte.

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Meifert

Köln -

Um den Verkauf von Derbykarten musste sich beim 1. FC Köln noch nie jemand Sorgen machen. Vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach ist das anders. „Unsere Jungs haben in Mönchengladbach jede Unterstützung verdient“, schreibt FC-Präsident Werner Spinner in einer E-Mail an alle Vereinsmitglieder und Dauerkarteninhaber. „Es wäre schön, wenn unser Fanblock voll ist.“

Erst die Hälfte der Tickets verkauft

Das steht nicht zu erwarten. Noch sind 1400 Tickets für das Duell der rheinischen Rivalen zu haben, fast die gleiche Zahl der Karten ist bislang an FC-Anhänger verkauft worden. Statt der üblichen zehn Prozent der Tickets standen dem FC für das Risikospiel nur fünf Prozent zu: 2700 Karten. Halbleer wird der Gästeblock also in jedem Fall bleiben.

Die Karten-Begrenzung ist Konsequenz des Sportgerichtsurteils nach den Ausschreitungen in der Vorsaison. Genau wegen dieser Auflagen haben die Ultras des FC angekündigt, das Derby zu boykottieren.

Die gleiche Situation hatte es schon im Hinspiel gegeben, als nur wenige hundert Gladbacher Fans nach Köln gekommen waren. Die FC-Fans hatten in bis dahin ungekannter Solidarität auf lautstarke Unterstützung verzichtet. Für Samstag rufen die FC-Ultras in Mönchengladbach zu einer „Demonstration zum Erhalt der Fankultur“ auf.

Fans entscheiden

Schon nach dem Hinspiel hatten sich Spieler und Verantwortliche des FC leicht angefressen gezeigt. Immerhin war mit dem 1:0 mal wieder ein Derbysieg gelungen. Trainer Peter Stöger erklärte gestern gewohnt lakonisch, er werde bald 50 und habe gelernt, sich über Dinge, die er nicht beeinflussen kann, nicht wahnsinnig zu ärgern. „Wir werden da sein.“

FC-Kapitän Matthias Lehmann sagte: „Man hat einerseits Verständnis. Andererseits ist es schade, dass die Kurve wohl nicht voll sein wird. Aber wenn sich die Fans entscheiden, es so zu machen, müssen wir es akzeptieren.“

Karten nur für Vereins- oder Fan-Club-Mitglieder

Ohnehin bleibt nur noch wenig Zeit, um die 1400 Karten an den Fan zu bringen. Ebenfalls Teil der Auflage ist nämlich, dass der FC nur personalisierte Gutscheine verkaufen und verschicken darf, die dann vor Ort gegen Vorlage des Personalausweises in eine Karte umgetauscht werden können. Zu diesem Zweck reisen 20 Ordnungskräfte aus Köln nach Mönchengladbach. Die Karten dürfen nur an Vereins- oder FC-Fan-Club-Mitglieder verkauft werden.

Das Spiel in Mönchengladbach ist das letzte, bei dem diese Auflagen des DFB gelten. Der FC weist darauf hin, dass es seitens der Ultras den Aufruf zur Demonstration, nicht aber zum Boykott des Spiels gebe. „Nach der Demonstration wird jeder FC-Fan die Möglichkeit haben, das Spiel im Stadion oder in Köln verfolgen zu können“, schreiben die Ultras auf der Seite „Suedkurve.koeln“.

Die Demonstration hat bei der Polizei Mönchengladbach bereits für Unruhe gesorgt. Anwohner im Stadtteil Rheydt hatten Unverständnis für die Genehmigung geäußert, sodass die Behörde per Pressemitteilung erklärte, dass ihr aufgrund des Versammlungsrechts kein Verbot zustehe. Die Demonstration soll um 11 Uhr am Bahnhof Rheydt, da wo die Gäste-Fans ankommen, beginnen und um 13 Uhr vorbei sein. Am Stadion werde die Polizei mit einem verstärkten Aufgebot im Einsatz sein, teilte ein Sprecher mit. Auch wenn weniger FC-Fans zu erwarten sind, bleibe es ein Risikospiel.