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Hämmern: Brandbrache für 30.000 Euro versteigert

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Die Brandbrache an der Bundesstraße in Hämmern: Hier stand das China-Restaurant „Dynastie“. Foto: Gies
Das Grundstück des früheren China-Restaurants in Hämmern hat einen neuen Eigentümer. Bei der Zwangsversteigerung, die am Mittwoch am Amtsgericht stattfand, erhielt Geschäftsführerin Dorothea Hermann den Zuschlag – für 30 000 Euro.  Von
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Wipperfürth

Der Schandfleck am Ortseingang von Hämmern dürfte bald verschwinden. Denn das Grundstück Hilgersbrücke 10, auf dem Reste des im April 2009 abgebrannten Chinarestaurants lagern, wechselt den Besitzer. Neuer Eigentümer ist die Hermannbau Planen-Entwickeln-Bauen GmbH (PEB) in Agathaberg. Bei der Zwangsversteigerung, die gestern am Amtsgericht stattfand, erhielt Geschäftsführerin Dorothea Hermann den Zuschlag – für 30 000 Euro. Ein Gutachter hatte den Wert des 4263 Quadratmeter großen Grundstücks auf 135 000 Euro geschätzt.

Brandbrache

Dezember 2012:

Die Hermannbau PEB ersteigert die Brandbrache für 30 000 Euro.

April 2011:

Das Amtsgericht leitet die Zwangsversteigerung des Grundstücks ein.

Dezember 2009:

Das Amtsgericht Wipperfürth verurteilt einen 32-jährigen chinesischen Staatsbürger wegen gemeinschaftlicher Brandstiftung zu 18 Monaten Haft auf Bewährung. Die Umstände der Tat bleiben unklar, das Gericht geht davon aus, dass die Haupttäter abgetaucht sind.

August 2009:

Die Stadt drängt auf Abriss und lässt einen Bauzaun aufstellen. Die Hermannbau PEB beginnt mit den Arbeiten.

8. April 2009:

Das China-Restaurant „Dynastie“ brennt völlig aus. Die Schadenshöhe: rund 400 000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

 

Die Stadt Wipperfürth und die Volksbank Wipperfürth-Lindlar hatten gemeinsam die Zwangsversteigerung betrieben. Die Stadt, weil ihr der bisherige Eigentümer Grundsteuern schuldet, die Bank, weil sie zumindest einen Teil ihres Geldes wiedersehen will. Sie hatte 2006 den Grundstückskauf finanziert und sich dafür eine Grundschuld über 250 000 Euro eintragen lassen.

Zwei Zwangsversteigerungstermine blieben ohne Ergebnis, gestern galt kein Mindestgebot. Nur die Gerichtskosten in Höhe von 6356 Euro müssen bezahlt werden. Nachdem der Rechtspfleger die Formalien erklärt hatte, beginnt um 9.21 Uhr die eigentliche Versteigerung. Kurz nach Beginn der 30-minütigen Frist kommt ein erster Interessent aus Wermelskirchen nach vorne und bietet 10 000 Euro. Der Rechtspfleger liest den Namen des Bieters und die Summe laut vor. Dann steigt Dorothea Hermann ein, sie bietet zunächst 11 000 Euro. Dann passiert einige Minuten nichts, bevor Michael Berger im Namen der Stadt 18 000 Euro bietet - der Mitbieter kontert umgehend mit 19 000 Euro. Wenige Minuten vor Ablauf der 30-Minuten-Frist wird es spannend. Hermann und der Interessent aus Wermelskirchen überbieten sich mehrfach, das Gebot klettert über 20 000, 22 000 und 23 000 Euro immer weiter in die Höhe. Schließlich sind 30 Minuten um, die PEB hat 30 000 Euro geboten. Dreimal fragt der Rechtspfleger laut „bietet jemand mehr?“, dann erhält Hermann den Zuschlag.

Sie erwirbt das Grundstück lastenfrei – ohne ein eingetragenes Wege- und Leitungsrecht. „Ein Schnäppchen“ meint ein Immobilienmakler, der die Zwangsversteigerung verfolgt hatte.

Für Norbert Grüterich, Vorsitzender des Bürgervereins Hämmern, ist das Ergebnis eine gute Nachricht. „Jetzt haben wir die Chance, dass dort etwas passiert und wir den Schandfleck wegbekommen.“

PEB-Betriebsleiter Wilfried Hermann hofft, dass Stadt und Bauamt jetzt mitspielen. „An der Bundesstraße soll eine Lärmschutzwand errichtet werden, auf dem Grundstück wollen wir Einfamilienhäuser bauen. Weil es sich um eine reine Südlage handelt, kann man dort etwas mit Solarenergie machen.“ Die PEB hatte im August 2009 die Brandruine des Chinarestaurants „Dynastie“ abgerissen, die Schuttabfuhr aber gestoppt, als niemand dafür bezahlen wollte. „Wir haben da schon viel Geld hereingesteckt“, so Hermann, „jetzt haben wir die Chance, etwas aus dem Grundstück zu machen“.

Auch die Stadt ist froh, dass sich bald etwas tun wird. „Wir haben pro forma mitgeboten, damit nach Abzug der Gerichtskosten unsere Forderung gedeckt ist und die Volksbank nicht ganz leer ausgeht“, erklärt Michael Berger.

 

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