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Kölnische Rundschau | Nach der Niederlage gegen ERC Ingolstadt: Playoff-Qualifikation der Kölner Haie in Gefahr
08. January 2016
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Nach der Niederlage gegen ERC Ingolstadt: Playoff-Qualifikation der Kölner Haie in Gefahr

Per Aslund von den Kölner Haien. (Foto: Bopp)

Per Aslund von den Kölner Haien. (Foto: Bopp)

Köln -

Nach der 3:4 (1:1, 1:2, 1:1)-Heimniederlage gegen Angstgegner ERC Ingolstadt kippt die Stimmung bei den Kölner Haien. Denn nach absolvierten zwei Dritteln der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga ist die Playoff-Qualifikation des Luxuskaders in ernsthafter Gefahr – wohlgemerkt der Qualifikation für die Pre-Playoffs. Nach der dritten Niederlage in dieser Saison gegen die Bayern rutschten die Haie vor dem Spiel am Sonntag in Iserlohn (17.45 Uhr/Servus TV) bis auf Platz zehn runter und haben nur noch ein Punkt Polster auf den ERC. Die enttäuschten Fans quittierten die Niederlage mit Pfiffen und „Wir haben die Schnauze voll“-Rufen.

Kölner hatten Probleme im Aufbauspiel

Nach drei Heimsiegen in Folge entschied sich Haie-Coach Niklas Sundblad zunächst für die dabei dreimal erfolgreiche Taktik. Erst einmal sicher stehen und ohne Gegentor bleiben hieß die Devise. Weil auch Ingolstadt eher defensiv ausgerichtet war und auf Konter lauerte, entwickelte sich die Geschichte dieses tabellarisch so wichtigen Duells ziemlich zäh. Auch, weil die Kölner weiter offensichtliche Probleme mit ihrem Aufbauspiel haben. Immer wieder leisteten sich die KEC-Profis ungenaue Zuspiele und liefen Wege, die ein Zusammenspiel erschwerten.

Erst eine Strafe gegen Ingolstadts John Laliberte brachte (14.) Bewegung in das langweilige Gestocher. Ryan Jones fälschte einen Schuss von Haie-Verteidiger Shawn Lalonde ab und Philip Gogulla verwertete den Abpraller von ERC-Goalie Timo Pielmeier formschön zum 1:0 (14.). Nachdem die Schiedsrichter nach eingehenden Videostudium auch kein Torraumabseits von Patrick Hager erkennen konnten, war Gogullas 15. Saisontreffer und die Kölner Führung perfekt. Das Tor produzierte Kölner Selbstbewusstsein und ein paar schöne Kombinationen. Mit beiden war es schnell vorbei, weil Brian Salcido das 1:1 markierte (19.) und Alex Barta sogar die Gästeführung erzielen musste. Der Pfosten rettete für Haie-Keeper Gustaf Wesslau (20.).

Ingolstädter spielten strukturierter

So setzte sich der Wurm im Kölner Auftritt weiter fest. Nach dem 1:2 von Tomas Kubalik (24.) mussten sich die Haie-Fans noch mehr Sorgen um ihre unsortierten Lieblinge machen. Auch als Kapitän Moritz Müller in die ersten Pfiffe hinein mit einem Gewaltschuss in Überzahl den Ausgleich markierte (35.), half das wenig. Denn jeder Gegner weiß inzwischen, dass die Kölner nach einem eigenen Tor gerne selbst eines kassieren. 42 Sekunden dauerte es nach dem 2:2, bis Alex Barta zum 3:2 für die besser strukturierten Ingolstädter traf. Weil Wesslau auf Kölner Seite mehrmals und Pielmeier zweimal gegen Charlie Stephens (38.) und Jones (39.) in höchster Not parierten, blieb es nach zwei Dritteln beim 2:3, das den Haien schmeichelte.

Dem Sundblad-Team fehlte es keineswegs an Willen, vielmehr an einem disziplinierten Konzept. Der Wille reichte zum 3:3 des Ex-Ingolstädters Patrick Hager, der in seinen Schuss reichlich Frust legte (48.). Aber die Haie gerieten danach zweimal unnötig in Unterzahl. Beim zweiten Mal brachte Thomas Greilinger die Gäste wieder und diesmal entscheidend in Front (55.). Erste „Sundblad raus“-Rufe waren zu hören. Und klar ist, dass bei den Haien jetzt etwas verändert werden muss, bevor die Stimmung ganz umkippt.

Köln: Wesslau, Eriksson, Lalonde; Müller, Sulzer; Ankert, Lüdemann; Gogulla, Hager, Jones; Aslund, Falk, Umicevic; Salmonsson, Weiß, Ohmann; Uvira, Stephens, Zerressen. –SR.: Massy/Krawinkel. – Zuschauer: 9692. – Tore: 1:0 Gogulla (13:41/Lalonde, Jones, PP1), 1:1 Salcido (18:36),1:2 Kubalik (23:31), 2:2 Müller (34:14/Sulzer, Umicevic, PP1), 2:3 A. Barta (34:56), 3:3 Hager (47:14/Gogulla, Müller), 3:4 Greilinger (54:07, PP1). – Strafminuten: Köln8; Ingolstadt 8.