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Altersvorsorge: Zehn kaum bekannte Vorteile der Riester-Rente

Bei Riester-Verträgen sind die Deutschen zurückhaltender geworden. Dank der Zulagen kann Riestern dennoch wertvoll sein, wenn der Vertrag richtig gehandhabt wird.

Bei Riester-Verträgen sind die Deutschen zurückhaltender geworden. Dank der Zulagen kann Riestern dennoch wertvoll sein, wenn der Vertrag richtig gehandhabt wird.

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imago stock&people

Nicht nur Familien profitieren von Riester-Verträgen. Auch für andere Verbraucher kann es sinnvoll, mit Riester vorzusorgen. Wer bekommt staatliche Zulagen, welche Varianten kommen infrage? Zehn wenig bekannte Riester-Vorteile, die man kennen sollte.

1. Riestern geht auch für den Partner

Auch Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner ohne eigenes Einkommen können riestern. Ist in der Ehe ein Partner förderberechtigt und zahlt in einen Riester-Vertrag ein, kann auch der andere Partner die staatliche Förderung für die Altersvorsorge bekommen. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin. Beim sogenannten Huckepack-Riestern erhalten Ehepartner die Zuschüsse, selbst wenn sie nicht selbst in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Für einen Beitrag von mindestens 60 Euro erhält er oder sie dann die jährliche Grundzulage von 154 Euro.

Falls durch eine Scheidung das „Huckepack-Verhältnis“ zerbricht, kann der nun möglicherweise nicht mehr förderberechtigte Partner den Riester-Vertrag ruhen lassen. Hat er wieder ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen, kann er mit eigenen Mitteln weiter riestern. Das ist in der Regel günstiger als die Kündigung des Vertrags. Denn in diesem Fall müssten die Zulagen an den Staat zurückgezahlt werden.

2. Zulagen für Minijobber möglich

Auch Minijobber können Zulagen zur Riester-Rente erhalten. Denn alle Minijobs, die seit 1. Januar 2013 aufgenommen wurden, sind in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Sie erhöhen daher die Rentenansprüche und ermöglichen die Teilnahme an der Riester-Förderung. Wurde der Minijob bereits vor dem 1. Januar 2013 ausgeübt, besteht Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rente. Der Gesetzgeber sieht vor, dass Unternehmen bei Minijobbern einen Pauschalbeitrag von 15 Prozent des Lohns in die Rentenversicherung einzahlen.

Zur Aufstockung auf den allgemeinen Beitragssatz von 18,9 Prozent zahlen Minijobber also lediglich die Differenz von 3,9 Prozent ein. Bei einem Maximalverdienst von 450 Euro wären das rund 17 Euro. Damit schmilzt zwar das Gehalt, dafür erhalten Minijobber aber die Riesterförderung. Zudem werden Beitrags- und Wartezeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet.

3. Wohn-Riester kann mit umziehen

Grundsätzlich erlischt die Wohn-Riester-Förderung, sobald der Eigentümer aus der Immobilie auszieht oder diese verkauft. Im Amtsjargon ist dann von einer „schädlichen Verwendung“ die Rede, und die staatliche Förderung entfällt. Das ist aber nicht alles: Bisher erhaltene Fördergelder müssen mit einem Mal versteuert werden. Verhindern lässt sich das, wenn man eine neue, förderfähige Immobilie erwirbt oder einen Riester-Rentenvertrag eröffnet und regelmäßig einzahlt.

Lebt man aber aufgrund eines Jobwechsels zeitweise an einem anderen Ort, darf man die Zulagen behalten und kassiert sogar für das Umzugsjahr noch Zuschüsse. Das gilt auch dann, wenn die Immobilie neu vermietet wird. In den folgenden Jahren ruhen jedoch die Fördergelder. Bei kurzen Unterbrechungen von weniger als einem Jahr sind die Zulagen indes nicht in Gefahr. Die Bank oder Versicherung sollte aber Bescheid wissen.

Kehrt man seinem Heim für längere Zeit den Rücken, muss man das der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) melden. Wird die ZfA nicht unterrichtet und erfährt dennoch vom Auszug, kann sie die Förderung einstellen und Strafsteuern erheben. Sparer sollten darum glaubhaft erklären, dass der Umzug aus beruflichen Gründen erfolgt und ein erneuter Einzug in die Immobilie zum späteren Zeitpunkt geplant ist. Als Belege dienen der Arbeitsvertrag und am besten ein befristeter Mietvertrag. Spätestens mit 67 Jahren müssen Eigentümer wieder in ihre angestammte Immobilie ziehen, sonst berechnet der Fiskus Steuern auf den Förderbetrag.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Vorteile junge Eltern durch Riester haben - und welche Variante viel Rendite bringt.

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