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1. FC Köln gegen Hannover 96: Fragen vor dem Spiel gegen das Tabellenschlusslicht

Bild Stöger (1)

FC-Coach Peter Stöger.

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dpa

Köln -

Es sind so einige Fragen, die der 1. FC Köln vor seinem Auftritt bei Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) aufgeworfen hat. Wie und wann wird die Chancenverwertung besser? Wie geht der Club mit der Drucksituation um, noch einmal richtig in Abstiegsgefahr geraten zu können? Oder, wann finden Trainer Peter Stöger und sein Team die richtige Balance zwischen der massiven Defensive der vergangenen Saison und dem angriffsfreudigen Fußball in dieser Spielzeit? Eine Frage allerdings stellt sich nicht so wirklich. Und zwar die nach der Erwartungshaltung an die Geißböcke für die Partie der Geißböcke beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht.

„Die Leute werden einen sicheren Sieg erwarten“, ist sich Peter Stöger bewusst. Da nützt es auch wenig, dass der Trainer die branchenüblichen Komplimente an den kommenden Gegner verteilt: „Es gibt keine leichten Aufgaben in der Bundesliga. Hannover ist eine gestandene Mannschaft mit viel Qualität. Es ist die Frage, wann diese Qualität zum Vorschein kommt.“

In der Rückrunde hat sie sich rar gemacht. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf konnte in acht Spielen nur beim 2:1 in Stuttgart dank zweier von Hiroshi Kiyotake getretenen und Christian Schulz verwandelten Standardsituationen punkten. Doch bei den Kölner knirscht es aktuell auch heftig im Gebälk. Erst sechs Zähler stehen für den FC in der Rückrunde zu Buche, obwohl Stögers Team viel Qualität auf den Platz gebracht hat. „In Schönheit sterben ist auch sterben und Fußball bleibt nun einmal ein Ergebnissport“, benennt der Trainer die Dinge, auf die es am Ende ankommt. Punkte benötigt der FC, und um dieses Ziel möglichst schon in Hannover zu verwirklichen, müssen die Kölner Tore schießen. „Wir müssen vor dem Tor konsequenter agieren. Vielleicht sind wir zu berauscht, dass wir zu einer Situation kommen und treffen dann die falsche Entscheidung“, sucht Stöger nach Erklärungen. Er und sein Team haben in dieser Woche viele Gespräche mit einzelnen Spielern und in der Gruppe zu diesem Thema geführt: „Was wir machen können, ist, den Jungs weiter das Vertrauen auszusprechen. Ich glaube, dass sie alle die richtigen Lösungen suchen. Wir können den Fokus darauf legen, dass sie die Situationen früher erahnen, besser antizipieren und dann etwas mehr Zeit für die Lösung besitzen“, sagt der 49-Jährige. Auf den Faktor Glück allein möchte er sich nicht verlassen, auch wenn er ihn zuletzt oft arg vermisst hat: „So etwas müssen wir uns erarbeiten.“ Ferner versucht der Coach seiner Mannschaft klar zu machen, dass sie trotz zuletzt vier sieglosen Partien auf dem richtigen Weg ist: „Voriges Jahr wollten wir mehr gefährliche Situationen kreieren. Jetzt sind wir diesen Schritt weiter, müssen aber lernen, diese Chancen auch zu verwerten.“

Bei dem Versuch dies in Hannover umzusetzen, kann Stöger mit dem Einsatz von Kapitän Matthias Lehmann rechnen, der nach zwei Tagen Pause am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Für den gelbgesperrten Dominic Maroh wird wohl Mergim Mavraj in die Innenverteidigung rücken. Frederik Sörensen bleibt rechts hinten, weil er seinen Trainer „auf der Position total überzeugt“ hat.

Bleibt die Frage, wie der FC mit der Situation umgeht, wenn es eine Niederlage in Hannover gibt? Im darauffolgenden Spiel warten nämlich die übermächtigen Bayern und ein weiteres Abrutschen wäre möglich. „Wir stehen hier jede Woche unter Zugzwang und werden uns auch dieser Situation stellen. Wir haben gezeigt, dass wir ein stabiler Club geworden sind, der Probleme lösen kann“, findet Peter Stöger eine Antwort und fügt an: „Bei allem Druck und Stress im Profigeschäft muss man auch ein gewisses Maß an Lockerheit versprühen. Sonst geht es nicht.“