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Kölnische Rundschau | Kostensenkung um jährlich 200 Millionen Dollar : Ford will 250 Stellen in Deutschland streichen
03. February 2016
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Kostensenkung um jährlich 200 Millionen Dollar : Ford will 250 Stellen in Deutschland streichen

Ein Logo der Automarke Ford

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dpa

Köln -

Ford will in Europa mehrere hundert Stellen streichen. Das ist Teil eines am Mittwoch vorgestellten Plans, mit dem Ford den Umbauprozess in Europa beschleunigen will. Durch den Stellenabbau sollten pro Jahr 200 Millionen Dollar eingespart werden, teilte Ford mit. Angesichts dieses Volumens geht Ford-Betriebsratschef Martin Hennig davon aus, dass in Deutschland bis zu etwa 250 Stellen wegfallen. Abgebaut werden sollen sie in der Verwaltung. „Es gibt keinen Kahlschlag in der Fertigung  wie in früheren Jahren“, betonte Hennig. Auch in der Produktentwicklung und in der Datenverarbeitung sollen keine Stellen wegfallen.

Hennig hatte wiederholt auf Einsparmöglichkeiten in der Verwaltung hingewiesen. Dass in der Administration die Kosten bei Ford höher sind als bei Wettbewerbern hat auch eine Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger zu Tage gefördert.  „Das Programm kann Ford helfen, sich besser zu positionieren“, sagte Hennig. Wie auch das Management betonte er die Freiwilligkeit des Programms. Demnach wird kein Mitarbeiter zum Ausscheiden gezwungen, aber auch nicht jeder Mitarbeiter, der das möchte, kann vorzeitig gehen. Wie Ford den Mitarbeitern das Ausscheiden schmackhaft machen will, sagte das Unternehmen nicht. Gegenleistungen hingen etwa vom Alter und der Betriebszugehörigkeit ab.

Ford setzt auf neue Modelle

Bei der Produktpalette setzt Ford auf neue Modelle und Ableger von Modellen in Segmenten, die wachsen und die das Unternehmen für besonders profitabel hält. Das sind etwa Geländewagen. Weniger profitable Modelle sollen mit der Zeit aus dem Angebot verschwinden, so Ford, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ausgebaut werden sollen die gut ausgestattete Spitzenlinie Vignale, die bislang nur beim Mondeo angeboten wird, das Angebot an E-Autos und Hybrid-Fahrzeugen und das Angebot an neuen Mobilitätsdienstleistungen.

Im laufenden Jahr will Ford die operative Gewinnmarge in Europa steigern. Nach Jahren mit tiefroten Zahlen hatte das Unternehmen hier im vergangenen - auch  dank einer neuen Art der Bilanzierung von Pensionsrückstellungen - einen Vorsteuergewinn von 259 Millionen Dollar erzielt. „Das ist ein guter erster Schritt“, sagte Ford-Europa-Chef Jim Farley. Bei einem Umsatz von 28,2 Milliarden Dollar entspricht dies einer Marge von 0,9 Prozent. Langfristig strebt Ford in Europa nach eigenen Angaben eine operative Marge von  sechs bis acht Prozent an.