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Niederlage gegen Mönchengladbach: 1. FC Köln auf der Suche nach Erklärungen

Bild FC Training nach Gladbach

Köln -

Manche Dinge des Fußballs lassen sich auch mit fast drei Tagen Abstand schlecht oder gar nicht erklären. So produzierte die Vorstellung des 1. FC Köln bei der 0:1-Derby-Niederlage am vergangenen Samstag bei Borussia Mönchengladbach am Dienstag noch reichlich Schulterzucken und Fragezeichen am Geißbockheim. Da half es auch wenig, dass die Verantwortlichen am Montag den überraschenden Transfercoup mit Marco Höger zeitlich geschickt an die erste öffentliche Trainingseinheit klemmten, um die Derby-Pleite etwas aus dem Fokus zu rücken. Mehr als einen Tag Aufschub für Nachfragen brachte die Verpflichtung des Schalkers für die kommenden fünf Jahre jedenfalls nicht.

Dinge, die eigenartig waren

„Es ist manchmal nicht einfach, alles zu verstehen. In Gladbach gab es viele Dinge, die eigenartig waren. Die Ordnung war nicht da, wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, und auch läuferisch war es von Beginn an ungewöhnlich“, beschrieb Peter Stöger seine nachhaltigen Eindrücke von der Partie im Borussia-Park. Kein allzu neues Erlebnis für den Österreicher, der in einer langen Karriere als Spieler und Trainer schon vor so manchem Rätsel stand: „Ich habe viele Spiele erlebt, nach denen ich mir nicht erklären konnte, wie sie zustande gekommen sind. Ob sie nun positiv oder negativ waren.“ Erfahrungen, aus denen der FC-Coach einen gewissen Fatalismus hat reifen lassen: „Vielleicht muss man uns auch mal einfach eine nicht so gute Partie zugestehen. Passiert eben.“

Noch mehr Zeit, sich mit den Versäumnissen von Gladbach auseinanderzusetzen, haben Stöger und seine Mannschaft ohnehin nicht. Mit dem Heimspiel am Freitag gegen Hertha BSC Berlin (20.30 Uhr/Sky) beginnt für die Kölner eine richtungsweisende Woche mit drei Spielen in acht Tagen. „Drei schöne Kracher, bei denen wir es besser machen können“, sagte der FC-Coach.

Höchste Intensität im Trainingsspiel

Anschauungsunterricht, wie es gegen Berlin, in Ingolstadt und gegen Schalke wieder erfolgreicher laufen kann, gab es beim Trainingsspiel am Dienstag. Mit höchster Intensität kämpfen die FC-Profis verbissen um jeden Ball. Neben den harten, teils grenzwertigen Zweikämpfen gab es einen wunderbaren Dropkick-Treffer von Yannick Gerhardt und Tore von Leonardo Bittencourt, Philipp Hosiner und Yuya Osako zu bewundern. Auf die Frage, ob er sich diese Intensität nicht auch in Gladbach gewünscht hätte, antwortete Peter Stöger: „Wir brauchen sie immer. Das ist das, was uns auszeichnet.“

Schließlich fühlte sich der 49-Jährige durch diese Frage genötigt zu erklären, woran das 0:1 in Gladbach nicht gelegen hat: „Wir sind uns sicher, dass es keine Form von Überheblichkeit war. Auch die Möglichkeit, mit einem Sieg im Konzert der ganz Großen mitspielen zu können, hat keine Rolle gespielt.“ Und welche Lehren zieht ein Club nun aus einem negativen Ergebnis, das nicht zu erklären ist? „Wir müssen von der ersten Minute an mit dem Kopf voll da sein“, hatte FC-Flügelspieler Marcel Risse die simple und passende Antwort parat.

Die Englische Woche mit zwei Heimspielen und der Hürde Ingolstadt wird zeigen, wohin der Weg des seit Wochen auf Rang neun festhängenden FC noch führen kann. Laut Peter Stöger ist wie immer alles möglich: „Entweder die Leute sagen, die bewegen sich nicht vom Fleck. Oder wir nehmen so viel mit, dass wir oben dran bleiben. Oder wir müssen den Abstiegskampf ausrufen.“ Zumindest die Derby-Niederlage wird nach diesen dreimal 90 Minuten mit viel Arbeit wohl keine Fragen mehr aufwerfen.


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