Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart: Beim 1. FC Köln alles op der Kopp jestellt

Kölns Yuya Osako (l-r), Anthony Modeste und Kevin Vogt reagieren nach dem Gegentreffer zum 1:2.

Kölns Yuya Osako (l-r), Anthony Modeste und Kevin Vogt reagieren nach dem Gegentreffer zum 1:2.

Foto:

dpa

In Führung gegangen, dann die Partie mit 1:3 gegen den VfB Stuttgart verloren, so wie die Kölner das Hinspiel mit 3:1 gewonnen hatten - da wurde das aktuelle Sessionsmotto "Mer stelle alles op der Kopp" von den FC-Profis etwas zu wörtlich genommen.

Aber wer will es ihnen verdenken? Schließlich stellte auch der Hauptsponsor seinen Namenszug auf den bei den Fans umstrittenen Karnevalstrikots an diesem Tag auf den Kopf, schmetterte das Musikkorps der Roten Funkten vor dem Anpfiff die Vereinshymne und trug der Geißbock den bunten Mottoschal. Soll man bei so viel oktroyiertem Frohsinn ernsthaft Fußball spielen?

Die Gastgeber versuchten es im mit 50 000 Zuschauern ausverkauften Stadion zumindest. Das Spiel war vielfach nett anzusehen, ihm fehlte aber immer wieder das finale Zuspiel zum Torschuss. Hinzu kam, dass bei den Kölnern nach dem überraschenden Ausgleich eine Verunsicherung zu spüren war, die sich erst zum Spielende hin legte, als man ein hohes Risiko einging. In diesen Schlussminuten boten sich dann die größten Möglichkeiten: Dominique Heintz (89.) scheiterte an Torwart Przemyslaw Tyton, dessen Füße Anthony Modeste anschoss (90.+1), während Yuya Osako (90.+3) freistehend den Ball verstolperte.

Unnötige Fehler entschieden die Partie

Entschieden wurde die Begegnung durch gravierende und allesamt unnötige Fehler. "Nicht Stuttgart hat das Spiel entschieden, sondern wir", ärgerte sich FC-Trainer Peter Stöger.

Dabei unterlief der erste noch den Gästen. Marcel Risse sprintete daraufhin in den VfB-Strafraum, wo sich ihm Georg Niedermeier wie ein Prellbock in den Weg stellte. Den fälligen Strafstoß nutzte Anthony Modeste (19.) zum achten Saisontreffer.

Mit einem gedanklichen Aussetzer und fassungslosem Fehlpass brachte Pawel Olkowski den VfB zurück ins Spiel (36.), weil Daniel Didavi danach zum 1:1 traf. Dem Stuttgarter 3:1 (83.) durch Kapitän Christian Gentner ging ebenfalls ein Ballverlust des FC in der Vorwärtsbewegung voraus.

Für reichlich Gesprächsstoff beim FC sorgte der VfB-Führungstreffer (53.), als Timo Werner nach einem Eckball mit seinen 1,80 Meter zwischen Dominique Heintz (1,89 m) und Dominic Maroh (1,86 m) zum Kopfballtreffer kam. Es war das achte Kopfballgegentor (Spitzenwert der Liga) und der achte der bislang letzten 13 Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Damit konfrontiert, meinte Innenverteidiger Heintz: "Wir verteidigen im Raum. Das kann ein Problem sein, wenn man laufend so Gegentore bekommt. Vielleicht ist es besser, wenn jeder seinen Mann zugewiesen bekommt. Vielleicht wird das Risiko geringer."

Es sei sicherlich sinnvoll, intern darüber zu reden. Dazu werde die Analyse mit dem Trainerteam Gelegenheit bieten. Gleiches regte Timo Horn an, der auch meinte: "Für mich als Torwart ist es leichter, wenn die Jungs vor mir nahe an den Gegnern sind und sie stören."

Genau das aber habe gefehlt, kritisierte Stöger. "Das Problem ist nicht die Deckung. Das Problem ist, dass es keine Deckung gab." Er könne darüber diskutieren, ob eine Manndeckung oder eine kombinierte Deckung bei Standards sinnvoller sei. In diesem Fall aber sei es müßig. Und für die Raumdeckung habe er sich entschieden, "weil wir gefühlt nicht vier, fünf außergewöhnlich gute Kopfballspieler haben, die Eins-gegen-eins-Duelle gewinnen", sagte der Österreicher.

Der Trainer wird also kaum das Abwehrverhalten auf den Kopf stellen - auch nicht, weil das Sessionsmotto es fordert und der 1. FC Köln seit einem Jahr als förderndes Mitglied dem Festkomitee Kölner Karneval angehört, also ein Karnevalsverein ist.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die Einzelkritik.

Die Einzelkritik

Timo Horn 3-

Pawel Olkowski 5-

Dominic Maroh 4-

Dominique Heintz 5

Jonas Hector 4

Matthias Lehmann 4

Kevin Vogt 5

Marcel Risse 4-

Yuya Osako 5

Leonardo Bittencourt 4

Anthony Modeste 4

Simon Zoller 4

Filip Mladenovic 4

Milos Jojic 4-

nächste Seite Seite 1 von 2