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Kölnische Rundschau | Besondere Leistung im Derby: Kölner Haie schießen sich in Düsseldorf aus der Krise
15. January 2016
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Besondere Leistung im Derby: Kölner Haie schießen sich in Düsseldorf aus der Krise

Der Kölner Andreas Falk im Zweikampf mit Eduard Lewandowski.

Der Kölner Andreas Falk im Zweikampf mit Eduard Lewandowski.

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imago/Eibner

Düsseldorf -

Besondere Momente brauchen besondere Leistungen. Wenn die Kölner Haie in der Deutschen Eishockey Liga zur „Mutter aller Derbys“ gegen die Düsseldorfer EG antreten, ist das an sich schon besonders genug. Wenn es aber wie am Freitagabend vor 13.205 Zuschauern im ausverkauften ISS Dome auch noch um die Zukunft des Haie-Trainers geht, erhält das Besondere gar eine spezielle Note. Eine Note, die den Kölnern in der 210. Derby-Auflage offensichtlich den nötigen Kick gab. Mit einer besonderen Leistung und einem 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) bei der DEG bestanden die Haie und ihr Coach Niklas Sundblad den ersten Teil des Ultimatums der KEC-Geschäftsführung. Teil zwei steht am Sonntag gegen die Krefeld Pinguine an (16.30 Uhr, Lanxess-Arena) an – übrigens auch ein rheinisches Derby.

Es gibt tatsächlich für Kölner und Düsseldorfer keine bessere Gelegenheit, als im direkten Duell dem großen rheinischen Rivalen zu zeigen, wer der Bessere ist. Die DEG hatte die ersten beiden Duelle in dieser Saison auch genutzt, um sich im DEL-Ranking in eine gute Position zu bringen. Vor allem das 6:3 in Köln löste die Bremse bei den Düsseldorfern, die danach in 13 Spielen zwölf Mal gewannen und inzwischen auf Rang drei zu den Topteams der Liga zählen. Da wollten eigentlich auch die Haie stehen, doch nach konstant wankelmütigen Auftritten stürzten sie nach zwei Niederlagen am vergangenen Wochenende sogar aus den Playoff-Rängen und bescherten Niklas Sundblad besagtes erstes Schicksalsspiel.

Glück und Gustaf Wesslau verhindern frühen Rückstand

Ein Spiel, das keine Anlaufzeit benötigte und den KEC, der ohne die verletzten Mirko Lüdemann, Dragan Umicevic und Jason Williams auflaufen musste, gleich in höchster Not sah. Knapp vier Minuten lang nahm die DEG das Kölner Tor unter Dauerbeschuss. Nur Glück und Haie-Torwart Gustaf Wesslau verhinderten einen frühen Rückstand. Was so ein schnelles 0:1 bei einem Team mit angekratztem Selbstbewusstsein anrichten kann, mussten die Kölner beim jüngsten 1:6 in Iserlohn leidvoll erfahren. Im Derby aber überstanden sie diese kritische Phase, und als Jean-Francois Boucher nach beherztem Solo den ersten Haie-Schuss abgab, waren die Gäste Im ISS-Dome angemeldet. Noch in der gleichen Minuten nutzte Sebastian Uvira einen Aufbaufehler der DEG sogar zum 1:0.

Und wie es im Sport so sein kann, gab dieser Treffer den Haien einen Teil ihres Selbstbewusstseins wieder. Frederik Eriksson (8.), Alex Weiß, Nick Latta (beide 9.), Uvira (11.) und Andreas Falk (12.) hätten alle auf 2:0 erhöhen können, scheiterten aber an Düsseldorf vorzüglichem Goalie Andreas Niederberger. Auf der anderen Seite musste allerdings auch Wesslau mehrfach sein Können unter Beweis stellen und tat dies auch.

Fünfmal in Unterzahl im zweiten Drittel

Sundblad hatte sich in der Vorbereitung auf das Derby neben intensivem Theorieunterricht für vier neu zusammengestellte Sturmreihen entschieden. Eine Maßnahme, die griff. Vor allem das Trio Jean-Francois Boucher, Marcel Ohmann und Johannes Salmonsson gab dem Kölner Spiel viel Energie. So war es auch der überragende Salmonsson, der unwiderstehlich das 2:0 von Boucher vorbereitete (28.). Neben einem nicht gegeben Tor von Andreas Falk (37.) blieb das 2:0 die einzige nennenswerte Werte Offensivaktion der Kölner. Das lag auch daran, dass sie allein im zweiten Drittel fünfmal in Unterzahl gerieten. Gustaf Wesslau aber zog die Pucks an wie ein Magnet und erarbeitete sich so bei abgefälschten Schüssen und Abprallern das Glück des Tüchtigen.

Das Momentum hatte sich endgültig auf Haie-Seite geschlagen, als die DEG Ende des zweiten Drittels und zu Beginn des Schlussabschnitts gleich zweimal eine doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen ließ. Es gab einfach kein Vorbeikommen am schwedischen Hexer im KEC-Tor. So feierte Wesslau nach dem Empty-Net-Goal von Philip Gogulla zum 3:0 (60.) ausgerechnet in diesem so wichtigen Derby seinen zweiten Shut-out in dieser Saison. Eine besondere Leistung in einem besonderen Moment.

Köln: Wesslau; Eriksson, Lalonde; Sulzer, Müller; Ankert, Zerressen; Weiß, Hager, Gogulla; Latta, Falk, Jones; Ohmann, Boucher, Salmonsson; Uvira, Stephens, Aslund. – SR.: Piechaczek/Bauer. – Zuschauer: 13.205. – Tore: 0:1 Uvira (4:46/Ankert), 0:2 Boucher (27:28/Salmonsson, Ohmann), 0:3 Gogulla (59:45/ENG). – Strafminuten: Düsseldorf 20 plus 10 Disziplinar Collins; Köln 24.


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