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1. FC Köln gegen VfL Wolfsburg: FC überrascht mit personellen und taktischen Wechseln

Kölns Yannick Gerhardt

Kölns Yannick Gerhardt

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dpa

Köln -

Die Analyse über das Spiel des Gegners konnte Dieter Hecking eine Stunde vor dem Anpfiff in seinen Aktenvernichter stecken. Mit der Veröffentlichung der Kölner Mannschaftsaufstellung wurden personelle Änderungen sichtbar, die Wolfsburgs Trainer nicht erahnt hatte und die mit dem Spielbeginn durch taktische Umstellungen noch übertroffen wurden.

Yannick Gerhardt als hängende Spitze war schon überraschend. Mit Filip Mladenovic auf der Rechtsverteidigerposition konnte nicht gerechnet werden, und der dort üblicherweise gesetzte Jonas Hector als zentraler Abräumer und Umschaltspieler – das kam völlig überraschend.

„Es liegt an uns Trainern, Varianten zu finden, die Spieler bestmöglich einzusetzen. Wir stellen die Mannschaft so auf, wie es unserer Meinung nach am optimalsten passt“, begründete Peter Stöger den großzügigen Rollentausch in seiner Startelf.

Bereits am nächsten Sonntag beim Gastspiel in Hamburg wird es erneut Veränderungen geben. Zum einen durch das Fehlen von Kapitän Matthias Lehmann (Gelb-Sperre). Zum zweiten, weil der HSV anders bespielt werde als die Wolfsburger, und weil man drittens viele personelle Möglichkeiten besitze, die stets zu neuen Konstellationen führen könnten, so der Trainer.

Solch eine Flexibilität bei der personellen Besetzung führt dazu, dass ein Startelf-Spieler der einen Woche sich am nächsten Spieltag in der zweiten Mannschaft bei einem Regionalligaspiel wiederfindet, so geschehen dem polnischen Nationalspieler Pawel Olkowski. Aber auch, dass Dusan Svento, beim Rückrundenstart nur Tribünengast, in Wolfsburg eingewechselt wurde.

Kader ist breit aufgestellt

Für Peter Stöger ist dies die Normalität: „Unser Kader ist breit aufgestellt. Da kann und wird es oft Veränderungen geben.“ Wobei die von ihm selten so ausgeprägt umgesetzt wurden wie in den ersten beiden Rückrundenspielen.

Zwei weitere Beispiele: Beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart hatte Jonas Hector wie gewohnt seine Linksverteidigerposition eingenommen. In Wolfsburg beorderte ihn der Trainer auf die rechte Sechserposition ins Mittelfeld. Für den Nationalspieler stellte das kein Problem dar. Zum einen spielte er früher diese zentrale Rolle, zum anderen könne er aus Sicht von Peter Stöger mit seiner fußballerischen Intelligenz die Anforderungen problemlos umsetzen. Das tat Jonas Hector auch.

Yannick Gerhardt will sich durchbeißen

Noch krasser war die Aufgabenveränderung bei Yannick Gerhardt. Es sei für ihn frustrierend gewesen, im Heimspiel gegen den VfB nicht zum Einsatz gekommen zu sein, berichtete er nach dem Wolfsburg-Spiel. Schließlich habe er sich nach dem Vorbereitungsprogramm große Hoffnungen gemacht.

Jetzt war er von Beginn an gefordert. Nicht jedoch auf der erwarteten Sechserposition, sondern als hängende Spitze und treibende Offensivkraft. „Das war neu für mich. Ich habe natürlich versucht umzusetzen, was der Trainer von mir wollte.“ Das gelang ihm mit Bravour. Am Ende hatte er sich so verausgabt, dass ihn Muskelkrämpfe plagten.

So nahm er erfolgreich die Chance war, die ihm geboten wurde, und für die er sich bei seinem Trainer bedankte. Bereits mehrfach hatte Yannick Gerhardt sein großes fußballerisches Potenzial aufgezeigt, nie aber nachhaltig durch Leistungen untermauert. Das will er nun ändern. Die Rückrunde soll dem sehr talentierten Junioren-Nationalspieler dazu dienen, den Durchbruch zur Stammkraft zu schaffen.

Ob er freilich in Hamburg erneut in der Offensive eingesetzt wird, oder die Position des gesperrten Matthias Lehmann übernimmt, ob Jonas Hector wieder als Sechser agiert oder der in Wolfsburg erst spät eingewechselte Kevin Vogt von Beginn an das Zentrum beackert – Peter Stöger ließ es offen. Wenn am Sonntag um 15.30 Uhr im Volksparkstadion angepfiffen wird, ist man schlauer.