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Spiel am Freitag in Köln: FC zeigt großen Respekt vor Hertha BSC

FC-Trainer Stöger im Puli

Kölns Trainer Peter Stöger

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dpa

Köln -

In neun Monaten kann einiges passieren. Als der 1. FC Köln im Mai 2015 seine Aufstiegssaison in der Fußball-Bundesliga auf einem mehr als respektablem Rang zwölf beendete, gab es auch in der Hauptstadt lauten Jubel. Nach einer komplizierten Spielzeit war Hertha BSC Berlin dem Relegationsplatz gerade so von der Schippe gesprungen – punktgleich mit dem Hamburger SV und nur aufgrund des besseren Torverhältnisses. Wenn die Hertha nun am Freitag (20.30 Uhr/Sky) am 23. Spieltag der Saison 2015/16 zu Gast im Kölner Rheinenergiestadion ist, haben sich die Verhältnisse etwas umgekehrt.

„Die tolle Saison und die außerordentlich gute Platzierung der Hertha ringt uns großen Respekt ab“, zieht FC-Trainer Peter Stöger seinen Hut vor dem kommenden Gegner. Sein Kollege Pal Dardai hat die Berliner von Rang 15 bis auf Platz drei geführt, der am Saisonende direkt in die Champions League führt. „Sie haben eine Plan, eine gute Ordnung und spielen aggressiv. Bei der Hertha ist jeder bereit für den Erfolg hart zu arbeiten“, lobt Stöger das Überraschungsteam.

Der Österreicher steht mit seinem Team aktuell auf Rang neun, was auch aufgrund der gezeigten Leistungen eine positive Entwicklung darstellt. „Berlin hat sich noch besser entwickelt als wir. Was sie mehr haben als wir, ist Effizienz und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor“, antworte der FC-Coach auf die Frage, warum die Hertha sieben Punkte vor den Geißböcken rangiert und jetzt bereits einen Zähler mehr hat, als am Ende der vergangenen Saison. „Es gibt nicht viel Unterschied. Was es sein könnte, ist, dass sie uns einen Schritt voraus sind an Erfahrung und Abgebrühtheit“, ergänzte Stöger.

Zwei Torgaranten im Gepäck

Effizienz vor dem Tor und Erfahrung vereinen bei Berlin vor allem die beiden Torgaranten. 17 der bisherigen 30 Hertha-Treffer gehen auf das Konto von Vedad Ibisevic (6) und Salomon Kalou (11). „Zwei ausgefuchste Stürmer, die Situationen schnell erkennen und konsequent ausnutzen“, beschreibt Stöger die beiden Stürmer aus eigener Erfahrung. Beim 0:2 im Hinspiel schenkte der 31 Jahre alte Ibisevic den Kölnern einen Doppelpack ein.

Gut möglich, dass der FC-Trainer der doppelten Gefahr mit einer Stärkung des eigenen Abwehrzentrums entgegenwirkt und wieder eine Dreierkette auflaufen lässt. Eine Option, für die er personell aus dem Vollen schöpfen kann. Im Gegensatz zum 0:1 in Gladbach gehören der zuletzt gelbgesperrte Marcel Risse und der erkrankte Mergim Mavraj wieder zum Kader. Beide stehen vor einer Rückkehr in die Startelf. „Marcel tut uns gut, sowohl fußballerisch als auch als Mitglied der Gruppe“, sagt Stöger über seinen rechten Flügelflitzer. Der Gelobte ist derweil von den Möglichkeiten seines FC voll überzeugt: „Wir wissen, dass auch Hertha durchaus schlagbar ist. Wir werden ihnen keinen Meter schenken“, kündigt Risse an.

Neben dem Ausfall von Berlins Abwehrchef Sebsastian Langkamp könnte es den Kölnern entgegenkommen, dass Pal Dardai zum ersten Mal in dieser Saison auf seinen Spielgestalter Vladimir Darida verzichten muss. Der laufstärkste Spieler der Bundesliga fehlt am Freitag gelbgesperrt. „Wenn Spieler ausfallen, kommen andere. Das ändert nichts an ihrer Grundformation“, sieht Peter Stöger im Ausfall des Tschechen keinen Vorteil. Mit Jens Hegeler, Alexander Baumjohann und Valentin Stocker stehen Dardai jedenfalls drei namhafte Alternativen zur Verfügung. Sie sollen auch dabei helfen, die Sieglosserie der Hertha im Jahr 2016 zu beenden. Vier Remis und eine Niederlage stehen für den Hauptstadtclub bislang zu Buche. „Diese Geschichte wollen wir nicht lange mitschleppen“, kündigt Pal Dardai mit Blick auf Freitag den ersten Sieg an.

Die Kölner werden dies natürlich mit aller Macht verhindern wollen, um sich mit einem eigenen Sieg zum Auftakt der Englischen Woche selbst wieder in Position für die Europapokalplätze zu bringen. „Ich mag es alle drei Tage zu spielen. Es ist eine schöne Situation, sich auf diese Aufgabe vorzubereiten“, freut sich Stöger auf die anschließenden Partien in Ingolstadt und gegen Schalke. Wer weiß, vielleicht hat sich der Entwicklung von FC und Hertha bis dahin auch wieder etwas mehr angenähert.