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Trainer des 1. FC Text: Peter Stöger spricht Klartext

Kölns Trainer Peter Stöger

Kölns Trainer Peter Stöger

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dpa

Köln -

Drei Gegentreffer in einem Heimspiel wie jetzt beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart, das hatte es in der Amtszeit von Peter Stöger noch nicht gegeben. Bei ihm war zumindest auf eines stets Verlass gewesen: die solide Defensivarbeit. Warum diesmal so gepatzt wurde, war ein Thema der Analyse des Rückrundenfehlstarts am Montag.

Schuldzuweisungen an Mannschaftsteile oder gar an einzelne Spieler mochte Stöger danach freilich nicht öffentlich machen. Das entspricht nicht seinem Stil. Vielmehr nahm er die Verantwortung auf seine Kappe.

"Manchmal wird man mit seinen Überlegungen bestätigt, manchmal nicht", sagte der Trainer und erklärte, wie es zur Aufstellung der Startelf gekommen war. Im ersten Spiel nach der Weihnachtspause habe das Trainerteam darauf vertraut, was in der Vergangenheit schon funktionier habe, was zum Gegner passen könne und welcher Spieler die notwendige Spannung gezeigt habe.

Alle Spieler müssen eine Reaktion zeigen

"Es sind Eindrücke und Gefühle, die uns leiten. Da haben wir offenbar falsch gelegen - ohne die Sicherheit zu haben, dass es mit anderen Spielern besser gegangen wäre", meinte Stöger. Gleichzeitig warnte er davor zu glauben, dass jene Spieler, die kurz oder gar nicht zum Einsatz kamen, nun als Gewinner anzusehen seien. "Das wäre der völlig falsche Ansatz."

Vielmehr gehe es darum, dass alle Spieler eine Reaktion zeigen müssten. Jeder müsse sich für das Spiel in Wolfsburg aufdrängen, vor allem jene, die gegen Stuttgart nicht von Beginn an zum Zug kamen. Denn die sollten sich fragen: Was habe ich falsch gemacht, dass ich in einer Mannschaft, die nicht funktioniert hat, nicht einmal dabei war?

Kein Thema sei bei der Spielanalyse am Montag hingegen die bei Standardsituationen angewandte Raumdeckung gewesen. Es gebe keine Überlegung einer Änderung seitens des Trainerteams.

Stöger rüffelt Dominique Heintz

Und von Mannschaftsseite sei keine Wortmeldung bezüglich einer Umstellung von Raum- auf Manndeckung vorgebracht worden. "Wenn einem etwas nicht gefällt, dann muss er kommen. Ich habe aber bei uns an der Tür noch niemanden klopfen gehört. Es wäre nett, wenn sie kommen würden, bevor sie etwas zum Besten geben."

Damit rüffelte der Trainer Dominique Heintz. Der hatte nach der Niederlage gegen den VfB gemeint, dass die Raumdeckung angesichts von acht Kopfballgegentoren womöglich ein Problem darstelle. Vielleicht sei eine Manndeckung besser. Sinnvoll sei es, intern darüber zu reden.

Letzteres sieht sein Trainer ebenso. Man werde das Thema nicht weiter öffentlich, sondern intern behandeln. Damit sei die Akte zunächst geschlossen. Sie werde dann wieder aufgemacht, "wenn wir etwas verändern sollten. Dann machen wir es öffentlich".

Für Heintz ergab sich gestern noch nicht die Möglichkeit, das Abwehrverhalten intern anzusprechen. Den jungen Innenverteidiger setzte ein Virus außer Gefecht. Außer ihm fehlten die angeschlagenen Leonardo Bittencourt (Wadenprellung), Marcel Risse (Knieprellung) und Kevin Vogt (Rippenblockade) sowie Jonas Hector, der einen Termin bei der Nationalmannschaft wahrnahm.