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Handgemachte Krippen Heinrich Schmitz stellt zum letzten Mal in Bröl aus

Mit viel Liebe zum Detail sind die Krippen gestaltet, die noch bis Anfang Februar in Much-Bröl zu sehen sind.

Mit viel Liebe zum Detail sind die Krippen gestaltet, die noch bis Anfang Februar in Much-Bröl zu sehen sind.

Much – Die erste Krippe hat Heinrich Schmitz für seine Mutter gebaut. „Damals lebte ich noch zu Hause. Da habe ich mir die Einzelteile mit zur Nachtschicht in Köln genommen.“ Schon der erste kleine Stall für das Jesuskind, die Krippe, Maria und Josef, war ein voller Erfolg. Verwandte wollten auch so etwas haben. Das ist rund 40 Jahre her.

Wie viele Krippen er seitdem gezimmert hat, weiß Schmitz nicht. In Much-Bröl zeigt er seit Jahrzehnten vom 1. Dezember bis Mariä Lichtmess am 2. Februar seine weihnachtlichen Werke. In diesem Winter soll es das letzte Mal sein.

„Einmal ist Schluss“, sagt der 83-Jährige. Leicht fällt ihm der Abschied aber nicht. An den wunderschönen Ställen und Krippen aus Wurzelhölzern hängen viele Erinnerungen. „Diese Stücke habe ich mit den Kindern im Wald gesammelt, mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und dann naturbelassen eingesetzt“, berichtet Schmitz und zeigt auf ein großes Exemplar, das in einer Ecke präsentiert wird. Eher bergisch sieht es rund um das Jesuskind aus. Handwerker schwingen ihre Werkzeuge, einer sägt Holz.

Die erste Krippe hat Heinrich Schmitz auf Wunsch seiner Mutter gebaut. Das Strohdach ist weg, den Bau bewahrt er liebevoll auf.

Die erste Krippe hat Heinrich Schmitz auf Wunsch seiner Mutter gebaut. Das Strohdach ist weg, den Bau bewahrt er liebevoll auf.

Die Gebäude und Landschaften hat Heinrich Schmitz stets selbst entworfen und gebaut. Drei Monate sei er je nach Größe damit beschäftigt gewesen, „nach der Arbeit“, wie er betont. Denn nach wie vor betreut der fast 84-Jährige nach eigenem Bekunden den einen oder anderen Garten in der Umgebung.

Die Figuren zu seinen Krippen hat er sich dazugekauft. „Bei der Fahrt aus dem Urlaub zurück haben wir meist einen Schlenker gemacht, und da habe ich zugeschlagen.“ Holzschnitzarbeiten aus verschiedenen Werkstätten stehen in den Krippen.

Auch die Umgebung muss stimmen

Die schönsten stehen laut Schmitz auch in der schönsten Krippe. Sie kommen aus der Werkstatt von Angela Tripi. Die Künstlerin aus Palermo modelliert die beeindruckenden Figuren aus Terrakotta in sizilianischer Tradition. Mit viel Liebe fürs Detail werden Stoffe um die zwischen zehn und 40 Zentimeter großen Figuren drapiert. „So muss das sein“, findet Schmitz. Schließlich sei das Jesuskind im Orient geboren. Da müsse dann auch die Umgebung stimmen. Entsprechend aufwendig hat er sein Lieblingsstück ausgestattet. Mit seinem handwerklichen Hobby ist Schmitz keineswegs allein. Er kennt Kollegen in Kevelaer und im Stubaital. Ideen hat er auch aus Norditalien mitgebracht. In Bamberg gehört er zum Verein der Krippenbauer. Auch mit Angela Tripi steht er in Kontakt. Die Künstlerin hat ihn eingeladen, ihr über die Schulter zu schauen. „Aber das ist mir in meinem Alter zu aufwendig“, räumt er ein.

Über die Schultern lässt sich Schmitz gern von seinen Besuchern schauen. Eine ganze Reihe Gruppen hätten sich in diesem Jahr schon angesagt, berichtet er. Ute und Reinhold Gille haben unter anderem eine handsignierte Tripi-Figur aus Troisdorf mitgebracht. „Die habe ich mit einigen anderen auf einem Flohmarkt gekauft“, berichtet die Sammlerin stolz. Statt sie ebenfalls irgendwo zu verkaufen, würde Heinrich Schmitz seine Krippen gern an einen Nachfolger weitergeben. „Aber wo soll ich den finden?“, fragt er.

Die auf rund 300 Quadratmetern aufgestellten Krippen sind im Flecken Bröl im Haus mit der Nummer 35 täglich zwischen 11 und 17 Uhr zu bewundern. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden sind möglich. Kontakt: 02295/90 85 37.