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Köln gegen Berlin: FC kassiert Niederlage – Hertha feiert ersten Rückrundensieg

1.FC Köln - Hertha BSC

Hängende Köpfe bei den Kölnern – Beim Heimspiel gegen Hertha BSC kassierte der 1. FC Köln mit 1:0 eine Niederlage.

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dpa

Köln -

Wenn der 1. FC Köln für den Rest dieser Saison noch einen Wunsch äußern könnte, dürfte klar sein, dass er etwas mit Handspiel zu tun hat. Nach Hannover und Hoffenheim reihte sich gestern Abend das Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin in die fatale Reihe von Fehlentscheidungen gegen die Elf von Trainer Peter Stöger ein.

Weil Schiedsrichter Tobias Stieler dem FC nach einem Handspiel von Per Skjelbred einen klaren Elfmeter verweigerte, unterlagen die Kölner den Hauptstädtern durch den siebten Saisontreffer von Vedad Ibisevic mit 0:1 (0:0) und dürfen sich in der Tabelle wieder nach unten orientieren.

Peter Stöger und sein Trainerteam hatten sich wie angenommen für eine Dreier-Abwehrkette entschieden. Mergim Mavraj und Marcel Risse, die bei der 0:1Derbyniederlage in Gladbach fehlten, rückten demnach in die Startelf zurück. Bei der Hertha beantworte Coach Pal Dardai die Frage nach dem Ersatz für seinen Dauerläufer Vladimir Darida, indem er die drei potenziellen Kandidaten Valentin Stocker, Jens Hegeler und Alexander Baumjohann auf der Bank sitzen ließ. Er schickte Peter Pekarik auf rechts in seine Youngster-Viererkette und zog dafür den Ex-Kölner Patrick Weiser nach vorne.

Passabler Eintritt des 1. FC Köln

Der FC erwischte mit dem Willen den schwachen Derby-Auftritt vergessen zu machen einen passablen Eintritt in die Partie. Mavraj traf eine Freistoß-Flanke von Risse nur mit dem Schienbein un deshalb nur das Außennetz (3.). Die nächste gute Risse-Aktion brachte Anthony Modeste in Position. Der Abschlus des Franzosen stellte Hertha-Keeper Rune Jarstein aber vor keine Probleme (7.).

Das war es dann aber auch schon mit der offensiven Herrlichkeit der Hausherren. Die ballsicheren Berliner rissen das Geschehen an sich, weil der FC sich zurückzog und in der Umschaltbewegung nahezu alle Bälle wieder hergab. Die Hertha brachte es so zwischenzeitlich auf fast 70 Prozent Ballbesitz. Kapitän Fabian Lustenberger und Per Skjelbred dominierten das Zentrum des Spiels, weil FC-Nationalspieler Jonas Hector eine ziemlich gebrauchte erste Hälfte erwischte und sich Yannick Gerhardt ohne viel Unterstützung in unglücklichen Zweikämpfen aufrieb. Weil Salomon Kalou aber aus neun Metern verzog (19.) und FC-Keeper Timo Horn einen 20-Meter-Knaller von Genki Haraguchi über die die Latte lenkte (24.), durfte der FC noch einmal an der Führung schnuppern.

Hertha BSC erzielte erstes Tor

Nach einem von Matthias Lehmann schön eingeleiteten und von Leonardo Bittencourt fortgesetzen Angriff entschied sich der links durchgebrochene Filip Mladenovic aber für einen Schuss aufs Tor, anstatt quer zu spielen. So konnte Jarstein klären (34.) und die Hertha das erste Tor erzielen. Ein verlorener Zweikampf im Mittelfeld und ein Sekundenschlaf von Hector brachte die Berliner Torgaranten ins Spiel. Kalou erspähte den im Strafraum sträflich freien Vedad Ibisevic und 60 Sekunden bevor die Torlosigkeit des Bosniers die 600-Minuten-Marke überschritt, stand des verdientermaßen 0:1 (43.).

Als sich an der Szenerie auf dem Platz auch in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs nichts Wesentliches änderte, wechselte Peter Stöger Philipp Hosiner für Mladenovic ein und stellte auf 4:4:2 um. Die in dieser Saison schön häufig erfolgreich praktizierte taktische Umstellung brachte den fahrigen Kölnern etwas Zugriff auf das Spiel. Einen Ertrag für das verstärkte Bemühen gab es aber nicht, weil Schiedsrichter Tobias Stieler das  klare Handspiel von Skjelbred im Strafraum nicht ahndete (74.) und Modeste den Ball nach Risse-Flanke an den Pfosten bugsierte (82.). Dem FC ist der Start in die Englische Woche missglückt und der Wunsch nach Europa bleibt in dieser Saison wohl unerfüllt.    

1.FC Köln: Horn; Heintz, Maroh, Mavjraj; Risse, Lehmann, Hector (69. Jojic), Mladenovic (59. Hosiner); ;Gerhardt, Bittencourt (79. Hartel); Modeste. – Hertha BSC: Jarstein; Pekarik, Stark, Brooks; Plattenhardt; Lustenberger (68. Hegeler), Skjelbred, Weiser, Haraguchi (90. Stocker); Kalou (78. Baumjohann), Ibisevic. – SR.: Stieler (Hamburg). – Zuschauer: 48900. – Tore: 0:1 Ibisevic (43.) . – Gelbe Karten: Modeste; Brooks, Plattenhardt.