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Handspiel von Hertha BSC: FC hadert mit dem Schiedsrichter und der eigenen Leistung

Bild FC gegen Hertha

Kölns Philipp Hosiner (l-r), Trainer Peter Stöger und Marcel Risse reagieren nach dem Spiel. Das Spiel endete 0:1.

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dpa

Sie haben geschimpft, sie haben sich beschwert. Dann haben sie trotzig geschwiegen und das Thema mit Humor in den Karneval getragen. Die Verantwortlichen des 1. FC Köln haben wirklich alles versucht, um darauf aufmerksam zu machen, dass ein Handspiel im Rheinenergiestadion gepfiffen werden darf. Es hat nicht genützt, denn bei der 0:1 (0:1)-Heimniederlage am Freitag gegen Hertha BSC Berlin verweigerte Schiedsrichter Tobias Stieler den Geißböcken in der 74. Minute nach einem Handspiel von Per Skjelbred den fälligen Strafstoß. Wieder einmal, denn schon beim 0:1 gegen Hannover und beim 0:0 gegen Hoffenheim war der FC bei Handspielen des Gegners benachteiligt worden.

"Ich glaube langsam, wir spielen in Deutschland größter Handball-Arena." FC-Manager Jörg Schmadtke reagierte zunächst mit Ironie auf die neuerliche Benachteiligung, um die Dinge dann auch einmal einzuordnen: "Normalerweise würde die Häufung solcher Fehlentscheidungen für einen Club wie uns im zweiten Bundesliga-Jahr bedeuten, dass wir auf einem Abstiegsplatz stünden", kritisierte Schmadtke und verpackte gleichzeitig ein Lob: "Dass wir das nicht tun, ist der Mannschaft zu verdanken, weil sie über große Teile der Saison bislang gut spielt. Nur heute nicht."

Zu viele Fehler im Passspiel

Hätte Stieler Skjelbreds Handspiel geahndet und der FC den Elfmeter verwandelt, wäre nach den 94 durchwachsenen Fußballminuten sicher eine andere Diskussion geführt worden. So aber mussten sich die Kölner für ihre zweite dürftige Darbietung und die zweite 0:1-Niederlage in Folge rechtfertigen. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht die richtige Reaktion auf die Derbyniederlage gezeigt", bemängelte Torwart Timo Horn. Auch Peter Stöger war nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Wir haben zu viele Fehler in unserem Passspiel gehabt und sind wieder nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen", monierte der Trainer.

Erst mit der Einwechslung von Philipp Hosiner für Filip Mladenovic und einer Systemumstellung kam der FC nach einer Stunde vornehmlich durch lange Bälle etwas ins Spiel. Da lag der Gastgeber nach einem Ballverlust von Yannick Gerhardt und Anthony Modeste in der Vorwärtsbewegung und anschließender Fehlerkette in der Abwehr durch das siebte Saisontor von Vedad Ibisevic aber schon 0:1 zurück. Ein Tor, das den Kölnern das Leben schwer machte. "Wir mussten einen Mittelweg finden zwischen hinten aufmachen und kontrolliert spielen, sonst steht es nach 55 Minuten 0:4", erklärte Kapitän Matthias Lehmann den schmalen Grat und die spielerisch dürftige Leistung.

Letzteres lag auch an Jonas Hector, der gegen destruktiv und auf Zeit spielende Berliner auf der Sechs einen ganz schwachen Abend erwischt hatte und nach 69 Minuten erstmals in seiner Bundesliga-Karriere ausgewechselt wurde. Was Peter Stöger aber als Vorsichtsmaßnahme deklarierte: "Er hat am Donnerstag im Abschlusstraining schon einen Pferdekuss auf den Oberschenkel gekriegt und im Spiel dann noch mal", wollte der Österreicher vielleicht auch Hectors gebrauchten Tag erklären.

Gestern beim Training saß der Nationalspieler nur auf dem Rad, während seine Teamkollegen an der Taktik feilten. Ob Hector morgen Abend in Ingolstadt (20 Uhr/Sky) im zweiten Spiel der Englischen Woche auflaufen kann, ist noch offen. Klar ist dagegen, dass die Kölner beim Aufsteiger ein dreckiges Kampfspiel erwartet. "Das war gegen Berlin wieder zu wenig von uns. Gut, dass wir schon in Ingolstadt die Chance haben, es wieder besser zu machen", sagte Timo Horn.


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