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1:1 gegen den VfL Wolfsburg: Ein Punkt ist für den 1. FC Köln fast zu wenig

Kölns Anthony Modeste (2.v.l) bejubelt seinen Treffer zum 1:1 gegen den VfL Wolfsburg mit Leonardo Bittencourt (l).

Kölns Anthony Modeste (2.v.l) bejubelt seinen Treffer zum 1:1 gegen den VfL Wolfsburg mit Leonardo Bittencourt (l).

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dpa

Köln -

Mit einem Remis, das aller Ehren wert war, reiste der 1. FC Köln am Sonntagabend "zufrieden", wie Trainer Peter Stöger bekannte, zurück ins Rheinland. Dabei war sogar mehr möglich als das 1:1. Denn den Gästen boten sich vor 29.156 Zuschauern zahlreiche Kontermöglichkeiten gegen einen im Zusammen- und Passspiel allerdings erschreckend schwachen Champions-League-Achtelfinalisten, der von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde.

Bei den Kölnern hatte es personell zahlreiche Veränderungen gegenüber dem 1:3 in der Vorwoche gegen den VfB Stuttgart gegeben. So fehlten der erkrankte Dominique Heintz - ebenso wie der am Rücken verletzte Frederik Sörensen -, der formschwache Pawel Olkowski (sammelte in der Regionalliga-Elf Spielpraxis) sowie aus taktischer Sicht Kevin Vogt und Yuya Osako.

Die überraschendste taktische Variante war, dass der obligatorische Linksverteidiger Jonas Hector als zweiter Sechser begann. "Er ist ein vielseitiger Spieler, mit dem wir Variabilität, Laufstärke und Sicherheit ins Zentrum gebracht haben", begründete der Trainer.

Kölner nutzen nicht das Fehlpassfestival

Dadurch wurden die nun in den zurückliegenden sechs Spielen sieglosen Gastgeber (drei Punkte) noch mehr verunsichert. Da zudem Yannick Gerhardt als zentraler Offensivspieler unglaublich intensiv das Wolfsburger Aufbauspiel schon früh und oft erfolgreich attackierte, taten sich die Hausherren sehr schwer.

Sie produzierten ein enormes Fehlpassfestival, das die Kölner aber nicht zu nutzen wussten. "Wenn die Jungs da etwas mutiger draufgegangen wären und direkter den Abschluss gesucht hätten, statt noch einmal abzuspielen oder einen Haken zu schlagen, wäre mehr möglich gewesen", meinte der Kölner Sportchef Jörg Schmadtke. Es sei zwar ein gutes Auswärtsspiel des FC gewesen, aber man schwebe wegen des Punktgewinns nicht auf Wolke sieben.

Neben diversen Konterchancen bot sich Anthony Modeste auch eine große Möglichkeit nach einem Eckball von Marcel Risse (58.). Doch seinen wuchtigen Kopfball wehrte VfL-Schlussmann Diego Benaglio reaktionsschnell ab. Nur vier Minuten später war es wieder der Schweizer Torwart, der den Ball deshalb festhalten konnte, weil Modeste diesmal nicht genug Druck hinter einen Kopfball bekam. Seinen Treffer, den neunten der Saison, erzielte er in der 75. Minute dann mit viel Gefühl im rechten Fuß. Denn gekonnt schlenzte er den Ball um den Torwart herum zum Ausgleich ins Netz.

Moral der Mannschaft in Ordnung

Acht Minuten zuvor waren die Wolfsburger fast schon überraschend in Führung gegangen. Zwar hatten sie auch schon durch Rückkehrer Luiz Gustavo einen Pfostentreffer (55.) erzielt, dann aber von einem Kölner Missverständnis profitiert. Durch ein ungenaues Zuspiel des sonst gewohnt starken Timo Horn ("Ich wollte unser Spiel schnell machen") kamen sie in Ballbesitz. Eine Hereingabe konnte Julian Draxler unbedrängt volley einschießen.

"Danach hat man gesehen, dass trotz der Heimniederlage beim Rückrundenauftakt die Moral in unserer Mannschaft in Ordnung ist", wies Stöger darauf hin, dass die Kölner nach dem Rückstand weiter aggressiv blieben und nach vorne spielten. Man habe sich nicht hängen lassen und alles gegeben. Das zeigte sich unter anderem bei Gerhardt, der eine sehr starke Leistung bot. Beim schleppenden Gang in die Kabine gestand der 21-Jährige: "Das war heute ganz schön kräftezehrend. Aber die Krämpfe, die ich am Ende hatte, nehme ich gerne in Kauf, wenn wir nicht verlieren."

Wie er ärgerten sich allerdings auch die Kollegen über die vergebenen Möglichkeiten. "Der Punkt ist für uns verdient, aber es war mehr drin", sprach Timo Horn für alle. Ein weiterer Wermutstropfen war die Verwarnung gegen Matthias Lehmann. Weil es die fünfte in dieser Saison war, fehlt er am nächsten Sonntag in Hamburg.

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