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Nationalspieler beim 1. FC Köln: „Fixposten“ Jonas Hector ist angeschlagen

Kölns Jonas Hector

Kölns Jonas Hector

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dpa

Köln -

Nichts mit Party war am Donnerstag um 11.11 Uhr bei den Profis des 1. Fußball- und Karnevals-Clubs aus Köln. Im strömenden Regen wurde noch trainiert statt geschunkelt. Und auch anschließend stürzte man sich nicht ins närrische Treiben. "Die Jungs wissen, worauf es ankommt. Bei unserer Karnevalssitzung hatten sie ihren Spaß. Jetzt aber konzentrieren wir uns alle auf das Spiel in Hamburg", stellte Trainer Peter Stöger am Wieverfastelovend klar.

Kontrollen bezüglich der Einhaltung des Feier-Verzichts müsse er nicht vornehmen. Jeder Einzelne verhalte sich korrekt. Wie hatte der Trainer doch vor Wochen den Charakter seiner Mannschaft beschrieben? "Das sind alles Ministranten!"

Um drei von ihnen sorgte sich der Wiener etwas hinsichtlich des Sonntagspiels in der Bundesliga. Während Frederik Sörensen nach einwöchiger Pause wegen Rückenproblemen immerhin erstmals trainierte, fehlte Dusan Svento weiter aufgrund von Knieproblemen.

Hector droht auszufallen

Schwerwiegend wäre der Ausfall von Jonas Hector, der am Donnerstag mit dem Training aussetzte. Eine tags zuvor erlittene Fußprellung ließ nur individuelles Training zu. Der Nationalspieler ist einer "der Fixposten in der Mannschaft", wie Stöger die Korsettstangen seiner Truppe bezeichnet.

Zumal der Linksverteidiger wie schon in Wolfsburg wieder im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden könnte. Denn dort fehlt den Kölnern am Sonntag mit dem nach fünf Gelben Karten gesperrten Matthias Lehmann bereits ein solcher Fixposten. Hector wäre also geeignet, zusammen mit Yannick Gerhardt oder Kevin Vogt das Zentrum zu stabilisieren.

Möglicherweise plant der FC-Trainer aber auch völlig anders. Warum? "Weil wir unser Spiel immer auf den jeweiligen Gegner abstimmen. Wir schauen, wo die Stärken und wo die Schwächen des Gegners sind", erklärte Stöger am Donnerstag. Manchmal sehe man etwas mehr von dieser Idee, weil es von den Spielern vielleicht besser umgesetzt werde. Wie am letzten Sonntag in Wolfsburg, wo der Gegner früh attackiert und erfolgreich zu Fehlern gezwungen wurde.

In anderen Spielen gelinge es dann wieder nicht so gut, das Konzept des Gegners zu durchkreuzen, weil dessen spielerische oder kämpferische Qualität sich durchsetze.

Stärken und Schwächen des HSV

Die analytische Vorbereitung aber laufe vor jedem Spiel gleich ab, indem sich das Kölner Trainerteam frage: "Wo sind die Stärken, wo sind die Schwächen des Gegners? Was können wir machen, um die Stärken zu kontrollieren, in welcher Weise können wir die Schwächen ausnutzen?"

Worin man Stärken und Schwächen des HSV entdeckt hat, blieb freilich das Geheimnis von Stöger. Immerhin geht er davon aus, dass der aus Mönchengladbach ausgeliehene Josip Drmic am Sonntag sein HSV-Debüt gibt.

Darüber hinaus sieht er den Traditionsclub in einer ähnlichen Situation wie die eigene Mannschaft: Man sei bemüht, nicht in die Abstiegszone zu geraten, und versuche, durch eine positive Serie in der Tabelle nach vorn zu kommen.

Knappe Resultate zwischen beiden Clubs

Zudem habe es seit dem Kölner Wiederaufstieg stets knappe Resultate zwischen beiden Clubs gegeben. In der Vorsaison gab es ein 0:0 in Köln und einen 2:0-Sieg für den FC in Hamburg. Diesmal gewannen die Kölner das Heimspiel nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1, wobei ein unberechtigter Strafstoß das Spiel kippte.

Dass es einen neuerlichen Erfolg gibt, glaubt und hofft man in einem, so Stöger. In jedem Fall wolle man ein ordentliches Spiel machen, "damit die Stimmung noch ein bisschen besser ist, wenn wir alle zusammen tags darauf zum Rosenmontagszug gehen". Dann ist beim 1. FC Köln wieder Feiern erlaubt.