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Kommentar

Nachbarn versus Impi
Gespräche sind konstruktiver als ein Rechtsstreit

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2 min
Eine lange Schlange junger Menschen wartet vor einem Eck-Café.

Seit Monaten bilden sich Schlangen vor dem Impi. Nachbarn beschweren sich über Lärm, Müll und Respektlosigkeiten.

Das Impi in Ehrenfeld ist Opfer seines eigenen Erfolgs. Ein Rechtsstreit wie am Brüsseler Platz würde aber niemandem helfen.

Leider scheitern viele von ihnen an der korrekten Müllentsorgung. Und kommen obendrein im PS-starken Boliden. Denn für Acai-Bowls und Iced Matcha fährt so mancher meilenweit. Aber wer ist jetzt verantwortlich für die Beseitigung der Hinterlassenschaft und die Maßregelung der Gäste?

Und was müssen Nachbarn aushalten, die sich ihre ruhige Ecke zu Zeiten des wenig frequentierten Schülerkioskes nebenan zurückwünschen, der das Impi einst war? Wie viel Veränderung ist zumutbar? Wie viel Toleranz? Und wer gewinnt am Ende? Wer verliert? 

Das jahrelange Tauziehen um die Nachtruhe am Brüsseler Platz droht sich an anderen Orte in Köln zu wiederholen, an denen die Rechte der einen (die der Nachbarn auf Ruhe, Sauberkeit und Ordnung) mit den Rechten der anderen (der Betreiber und Gäste auf ein florierendes Geschäft) kollidieren.

Der Interessensausgleich ist kompliziert in einer Stadt, in der Menschen leben, schlafen und auch mit Geräuschentwicklung verbundene Läden führen.

Es wird nicht gehen ohne Toleranz und Verständnis auf allen Seiten. In einer Großstadt ist kein Mensch eine Insel. Es gibt keine Garantie für den Fortbestand einer ruhigen Nachbarschaft. Es gibt zwar ein einklagbares Recht darauf. Doch der Fall Brüsseler Platz zeigt, dass nach jahrelangem Gezerre die Situation für alle Seiten weiter unbefriedigend ist. Was für eine Verschwendung von Zeit, Ressourcen und Nerven.

Beim Impi ist es noch nicht zu spät, ergebnisoffen und kompromissbereit miteinander zu reden.