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Jobcenter: Der Traum von der eigenen Wohnung

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Bei der Agentur für Arbeit an der Gladbacher Straße ist auch das Jobcenter untergebracht.  Foto: Gies
Seit Generationen wachsen Jugendliche heran und träumen bald von den ersten eigenen vier Wänden. Problematisch wird es aber, wenn das eigene Budget nicht für Miete und Nebenkosten ausreicht. Von
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Wipperfürth

Seit Generationen wachsen Jugendliche heran und träumen bald von den ersten eigenen vier Wänden. Problematisch wird es aber, wenn das eigene Budget nicht für Miete und Nebenkosten ausreicht. Ist auch der Verbleib bei den Eltern keine Option, scheint der Antrag auf staatliche Unterstützung in Form der sogenannten Kosten der Unterkunft (KdU) unausweichlich.

„Die Antragsteller kommen aus allen sozialen Milieus“, erklärt Oliver Zimmet, der Teamleiter des für solche Fälle zuständigen Jobcenters an der Gladbacher Straße. 140 Jugendliche und junge Erwachsene betreut das Center derzeit in Wipperfürth. Etwa 20 von ihnen, alle zwischen 18 und 25 Jahre alt, erhalten derzeit die KdU-Mittel oder haben sie beantragt. Dabei ist es bis zur Gewährung ein steiniger Weg.

Ein Rückblick: 2005 traten die „Hartz-4-Gesetze“ in Kraft. Diese sahen alle Jugendlichen ab 18 Jahre als eigenständig an, die somit – zumindest grundsätzlich – auch Anspruch auf Unterstützung bei Miete und Nebenkosten hatten. „Damit ist bundesweit viel Missbrauch getrieben worden“, sagt Oliver Zimmet.

Er erinnert sich an einen Fall, bei dem eine Wohnung auf einen 18-Jährigen gemeldet und vom Staat bezahlt und ausgestattet wurde. Die Wohnung nutzte allerdings nicht der scheinbar Bedürftige, vielmehr vermietete die Familie sie an einen Studenten, während der 18-Jährige weiter bei seinen Eltern lebte. „2006 ist der Bundesetat dann auch regelrecht explodiert“, so Zimmet.

Die Politik reagierte und beschloss im Februar 2006 die von Kritikern als „staatlich verordneten Hausarrest“ bezeichneten Änderungen. Seither benötigen alle jungen Erwachsenen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres vor dem Auszug aus der elterlichen Wohnung die Zusicherung des Jobcenters, für den Unterhalt der neuen Wohnung aufzukommen.

„Das Gesetz trifft damit keinesfalls nur Menschen, die bisher auch schon staatliche Leistungen bekommen haben. Das Spektrum reicht vom Abiturienten über den Azubi bis zum Förderschüler“, stellt Zimmet klar.

Die Zusicherung des Jobcenters erhält nur, so sieht es das Sozialgesetzbuch II vor, wer „schwerwiegende Gründe“ für den Auszug vorbringen kann. Die Messlatte liegt dabei hoch. „Häusliche Gewalt, Missbrauch oder auch fortgesetzte Eigentumsdelikte innerhalb der Familie“, nennt Oliver Zimmet Beispiele. „Die üblichen altersbedingten Auseinandersetzungen reichen jedenfalls nicht aus.“

Sechs bis acht solcher Fälle verzeichnet das hiesige Jobcenter pro Jahr, der Rest muss ohne Zusicherung und damit staatliche Hilfe auskommen. „Ein vorheriges Gespräch mit uns ist unbedingt erforderlich“, warnt Zimmet vor einem drohenden Teufelskreis. „Oft genug müssen wir junge Menschen, die bei uns mit bereits unterschriebenem Mietvertrag auftauchen, wieder abweisen. Die Eltern verweigern oft die Unterstützung, schließlich ist der Nachwuchs ja gerade erst im Streit ausgezogen. Und wenn Oma dann nicht aushilft, sieht es sehr schnell düster aus.“

Aktuell hat Zimmet vier Kunden, um die er sich große Sorgen macht. „Da stehen Überschuldung und Privatinsolvenz schon an, bevor das Leben überhaupt richtig begonnen hat.“ Trotzdem bleibt der Teamleiter optimistisch, für jeden Einzelfall eine tragbare Lösung zu finden. „Man muss frühzeitig mit uns sprechen. Je eher, desto besser.“

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