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Nach dem Spiel gegen Hamburg: Nur das Gegentor trübt die Laune des 1. FC Köln

Anthony Modeste winkt von einem Wagen beim Rosenmontagszug.

Anthony Modeste winkt von einem Wagen beim Rosenmontagszug.

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dpa

Köln -

Das Fazit des 1. FC Köln nach dem Auftritt im Volksparkstadion war einhellig: Der Plan vom veränderten eigenen Spiel sei aufgegangen, nur das Ergebnis entsprach nicht den Hoffnungen und Erwartungen. "Drei Punkte hatten wir uns gewünscht - und sie wären wohl auch verdient gewesen", stellte Peter Stöger, Trainer des Fußball-Bundesligisten, nach dem 1:1 fest. Untermauert wurde seine Meinung durch ein Torschussverhältnis von 20:5 für den 1. FC Köln, darunter zwei Lattentreffer. Hinzu kam, dass ein elfmeterreifes Foul der Hamburger nicht geahndet wurde.

Dennoch schwärmte Sportchef Jörg Schmadtke nach dem Auftritt von einem "super Auswärtsspiel, das nicht jede Mannschaft so hinbekommt. Es fühlte sich mehr nach einem Heimspiel an". So versuchte er, mögliche Unzufriedenheit wegen der verpassten Siegchancen im Keim zu ersticken.

Die Basis für das bis auf die Anfangsphasen beider Halbzeiten souveräne Auftreten der Kölner war auch die taktische Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr. Dadurch standen die offensivstarken Außenverteidiger noch höher als üblich. Außerdem habe man im Zentrum Sicherheit besessen und mit "den drei unangenehmen, weil viel attackierenden Spielern vorne", so Peter Stöger, den HSV schon früh im Spielaufbau gestört.

Dreierkette häufiger im Einsatz

Nach den Planungen des Trainerteams soll die Dreierkette in der Rückrunde häufiger zum Einsatz kommen. Dieser gegenüber der seit Jahren gängigen Viererkette offensiveren Taktik könnte die Zukunft im Profifußball gehören. Einige Mannschaften, vor allem Top-Teams wie der FC Barcelona, der SSC Neapel oder zuweilen auch der FC Bayern, wenden sie mittlerweile an.

Vor Beginn der Winterpause hatte Peter Stöger angedeutet, mit dieser Spielvariante zu planen. Allerdings schränkte er vor sechs Wochen noch ein, dass das Spiel mit den drei Innenverteidigern zunächst intensive Übungsarbeit erfordere. Offenbar ging es aber schneller als gedacht. Mergim Mavraj, in dem Abwehrtrio der Mittelmann zwischen Dominic Maroh und Dominique Heintz, stellte jedenfalls fest: "Für uns drei war es kein Problem. Es ist ja auch nicht neu für uns. Wir haben den Laden gut zusammengehalten - bis auf die eine Szene beim Gegentor." Der in seiner albanischen Heimat geradezu verehrte Nationalspieler war eine Woche zuvor erstmals in dieser Saison zum Einsatz gekommen. Lange Zeit hatte er aufgrund eines im letzten Juni operierten Knorpelschadens gefehlt. Diese Chance nutzte der vor der Saison verpflichtete Dominique Heintz, um sich mit starken Leistungen einen Stammplatz zu sichern. Als er für die Begegnung in Wolfsburg erkrankt ausfiel, sprang Mergim Mavraj souverän in die Bresche.

Idee hat bis zum Ende funktioniert

"Den Plan mit der Dreierkette hatten wir ja schon länger. Jetzt passte es auch deshalb, weil Mergim sich durch sein Auftreten in Wolfsburg einen weiteren Einsatz verdient hatte. Deshalb war uns in der Vorwoche ziemlich früh klar, dass wir es so anlegen wollten", verriet der FC-Trainer.

Wie zufrieden er mit der Vorstellung des gesamten Teams war, zeigte sich an einem Novum: In seinem 96. Pflichtspiel als FC-Trainer nahm Peter Stöger erstmals keinen Spielerwechsel vor. "Unsere Idee hat bis zum Ende funktioniert. Wir hatten das Gefühl, relativ stabil zu stehen, hatten kaum Lücken und keine großartigen Probleme, sondern stets die Gewissheit, immer wieder ins Spiel und zu Chancen zu kommen. Außerdem ließen die Jungs nicht nach", begründete er und fragte rhetorisch: "Weshalb sollte ich also wechseln?" Diese Frage schließt sich hinsichtlich des Heimspiels gegen Frankfurt an. Beantwortet wird sie allerdings erst am Samstag (Anpfiff 18.30 Uhr).

Vielleicht gelingt dem FC dann auch der erste Pflichtspielsieg des Jahres. Nach dem Auftritt beim HSV musste Torwart Timo Horn noch im Konjunktiv sprechen, als er meinte: "Drei Punkte wären drin gewesen. Aber wenn wir mit einem Punkt in Hamburg nur noch teilweise zufrieden sind, zeigt das, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Fans und das Umfeld schauen immer mal eher nach oben. Aber dafür müssten wir solche Spiele auch gewinnen."