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Lob für FC-Spieler: Jonas Hector als Denker und Lenker

Bild Jonas Hector
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dpa

Köln -

Dreieinhalb Jahre lang war Jonas Hector die Zuverlässigkeit in Person als Linksverteidiger der FC-Mannschaft. Von dieser Position war er nicht wegzudenken, versäumte kaum ein Pflichtspiel. Am 14. November 2014 stieg er zum Nationalspieler auf, kam im vergangenen Jahr auf die meiste Einsatzzeit bei Joachim Löw und belegte bei der Wahl der Fans zum beliebtesten Nationalspieler Platz drei. Beim Derby am Samstag in Mönchengladbach aber wird er höchstwahrscheinlich nicht auf der linken Außenbahn anzutreffen sein. Das Aufgabengebiet des 25-Jährigen hat sich verändert.

„Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt, Jonas ins Zentrum zu nehmen. Seine Fehlerquote ist sehr gering, er ist fleißig und intelligent“, begründete Trainer Peter Stöger. Wenn es dafür eines Beweises bedurft hätte, dann würden ihn die Statistikwerte vom jüngsten 3:1-Erfolg gegen Frankfurt liefern. Da kam der feine Techniker auf die meisten Ballkontakte (72), lief die längste Strecke (11,64 km), gewann die meisten Zweikämpfe (15) und spielte die zweitmeisten Pässe (46, von denen 40 ankamen) nach Dominic Maroh (51/47).

Keine lange Eingewöhnungszeit

Wie selbstverständlich nahm Jonas Hector beim Gastspiel in Hamburg die neue Rolle erstmals in der Amtszeit von Peter Stöger an. Wirklich neu aber ist sie für den gebürtigen Saarländer nicht. „Ich kannte die Position ja, wenngleich das heute natürlich ein ganz anderes Niveau gegenüber früher ist. Da habe ich das bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga und zu Beginn meiner Profikarriere bei Holger Stanislawski in der Zweiten Liga gespielt. Von daher war es jetzt in der Bundesliga schon etwas Ungewohntes“, sagte Jonas Hector.

Einer langen Eingewöhnungszeit bedurfte es dennoch nicht. Für Jörg Schmadtke war das zu erwarten. „Das Spiel von Jonas war immer schon geprägt von großer Zuverlässigkeit und Ruhe. Er pflegt ein schnörkelloses Spiel, geradlinig nach vorne wie nach hinten, und er ist noch nie durch viele Verwarnungen aufgefallen“, wies der Sportchef auf weitere Attribute des Nationalspielers hin. Tatsächlich sah er in 110 Erst- und Zweitligaspielen erst acht Gelbe Karten, noch nie mehr als zwei pro Spielzeit; und das rote Plastikkärtchen ist ihm völlig fremd.

Mladenovic rückt nach außen

Spielerischen Gewinn zieht die FC-Mannschaft durch Jonas Hector als zweitem Sechser an der Seite von Matthias Lehmann aber auch noch in anderer Form. Denn seine frei gewordene Außenposition kann Neuzugang Filip Mladenovic wie zuvor bei Bate Borisov einnehmen. Und sollte der Serbe aufgrund seiner Offensivqualitäten wie gegen Frankfurt nach vorne beordert werden, steht mit Dominique Heintz ein weiterer Spieler mit Qualität bereit.

Man sei in der glücklichen Lage, aufgrund der flexiblen Einsatzmöglichkeiten der Spieler unter verschiedene Varianten zu wählen. „Dazu gehört auch, dass Jonas künftig nicht dauerhaft im Zentrum spielen muss. Wir waren und sind auch ohne ihn dort gut aufgestellt. Es kann sich immer wieder etwas verändern. Aber eines steht fest: Er ist bei uns eine fixe Größe, egal auf welcher Position“, meinte Peter Stöger.

„Warten wir mal ab“

Der so Gelobte hat sich von der Außenposition nicht völlig verabschiedet. „Warten wir mal ab, was der Trainer entscheidet. Vielleicht rutsche ich ja wieder nach links. Ich habe durchaus nichts gegen die Position. Und schauen wir mal, wie es in der Nationalmannschaft weitergeht“.

Ungeachtet seiner Leistungen in den letzten Jahren gibt Jonas Hector aber auch zu, dass das Spiel des Linksverteidigers „durch die Auslinie gegenüber den Aufgaben im Zentrum doch etwas limitiert ist“. Als Sechser sei man noch stärker mit noch mehr Mitspielern im ständigen Kontakt und könne sein Spiel in alle Richtung führen.

Für einen Fußballer mit der Spielintelligenz und dem antizipierenden Gefühl und Blick von Jonas Hector könnten sich damit noch ganz andere Perspektiven eröffnen.


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