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Kölnische Rundschau | Katastrophale zweite Halbzeit: Telekom Baskets verlieren 72:87 gegen Bremerhaven
31. January 2016
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Katastrophale zweite Halbzeit: Telekom Baskets verlieren 72:87 gegen Bremerhaven

Diskussionsbedarf hatten die Baskets gestern in der zweiten Halbzeit reichlich. Hier eine Szene mit Florian Koch, Yancy Gates und Eugene Lawrence (von links). Am Ende stand eine deutliche 72:87-Niederlage. (Foto: Sascha Engst)

Diskussionsbedarf hatten die Baskets gestern in der zweiten Halbzeit reichlich. Hier eine Szene mit Florian Koch, Yancy Gates und Eugene Lawrence (von links). Am Ende stand eine deutliche 72:87-Niederlage. (Foto: Sascha Engst)

Bremerhaven/Bonn -

Nur eine Woche nach dem Heimsieg über Crailsheim, der zum Startpunkt einer Aufholjagd werden sollte, folgte für die Telekom Baskets gestern Nachmittag prompt ein bitterer Rückschlag: Nach einer indiskutablen Leistung in der zweiten Halbzeit, die sie mit 25:49 verloren und in der sie eine 47:38-Pausenführung verspielten, verloren sie beim bisherigen Tabellenvorletzten Bremerhaven deutlich mit 72:87 (22.20, 25:18, 11:25, 14:24).

Während die Norddeutschen, die damit erst den zweiten Heimsieg dieser Saison feierten, wichtige Punkte im Abstiegskampf holten, treten die Bonner auf Rang 13 auf der Stelle – Träume, noch in den Kampf um die Play-offs eingreifen zu können, dürften nach der gestrigen Vorstellung wie Seifenblasen zerplatzt sein.

Völlig den Faden verloren

„Wir haben nach einer guten ersten Halbzeit völlig den Faden verloren. Bei uns sind quasi alle Dämme gebrochen. Wir haben den Ball zu wenig laufen lassen und hatten nach der Pause viele unnötige Ballverluste, die Bremerhaven sehr gut ausgenutzt hat“, analysierte Bonns Cheftrainer Carsten Pohl nach der Partie.

Dabei hatten die Baskets vor der Pause streckenweise souverän gewirkt. Angeführt von Florian Koch, der bei zwei Dreiern die ersten acht Bonner Punkte markierte, erarbeiteten sie sich von Beginn an eine knappe Führung, weil sie zunächst ihre Stärke wiederbelebten, mit der sie in der ersten Saisonphase geglänzt hatten: die Dreierschüsse. In der ersten Halbzeit trafen sie traumwandlerisch sicher mit acht Treffern bei neun Versuchen.

Gäste im Zusammenspiel überlegen

Mit dieser Feuerkraft von außen lösten sie sich im zweiten Durchgang deutlicher, als sie nach 34:34-Gleichstand (16.) in knapp drei Minuten einen 11:0-Lauf zum 45:34 (19.) hinlegten. Die Gäste waren hier auch im Zusammenspiel überlegen, sie kamen vor der Pause auf 15 Assists, Bremerhaven nur auf fünf. Dabei zeigte Center Yancy Gates mit vier Vorlagen seine Vielseitigkeit.

Aber die Überlegenheit war auf Sand gebaut. Denn im dritten Viertel drehte Bremerhaven die Partie in wenigen Minuten: Aus Bonns Elf-Punkte-Vorsprung (45:34, 19.) machten sie bis zur 26. Minute mit einem 20:8-Lauf eine eigene 54:53-Führung. Auch danach blieben sie dank höheren Einsatzes und größerer Willensstärke dominant, zogen bis zum Ende des dritten Abschnittes auf 63:58 und bis Mitte des Schlussviertels auf 78:68 (36.) davon.

Eine vehemente Gegenwehr war bei den Baskets nicht zu erkennen, Trainer Carsten Pohl verfolgte die schlimme Vorstellung mit versteinerter Miene und meist regungslos an der Seitenlinie. Ein spielentscheidender Faktor war, dass bei den Bonnern, die an der Freiwurflinie acht von 14 Chancen ausließen, offensiv nach der Pause nichts mehr zusammenlief: Sie trafen nur noch vier Dreier bei 14 Versuchen, die Point Guards Geno Lawrence und Langston Hall blieben ohne Punkt aus dem Feld und Gates konnte sich gegen die clevere Defense der Eisbären nicht mehr durchsetzen.

Offene Hilflosigkeit als letzter Eindruck

Zwar kam er nominell mit 10 Punkten und 12 Rebounds auf ein Double-Double, aber ein Jannik Freese, der sicher nicht zu den Center-Ungeheuern der BBL zählt, kaufte ihm mit 16 Punkten und 9 Rebounds den Schneid ab. Zudem erhielt Freese immer Hilfe etwa durch Tyrus Thomas, gegen diese Doppeln von Gates fanden die Baskets kein Mittel. Da auch Aaron White und Sean Marshall im zweiten Durchgang in der Offensive abtauchten und es nur noch fünf weitere Assists gab, blieb ein erschütterndes Bild offensiver Hilflosigkeit als letzter Eindruck.

Jetzt müssen die Bonner am Samstag im Karnevalsspiel gegen Göttingen unbedingt punkten, um nicht selbst akut in Abstiegsgefahr zu geraten. Schlechtes Omen dabei: Erneut geht es gegen den aktuellen Tabellenvorletzten.

Baskets: (Pkte/3er) Gates (10), Mädrich (6/2), Marshall (9/1), Philmore (6), Lawrence (2), Koch (11/2), White (12/3), Clarke (16/4), Hall;

Rebounds: 31 (Gates 12);

Assists: 20 (Lawrence 9);

Trefferquote Feld: 46 % (27/59);

Dreierquote: 52 % (12/23);

Freiwurfquote: 43 % (6/14).

Bremerhaven: Fogg (18/2), Smith (15/1), Gordon (13/1), Freese (16), Thomas (5), Austin (6), Curry, Williams (5/1), Zwiener (9/1), Bleck;

Rebounds: 35 (Freese 9);

Assists: 18 (Smith 7);

Trefferquote Feld: 53 % (33/62);

Dreierquote: 33 % (6/18);

Freiwurfquote: 71 % (15/21).