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1. FC Köln zu Gast bei Borussia Mönchengladbach: Unklare Favoritenrolle vor dem Derby

200216 FC Ehrenrunde Samstagsspiel Frankfurt

Nach dem Heimsieg am Samstag gegen Eintracht Frankfurt hat sich die Mannschaft von den Fans feiern lassen.

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imago/Eibner

Eigentlich sind die Dinge klar geregelt. Auf der einen Seite steht ein Champions League-Teilnehmer, auf der anderen ein neu aufgestellter Rückkehrer im erst zweiten Bundesliga-Jahr. Borussia Mönchengladbach kann auf einen Kader zurückgreifen, der einen Marktwert von rund 165 Millionen Euro besitzt. Beim 1. FC Köln freut man sich derweil schon, wenn ein Spieler wie Filip Mladenovic, der als Wintertransfer geschätzte 1,5 Millionen Euro kostete, auf Anhieb einschlägt. Wer sich im deutschen Fußball ein wenig auskennt, wird vor dem Duell der beiden ewigen rheinischen Rivalen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) also nicht lange darüber diskutieren, wer als Favorit in dieses mit Spannung erwartete Derby geht. Zumal die Gladbacher nach ihrem komplett missratenen Start in die Saison mit fünf Niederlagen in Folge und zehn Punkten Rückstand auf die Kölner mittlerweile drei Zähler vor den Geißböcken rangieren.

An dieser rein sachlich vorgenommenen Rollenverteilung kann auch das aktuelle „Stimmungshoch“, in dem FC-Trainer Peter Stöger sein Team verortet hat, erst einmal wenig ändern. „Die Unsicherheit bei einem Gegner müssen wir uns erarbeiten, die bekommen wir nicht geschenkt. Es wird also unsere Aufgabe sein, die Gladbacher zu Fehlern zu zwingen“, glaubt Stöger nicht an eine labile Borussen-Elf. Bei inzwischen 38 Gegentoren und drei Niederlagen aus den ersten vier Rückrundenspielen könnte ein solcher Gedanke durchaus aufgekommen sein.

Gladbacher anfällig in der Defensive

Neben dem Stimmungshoch nach drei ungeschlagenen Spielen in Folge und dem famosen 3:1-Heimsieg gegen Frankfurt gibt es noch einige andere Dinge, die für den FC sprechen. Da wäre die defensive Anfälligkeit der Gladbacher unter Neu-Trainer André Schubert. „Sie sind offensiver orientiert, das gibt ein bisschen mehr Räume für uns“, hat Stöger ausgemacht und weist auf eine negative Entwicklung seit dem Rücktritt von Schubert-Vorgänger Lucien Favre hin: „Unter Lucien Favre war immer viel Stabilität in ihrem Spiel.“

Für die Kölner sprechen ferner die guten Erfahrungen, die sie im Verlaufe dieser Saison mit den Topteams der Bundesliga sammeln durften. Mal abgesehen von den Bayern aus München haben sie weder gegen Dortmund, Schalke oder Leverkusen noch gegen Wolfsburg oder eben Mönchengladbach verloren. „Wir haben schon gezeigt, dass wir guten Mannschaften Paroli bieten können“, sagt Stöger mit Fug und Recht. Das 1:0 im Hinspiel gegen die Fohlen, das Favre zum Rücktritt veranlasste, ist allerdings auch eine schwere Hypothek für den FC. Man muss nämlich in die Saison 1989/90 zurückblättern, um zwei Derbysiege der Kölner in einer Spielzeit zu finden. Damals gewann der FC mit 2:0 auf dem Bökelberg und ließ im Rückspiel ein 3:0 im Müngersdorfer Stadion folgen.

FC mit Sieg punktgleich mit der Borussia

Ein Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle verrät, dass eine Wiederholung dieses Coups von 1990 unglaubliche Folgen hätte. Nicht nur, dass sich die Kölner weiter von der Abstiegszone absetzen und näher an die Europapokalplätze rücken würden, sie hätten dann sogar genauso viele Punkte wie der rein faktisch weit enteilte Rivale vom Niederrhein.

Im Falle eines FC-Sieges mit vier Toren Differenz würde die Stöger-Elf gar an Gladbach vorbeiziehen – nicht auszudenken. Mögliche Nahziele, die für einen Peter Stöger natürlich keine Rolle spielen. „Wir wollen punkten, um unser Hauptziel Klassenerhalt so früh wie möglich abzusichern. Wenn das geschafft ist, können wir uns neue Ziele setzen.“ Die können dann ja nur etwas mit Europa zu tun haben: „Es wird sich niemand von uns dagegen wehren, wenn wir es schaffen, in den Europacup zu kommen“, sagt der FC-Coach. Wenn dies gelingen sollte, wären vielleicht vor dem Derby in der nächsten Saison die Dinge im Vorfeld nicht mehr so klar geregelt.

Voraussichtliche Aufstellungen: Mönchengladbach: Sommer, Elvedi, Christensen, Nordtveit, Wendt, Dahoud, Xhaka, Hazard, Johnson, Stindl, Raffael. – Köln: Horn, Maroh, Mavraj, Heintz, Olkowski, Lehmann, Hector, Mladenovic, Bittencourt, Gerhardt, Modeste. – SR.: Kircher (Rottenburg).

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