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Bosse in der Live Music HallWir schwitzen alle im selben Boot

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Bosse gastierte in der Live Music Hall.

Bosse gastierte in der Live Music Hall.

Die Fans feierten den gebürtigen Niedersachsen und seine einfühlsamen Texte.

Die Enttäuschung war zunächst groß, als das Open-Air-Konzert von Axel „Aki“ Bosse von der Südbrücke in die Live Music Hall verlegt wurde. „Wir hatten uns auf einen schönen Abend mit guter Musik auf den Poller Wiesen gefreut“, so der 63-jährige Martin Huth aus Rösrath. Und mit dieser Meinung ist er nicht allein. Bei 33 Grad hätten viele Fans am Samstagabend nichts gegen ein Konzert unter freiem Himmel einzuwenden gehabt. Doch von der Hitze und einem unerwünschten Ortswechsel lässt sich die Menge nicht unterkriegen.

Nach einem kurzen Auftakt des Supporting-Acts Maïa, die der sympathische Sänger direkt zu Beginn eigens vorgestellt hat, stürmt Bosse mit seiner Single „So oder so“ die Bühne und bringt sofort die Masse zum Beben. Darüber, dass sein Outfit bereits nach dem zweiten Lied komplett in Schweiß getränkt ist, schmunzelt der 44-jährige Künstler. „Wir sitzen alle im selben Boot“, ergänzt er grinsend, während er in die verschwitzten Gesichter seiner Fans blickt. Nach einem erfolgreichen Tour-Auftakt von seinem Album „Übers Träumen“ im Kölner Palladium im vergangenen April schafft Bosse es auch bei seinem zweiten Konzert in Köln, die Fans zu begeistern. Unterstützt durch seine siebenköpfige Band, trägt er das Publikum mit einem Wechsel aus melancholischen und euphorischen Liedern durch den zweistündigen Abend. Ein Highlight bildet der Song „Ein Traum“, der durch die musikalische Leistung des Kölner Frauenchors „Veedelperlen“ für einen Gänsehaut-Moment sorgt.

„Bosse ist so wie nach Hause kommen. Man fühlt sich abgeholt und verstanden“, fasst die 46-jährige Katja Tatzik aus Niederkassel die Musik des Künstlers zusammen. Mit seinen Tanzeinlagen und seiner authentischen und nahbaren Art überzeugt der gebürtige Braunschweiger bei seinen Fans. „Viele Situationen, von denen er singt, kennt man selbst“, bestätigt die 55-jährige Marika aus der Eifel. Ein junger Fan konnte sich besonders glücklich schätzen. „Ich fand das mega toll“, strahlt die 7-jährige Laura aus Koblenz, die während ihres allerersten Konzertes persönlich vom Sänger adressiert wurde. „Du bist meine persönliche Klimaanlage“, scherzt der Wahl-Hamburger, nachdem sie ihm mühevoll versucht hatte frische Luft zuzufächeln.

20 Jahre sei er bereits im Business, und angefangen hat alles damals in Köln. Drei seiner Alben schrieb er in der Stadt, so der Sänger. „Ich liebe es hier“, betont er, bevor er um kurz vor 10 sein finales Lied anstimmt. „Der letzte Tanz“ könnte den Abend nicht passender abrunden. Ein letztes Mal tanzt, springt, singt die Menge an der Seite des Künstlers und nimmt dabei glücklich in Kauf, dass der Schweiß mittlerweile von allen Seiten herunter tropft. Ein gelungener Abend ganz nach dem Motto seiner Single „Augen zu Musik an“.