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Ungemach am Aktienmarkt: Dax rauscht Richtung 9000 Punkte

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

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Fredrik von Erichsen/DPA

Frankfurt/Main -

Die anhaltend schlechte Anlegerstimmung reißt den deutschen Aktienmarkt weiter in die Tiefe. Bis zum Montagmittag verlor der Dax 2,87 Prozent auf 9019,54 Punkte. So trübe sah es zuletzt im Oktober 2014 aus.
Der steigende Euro und die zuletzt wieder fallenden Ölpreise ließen die Investoren am Montag aus Aktien flüchten, nachdem schon in der Vorwoche Konjunktursorgen und durchwachsene Geschäftsberichte den deutschen Aktienmarkt nach unten gezogen hatten. Börsianer sprachen von einem weiter bestehenden Abwärtstrend. Das alte Jahr hatte der Dax noch bei gut 10 700 Punkten beendet.

Noch kräftiger verloren die übrigen deutschen Indizes am Montag: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel am Montag um 3,19 Prozent auf 18 088,76 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte nach einem Einknicken der US-Technologiewerte um 4,02 Prozent auf 1528,66 Zähler ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand zuletzt 2,17 tiefer bei 2816,84 Zählern.

Der Dax habe inzwischen wichtige Marken gerissen, und damit seien weitere Verkaufssignale ausgelöst worden, sagte ein Händler. Jochen Stanzl von CMC Markets hält nun sogar einen Rückgang bis 8300 Punkte in den kommenden Wochen für möglich. „Ein 1000-Punkte-Rutsch ist technisch betrachtet nicht unmöglich“, schrieb er.

Banken mit die grlößten Verlierer

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren am Montag Mangelware. Unter die Räder kamen Papiere des Sportartikelherstellers Adidas mit 3 Prozent Verlust. Börsianer verwiesen auf einen Kommentar der US-Bank JPMorgan, die nach der jüngsten Kursrally zu Gewinnmitnahmen geraten hatte.

Zu den größeren Verlierern gehörten wegen der anhaltenden Konjunktursorgen auch die Banken. Die Aktien der Deutschen Bank verloren rund 4 Prozent. Commerzbank-Papiere rutschten um mehr als 5 Prozent ab. Im Leitindex konnten einzig die Papiere der Munich Re leichte Gewinne verbuchen. Sie profitierten von einer positiven Studie der Credit Suisse.
Dem jüngsten Einbruch der Technologiewerte an der Wall Street folgten hierzulande heftige Verluste in einigen Einzelwerten. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon führten am Dax-Ende ihre mehrtägige Verlustserie mit mehr als 5 Prozent Minus weiter.(dpa)