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Forscher brauchen Ihre HilfeNabu bittet um Meldungen von Nosferatu-Spinnen

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Ein Biber schwimmt im Grenzfluss Oder im Oderbruch

Schwimmender Castor: Die Naturschützer bitten Interessierte, auch den Biber, seine Spuren und seinen Lebensraum zu dokumentieren.

Die Nosferatu-Spinne ist auf dem Vormarsch. Um ihre Ausbreitung zu erforschen, bittet der NABU nun um Mithilfe.

Wie paart sich die Nosferatu-Spinne, und wie schnell breitet sie sich aus? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, sind Forscher auf Meldungen aus der Bevölkerung angewiesen.

Besonders das Paarungsverhalten der Nosferatu-Spinne gibt noch Rätsel auf: Überleben die Männchen die Kopulation oder werden sie anschließend von den Weibchen gefressen? Auch die Ausbreitung der invasiven Art, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, soll mithilfe von Sichtungen dokumentiert werden. Ihren Namen verdankt die Nosferatu-Spinne einer auffälligen Zeichnung auf dem Rücken, die an die Titelfigur des Stummfilmklassikers „Nosferatu“ erinnert.

Bürgerinnen und Bürger, die ein Exemplar der Spezies mit dem wissenschaftlichen Namen „Zoropsis spinimana“ finden, sind aufgerufen, Bild- oder Videomaterial zu erstellen. Dieses können sie anschließend im Meldeportal des NABU-Projekts „Naturgucker“ hochladen. Dabei sind die genaue Angabe des Fundorts auf einer Karte sowie das Datum und die Uhrzeit der Beobachtung wichtig.

Auch andere Arten und Naturphänomene im Fokus

Die wissenschaftliche Bedeutung beschränkt sich jedoch nicht allein auf Beobachtungen der Nosferatu-Spinne. Das Projekt „Nabu-Naturgucker“ umfasst zahlreiche weitere Meldeinitiativen. Diese widmen sich beispielsweise Arten, die vom Aussterben bedroht sind, dem pflanzlichen Wachstum im Jahresverlauf oder auch akustischen Naturereignissen. Ein Überblick:

  1. Feuersalamander
  2. Eichhörnchen
  3. Bierschnegel & Co
  4. Feldsperlinge & Co
  5. Biber & Co
  6. Hummeln & Co
  7. Brennnesseln und ihre Raupen
  8. Stadtbäume
  9. Stadtinsekten
  10. Sommerinsekten
  11. Wachstum und Entwicklungen in der Pflanzenwelt (Phänologie/Pflanzenjahr)
  12. Naturklänge (Klanglandschaften)
  13. Große Drüsenameise
  14. Zecken & Co

Teilnahme ohne Vorkenntnisse möglich

Eine Beteiligung ist ohne spezielle Vorkenntnisse möglich. Laut den Organisatoren sind sowohl Neulinge als auch versierte Naturkenner eingeladen, mitzumachen. Alle zusammengetragenen Informationen werden für die Untersuchung von Populationen und deren Lebensräumen genutzt. Dadurch ist die Forschung in der Lage, Veränderungen in der Fauna und Flora zeitnah zu identifizieren.

Insbesondere bei der Abnahme von Insektenpopulationen – wie bei Wildbienen, Heuschrecken oder Schmetterlingen – sind breit angelegte Datensätze aus der Öffentlichkeit von entscheidender Bedeutung. Wie auf der Projektseite erläutert wird, können staatliche Überwachungsprogramme die erforderliche Reichweite oft nicht gewährleisten. Jeder, der seine Beobachtungen einreicht, wird somit Teil eines deutschlandweiten Netzwerks der Bürgerwissenschaft, auch als Citizen Science bekannt.

Wer sein Fachwissen über verschiedene Arten erweitern, auffrischen oder erweitern möchte, kann die zugehörige Website der NABU-Naturgucker-Akademie nutzen. Das Angebot umfasst multimediale Online-Kurse über Tiere, Pflanzen und Pilze sowie ihre Lebensräume. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen auch digitale Vorträge angeboten. (jag/dpa)