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Kölnische Rundschau | Wende im Fall Shokof: Entführung war vorgetäuscht
16. March 2011
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Wende im Fall Shokof: Entführung war vorgetäuscht

Polizei

Einsatzwagen der Polizei (Symbolbild: dpa)

Köln -

Entführt, gefesselt und unter Drogen gesetzt - es klang wie ein Krimi. Der iranische Regisseur Daryush Shokof gab an, von Unbekannten in Köln gekidnappt, bedroht und von den Tätern in den Rhein geworfen worden zu sein. Der Fall des zeitweise verschwundenen iranischen Regimekritikers hatte im Juni 2010 bei den Sicherheitsbehörden für Aufregung gesorgt. Es wurde sogar geprüft, ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe den Fall übernimmt.

Doch nun stellte sich heraus: Der 55-Jährige hat sich die Story mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgedacht. „Die These von der Entführung ist durch nichts zu belegen“, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Wolf, der Leiter der Abteilung für die Bearbeitung von politischen Straftaten bei der Kölner Staatsanwaltschaft. Es habe intensive Ermittlungen gegeben, doch es lägen „keine Anhaltspunkte“ vor, dass eine Entführung stattgefunden habe. Drogenspuren wurden nicht im Körper des 55-Jährigen entdeckt. Der Regisseur hatte gesagt, die Kidnapper hätten ihn unter Drogen gesetzt, daher könne er sich nicht erinnern, wo er sich zwei Wochen aufgehalten hatte. Staatsanwalt Wolf: „Es gab umfangreiche rechtsmedizinische Untersuchungen, und die waren vollkommen ergebnislos.“

Auch die These, dass Shokof gefesselt in den Rhein geworfen wurde, ist vom Tisch. Es gibt laut Wolf Zeugenaussagen einer jungen Frau, die den Regisseur am Rheinufer in Porz-Langel nur mit nassen Füßen gesehen hat. „Da passt etwas nicht zusammen“, so der Ankläger. Eine Anzeige wegen Falschaussage wird es aber nicht geben. Die Akte ist geschlossen, die Ermittlungen sind eingestellt.


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