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Kölnische Rundschau | 101:93 gegen Crailsheim: Erster Baskets-Heimsieg seit zwölf Wochen
24. January 2016
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101:93 gegen Crailsheim: Erster Baskets-Heimsieg seit zwölf Wochen

Aaron White (rechts) erzielte mit 25 Punkten eine Karrierebestleistung, dabei hatte er bei zwölf Würfen nur zwei Fehlschüsse.

Aaron White (rechts) erzielte mit 25 Punkten eine Karrierebestleistung, dabei hatte er bei zwölf Würfen nur zwei Fehlschüsse.

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Engst

Bonn -

Bangen, Erleichterung, Euphorie: Das waren gestern für die Fans der Telekom Baskets die emotionalen Stationen der Partie gegen die Crailsheim Merlins. Nach erneut verkrampftem Beginn steigerten sich die Bonner vor 5030 Zuschauern im Telekom Dome deutlich und sicherten sich mit 101:93 (27:28, 23:20, 26:19, 25:26) einen enorm wichtigen Erfolg – es war der erste Heimsieg seit zwölf Wochen. Seit dem Spiel gegen Würzburg am 1. November hatten die Baskets ihren Anhängern in eigener Halle nur Enttäuschungen geboten.

So war die Schlusssirene gestern wie eine Erlösung nach monatelanger Qual. Schon in den Sekunden zuvor skandierten die Zuschauer „Sieg, Sieg, Sieg . . .“. Die Punkte waren nicht nur vom emotionalen Faktor wichtig, sondern auch für das Tabellenbild: Die Bonner entledigten sich vorerst der ärgsten Sorgen um den Klassenerhalt, zumal sie in den nächsten Partien in Bremerhaven und gegen Göttingen nachlegen können.

Anspannung deutlich zu spüren

„Ich bin sehr froh über den Sieg. Die Anspannung war bei uns deutlich zu spüren“, sagte ein erleichterter Chefcoach Carsten Pohl, dem eines besonders wichtig war: „Mein Dank geht an die Fans, die viel ertragen mussten, aber immer sensationell zu uns gestanden haben.“

In der ersten Halbzeit war den Baskets die ganze Verunsicherung der Niederlagenserie noch in fast jeder Aktion anzumerken. In der Defense oft einen Schritt zu spät, fanden sie auch offensiv lange keinen Rhythmus: planlose, lange Dribblings ohne Zug zum Korb, dann unter Zeitdruck der Versuch des Abschlusses. Es war zudem sicher nicht förderlich, dass die Baskets von Anfang an hinterherliefen.

Aus einer der seltenen Bonner Führungen (17:16) machten die Gäste in Windeseile mit einem 10:0-Lauf ein 17:26. Nur mühsam arbeiteten sich die Gastgeber erst wieder heran, weil Crailsheim keine leichten Körbe zuließ und Bonn an die Freiwurflinie schickte. Yancy Gates konnte Adam Chubb defensiv nicht entscheidend stören, der Gästecenter machte zehn Punkte im ersten Viertel.

Erst als sich die Baskets im Rebound steigerten und damit Chancen zu Fastbreaks hatten, wendete sich Mitte des zweiten Viertels das Blatt. Jetzt machten die Bonner aus einem 40:43-Rückstand mit einem 10:1-Run eine 50:44-Führung. Das brachte auch sofort die Zuschauer ins Spiel, die mit stehendem Applaus reagierten und mit der schönsten Szene der Partie belohnt wurden: Im Bodenkampf eroberte Gates den Ball, den Eugene Lawrence mit hohem Pass zu Aaron White verlängerte, der per Alley-oop-Dunk verwandelte. Aber: In die beginnende Euphorie hinein verkürzte Crailsheim bis zur Pause wieder auf 50:48 – alles blieb offen.

Gates und White erzielen zusammen 48 Punkte

Details führten dazu, dass sich die Baskets nach dem Seitenwechsel lösen konnten: Gates entschärfte per Block einen Wurf von Chubb, Rotnei Clarke traf einen Fernschuss zum 59:50 (23.), Gates verwandelte im dritten Nachfassen erneut im Duell mit Chubb. Clarke sorgte für weitere Entlastung, als er nach dem 64:60 erneut per Dreier traf, Florian Koch tat es ihm nach, aber Jordan Callahan hielt sein Team ebenfalls aus der Distanz im Rennen (70:65, 28.). – Aber die Dreier der Baskets sollten im Schlussviertel den Boden bereiten fürs Happy End. Zwar kämpfte Crailsheim verbissen um den Anschluss, aber Koch und White, der am Ende mit Karrierebestmarke von 25 Punkten Topscorer vor Gates (23, 7 Rebounds, 4 Assists) war, hatten zum richtigen Zeitpunkt Fernschüsse parat (84:75, 34.). In der Folge hielten die von den Fans getragenen Bonner die Merlins auf Distanz. „Wir haben das Spiel gedreht, weil wir innen nicht mehr zu stoppen waren“, stellte Pohl die Leistung des Duos White/Gates mit seinen 48 Punkten und 13 Rebounds zu Recht heraus. Kritisch beurteilte er die Defensive: „93 Punkte sind einfach zu viel.“

Baskets: (Pkte/3er) Gates (23), McKinney, Philmore (6), Marshall (16), Lawrence (3/1), Koch (14/2), White (25/1), Clarke (13/3), Lodders (1), Blass;

Rebounds: 34 (Gates 7, Koch 7);

Assists: 22 (Lawrence 11);

Trefferquote Feld: 54 % (35/65);

Dreierquote: 47 % (7/15);

Freiwurfquote: 80 % (24/30).

Crailsheim:Cizauskas (17), Callahan (15/1), Wysocki (8/2), Calvin (7/1), Schwartz, Ely (14/3), Stainbrook (5), Chubb (20), Flomo (4), Jost (3), Monse;

Rebounds: 29 (Chubb 5, Ely 5);

Assists: 17 (Callahan 6);

Trefferquote Feld: 52 % (35/67);

Dreierquote: 35 % (7/20);

Freiwurfquote: 89 % (16/18).