Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt
Kölnische Rundschau | 20 Prozent gestrichen: Weniger Fernbusse ab Leverkusen – Lösung für Köln gesucht
25. January 2016
http://www.rundschau-online.de/23555304
©

20 Prozent gestrichen: Weniger Fernbusse ab Leverkusen – Lösung für Köln gesucht

Ein Fernbus von "MeinFernbus.de"

Ein Fernbus von "MeinFernbus.de"

Foto:

dpa

Köln -

Der Marktführer auf dem deutschen Fernbusmarkt, MeinFernbus/Flixbus, spürt sehr deutlich die Auswirkungen der Haltestellenverlagerung von Köln nach Leverkusen. "Durch die Sperrung und Verlegung des Kölner Fernbushaltes sind unsere Fahrgastzahlen signifikant gesunken", sagt Unternehmensprecherin Marie Gloystein. Die Kölner Stadtverwaltung hat die bisherige Haupthaltestelle am Breslauer Platz gesperrt, um Verkehr aus der Innenstadt herauszubekommen. Die Verlagerung des Haltepunktes an den Flughafen Köln/Bonn hatte MeinFernbus/Flixbus nicht mitgemacht und war statt dessen nach Leverkusen ausgewichen.

Das Unternehmen sei gezwungen, in diesem Frühjahr rund 20 Prozent des Angebotes auf den Verbindungen von, nach und über Leverkusen zu streichen. MeinFernbus/Flixbus sei aber zuversichtlich, dass für das wichtige Thema in den kommenden Monaten "eine gemeinsame und praktikable Lösung" mit der Stadt Köln gefunden werde. Derzeit führe man gute Gespräche mit Politik, Verwaltung und weiteren wichtigen Entscheidern über eine alternative Fernbushaltestelle im Kölner Innenstadtbereich. Auch über einen Halt in Troisdorf führt das Unternehmen Gespräche.

Ab Bonn oder Düsseldorf geht mehr

Als Konsequenz aus dem Einbruch bei den Fahrgästen von Leverkusen aus verzeichnet MeinFernbus/Flixbus derzeit etwas mehr Fahrgäste Fahrgäste als früher, die ab Bonn oder Düsseldorf verreisen, "Wir sind mit dem Fahrgastinteresse an Tickets von und nach Bonn sehr zufrieden", sagt Gloystein. Genaue Fahrgastzahlen sind auch hier Fehlanzeige. Derzeit verkehren 13 Fernbusverbindungen von MeinFernbus/Flixbus über Bonn, täglich finden bis zu 30 An- und Abfahrten statt. Das Mehr an Kunden in Bonn führt Gloystein eindeutig auf die Situation auf dem Kölner Markt zurück.

Für den Konkurrenten Postbus hat die Verlagerung des Kölner Fernbushaltepunktes an den Flughafen zu keiner Veränderung der Kölner Fahrgastzahlen geführt. "Weder mehr noch weniger Fahrgäste" kann das Unternehmen ausmachen, sagt Post-Sprecher Alexander Edenhöfer. Am Flughafen sehe der Haltepunkt wesentlich netter als als in Bonn und sei überdacht. Es sei allerdings möglich, dass es zu einer Verlagerung der Fahrgastströme gekommen sei: Mehr Fahrgäste aus dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, weniger aus Köln. In Köln hatte der Postbus seinen Haltepunkt zuvor nicht am Breslauer Platz, sondern an der Gummersbacher Straße in Deutz. Insgesamt ist der deutsche Fernbusmarkt 2015 weiter gewachsen. Um rund 25 Prozent hat der Markt zugelegt, hat das Iges-Institut ermittelt. 326 Linien gibt es in Deutschland. 20 Millionen Passagiere sind 2015 Fernbus gefahren. 2014 waren es knapp 16 Millionen.

Angebot hat sich verfünffacht

Das Wachstum werde auch in der Anzahl der wöchentlichen Fahrten sichtbar, die seit Beginn des Jahres bundesweit um mehr als 2 000 auf rund 9 300 zunahmen. Insgesamt hat sich das Angebot gemessen an Linien und Fahrten seit der Liberalisierung des Marktes zum Januar 2013 mehr als verfünffacht, so das Iges-Institut.

Nahezu unverändert blieben 2015 die Marktanteile der größten Anbieter. Marktführer gemessen an Fahrplankilometern ist weiter das Unternehmen MeinFernbus Flixbus mit einem Marktanteil von 73 Prozent, gefolgt von dem Postbus (elf Prozent) sowie den Busmarken der Deutschen Bahn, BerlinLinienBus und IC Bus, mit zusammen sechs Prozent Marktanteil. Das aus Großbritannien stammende Busunternehmen Megabus erreicht bereits nach wenigen Monaten einen Marktanteil von drei Prozent. Zunehmend bauen die Anbieter auch das internationale Liniennetz aus.