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Autokonzern nach Rekordjahr: Daimler schaut vorsichtig aufs neue Jahr

Der Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard (l-r), Finanzvorstand Bodo Uebber, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche und der Pressesprecher Jörg Howe sitzen am 04.02.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem Podium. Im Rahmen einer Pressekonferenz legt der Autokonzern Daimler seine Bilanz für 2015 vor.

Der Nutzfahrzeugvorstand Wolfgang Bernhard (l-r), Finanzvorstand Bodo Uebber, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche und der Pressesprecher Jörg Howe sitzen am 04.02.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem Podium. Im Rahmen einer Pressekonferenz legt der Autokonzern Daimler seine Bilanz für 2015 vor.

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dpa

Stuttgart -

Der Autokonzern Daimler rechnet nach dem Rekordjahr 2015 mit einem etwas schwächeren Wachstum. „Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. Der Absatz werde erneut deutlich steigen - allerdings nicht so stark wie im Jahr 2015.

Die Diskussion um Abgaswerte nach dem VW-Skandal könnte auch für die Stuttgarter Folgen haben, wenn Abgasvorgaben verschärft werden. Nach langem Streit hatte das EU-Parlament sich am Mittwoch auf realistischere Abgastests für Dieselfahrzeuge ab 2017 geeinigt. Die Autokonzerne stehen nach der Debatte unter Beobachtung: Nachdem bereits das Kraftfahrtbundesamt Nachmessungen angestellt hatte, musste Daimler vergangene Woche auch französischen Behörden wegen hoher Abgaswerte bei Tests im Realbetrieb Rede und Antwort stehen.

2015 vom Erfolg verwöhnt

Im vergangenen Jahr waren die Stuttgarter trotz Dieselskandals bei VW und der Schwäche des chinesischen Marktes vom Erfolg verwöhnt. Der Rekordabsatz von knapp zwei Millionen verkauften Autos und ein leichtes Plus im Lkw-Geschäft verhalfen zu einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente der Autokonzern 8,6 Milliarden Euro - fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr rechnet Daimler nur noch mit einem leichten Plus bei Umsatz und operativem Gewinn.

Das boomende Pkw-Geschäft, mit dem Daimler mehr als die Hälfte seiner Umsätze macht, hatte zu dem Wachstum beigetragen. Der Umsatz von Mercedes-Benz Cars legte um 14 Prozent auf knapp 84 Milliarden Euro zu. Mit einer Rendite, dem Anteil des operativen Gewinns am Umsatz, von zehn Prozent im laufenden Geschäft war die Pkw-Sparte so profitabel wie seit Jahren nicht. Selbst im schwächelnden chinesischen Markt hatte Daimler seinen Absatz um knapp ein Drittel gesteigert. Auch für dieses Jahr erwartet der Autobauer deshalb ein deutliches Absatzplus.

Im Lkw-Geschäft rechnet Daimler allerdings nur mit einem Absatz auf dem Niveau des Vorjahres. Der operative Gewinn werde ebenfalls auf Vorjahresniveau liegen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler seinen Lkw-Absatz nur um ein Prozent steigern können. In Brasilien gebe es keine Aussicht auf Besserung - im Gegenteil: Daimler rechnet sogar mit einem weiteren Rückgang. Auch in Nordamerika, wo das Lkw-Geschäft im vergangenen Jahr zweistellig zugelegt hatte, erwartet Daimler nun schrumpfende Verkäufe. (dpa)