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Neuverpflichtung Marco Höger: 1. FC Köln: Robust in Richtung Europacup

Bild Marco Höger

Bis zum Sommer trägt Marco Höger noch das königsblaue Schalker Trikot, bevor er für den 1. FC Köln in Rot und Weiß aufläuft.

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Köln -

Die Arbeitstaschen geschultert machten sich Jörg Schmadtke und Jörg Jakobs am Montagnachmittag vom Geißbockheim aus auf den Weg zum nächsten Termin. Die jüngste Spielerverpflichtung war da schon für sie Geschichte. Wenige Stunden zuvor hatten sie ihren jüngsten Coup publik gemacht: Marco Höger wechselt im Sommer von Schalke 04 zum 1. FC Köln.

Da der Vertrag des Defensivspielers ausläuft, fällt keine Ablösesumme an. Bei den Kölnern unterschrieb der 26-Jährige einen Kontrakt mit fünfjähriger Laufzeit. Der gebürtige Kölner, der beim TuS Höhenhaus zusammen mit seinem künftigen Kollegen Marcel Risse das Fußballspielen lernte, bringt neben Bundesliga- auch Europapokalerfahrung aus 30 Einsätzen mit.

"Auf der internationalen Bühne hat er ebenso überzeugt wie in der Bundesliga. Er ist ein robuster, laufstarker Spieler mit Zweikampfhärte", lobte ihn Schmadtke, und FC-Trainer Peter Stöger fügte hinzu: "Er bringt Routine und Abgebrühtheit mit. Das kann unserer jungen Mannschaft helfen und Stabilität in deren Innenleben bringen."

Höger spielt nicht für Schalke gegen Köln

Stabilität benötigt derzeit sein vorderes Kreuzband im linken Knie, das er sich im letzten September anriss. Marco Höger hofft zwar, bald wieder spielen zu können, doch für einen Einsatz nächste Woche beim Schalker Gastspiel in Köln reicht es nicht. Aus diesem Grund einigten sich die Vereine, den Transfer jetzt öffentlich zu machen.

Bereits vor fünf Jahren wäre der Wechsel zum 1. FC Köln möglich gewesen, scheiterte nach Angaben Högers aber am damaligen FC-Sportchef Volker Finke. "Ich spielte bei Alemannia Aachen, und die Kölner fragten wegen mir an. Aber Volker Finke wurde nicht konkret, es dauerte zu lang. Da ist Schalke zuvorgekommen."

Umso glücklicher ist der Defensivspieler, jetzt zu seinem Herzensclub zu kommen. "Jeder Junge hat den Traum, irgendwann für den Verein seiner Stadt in der Bundesliga zu spielen. Das wird jetzt für mich wahr. Nach einer intensiven Zeit auf Schalke freue ich mich wahnsinnig auf den FC und dessen Fans", ließ Höger über den 1. FC Köln mitteilen.

Für Stöger ist wichtig, dass der zweite Neuzugang mit Champions-League-Erfahrung nach Filip Mladenovic vielseitig einsetzbar ist. "Er kann alles im zentralen und rechten defensiven Bereich spielen. Für das, was wir in der nächsten Saison weiterentwickeln wollen, passt er genau in unsere Überlegungen."

Als einer der Sechser eingeplant

Viel spricht dafür, dass Höger vor allem als einer der beiden Sechser im Zentrum eingeplant ist. Offen bleibt, ob er an der Seite von Matthias Lehmann oder Jonas Hector zum Einsatz kommt. Zwar soll Hectors Zukunft beim FC auf der jetzt schon von ihm eingenommenen Position liegen, doch droht sein vorzeitiger Wechsel, wenn englische Clubs ihr Interesse am Nationalspieler verstärken.

In den ausführlichen Gesprächen, die Kölns sportliche Leitung und die Trainer mit Marco Höger in den vergangenen Monaten mehrmals führten, habe der 26-Jährige wiederholt betont, dass er zum weiteren Aufbau einer FC-Mannschaft beitragen wolle, die mittelfristig auf europäischer Bühne spiele.

"Das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man bei Schalke unter Vertrag steht und bereits in der Champions League gespielt hat", erzählte Peter Stöger. Diese Einstellung stärke ihn und die anderen FC-Verantwortlichen in ihrem Gefühl, dass man dem 1. FC Köln eine positive Entwicklung zutraue. "Wir hoffen, dass es in der Umsetzung so funktioniert, wie wir uns das vorstellen."