Der Dezernent für Stadtentwicklung war zuletzt Gast in der Ehrenfelder Bezirksvertretung. Er gab ein Update über Projekte wie die Low Line, die drei Stadtteile verbinden soll.
Ein Bezirk voll PotenzialKölns oberster Stadtentwickler war zu Gast im Stadtteilparlament Ehrenfeld

Seit Jahren klafft eine ansehnliche Lücke in der Bebauung entlang der Subbelrather Straße.
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Wenn es um die Umsetzung des geplanten, drei bis vier Kilometer langen Grünzugs „Low Line“ durch Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf geht, ist Andree Haack zuversichtlich. „Es ist kein Puzzlespiel mit 1000 Teilen, sondern mit 20 bis 25 Teilen, von denen wir viele schon haben“, versicherte der Dezernent für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales allen Skeptikern, als er kürzlich Gast einer Sitzung der Ehrenfelder Bezirksvertretung war. Von den Investoren, die im Umfeld der Low Line aktiv sind, werde man „Unterstützung einfordern“, aber schon jetzt sei zu erkennen, dass der geplante Grünzug für die dortigen Unternehmen mit einem Imagegewinn verbunden sei: „Das wird jetzt schon bei der Adressbildung eingesetzt.“
Grundsätzlich, so Haack, der ab Oktober zusätzlich für „Bauen und Planen“ zuständig sein wird, müsse man sich bei allen anstehenden Bauprojekten verstärkt „mit dem Thema Freiflächen auseinandersetzen“, auch, weil es da stets um das Problem Klimanotstand gehe. Vor allem in Ehrenfeld, das unter einem Mangel an Grünflächen leidet und wo so viele alte Industrieareale in Wohngebiete umgewandelt werden, sei das entscheidend. Dabei sei ebenso wichtig die frühzeitige, „offensive“ Einbindung der Bürger, über die Bezirksvertretungen, aber auch direkt: „In Köln haben wir eine gute Beteiligungskultur, das zeigt das Beispiel des Neuen Quartiers Bickendorf.“
Biocampus Bocklemünd ist Arbeitgeber für Life Sciences Firmen
Ein Trumpf des Stadtbezirks sei der am Stadtrand gelegene Biocampus in Bocklemünd, wo Unternehmen angesiedelt sind, die im Bereich der Life Sciences arbeiten, also Biologie, Medizin, Pharmazie, Agrartechnologie oder Ernährungswissenschaften. Viel Hoffnung setzt der Beigeordnete in diesem Zusammenhang auf die Gateway Factory, ein Start-up-Center, das die Uni Köln mit der RWTH Aachen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Start2 Group gegründet hat, um Neugründungen im Rheinland zu beraten und zu unterstützen. Schon aufgrund der Demografie würden die Life Sciences immer wichtiger, so Haack. Die Ansiedlung junger Unternehmen aus diesem Bereich sei „ein Stück Zukunft“.
Als wichtig sieht Andree Haack aber auch die Clubkultur an, die „ein seltenes Gut“ sei und ein Stück der Identität des Stadtteils Ehrenfeld ausmache. Nicht alles läuft aber rund, das gestand der Dezernent zu: Von Marlis Pöttgen von der Fraktion (Volt/FDP) nach länger brachliegenden Flächen befragt – wie der Westspitze des Alten Güterbahnhofs, dem nicht zum Neuen Quartier Bickendorf gehörenden Grundstück an der Wilhelm-Mauser-Straße oder einem Areal an der Subbelrather Straße, unweit der Kreuzung mit dem Ehrenfeldgürtel – versicherte Haack, man sei in allen Fällen „im Gespräch“ mit den Investoren oder Eigentümern: „Man muss unter Umständen über die planerischen Konzepte nachdenken, und vielleicht die vorgesehene Nutzungsmischung ändern.“
Als Ulrike Detjen (Linke) das Thema Digitalisierung ansprach, betonte der Dezernent, diese sei ein „wesentlicher Hebel für eine effizientere Stadtverwaltung und kann die Arbeit schneller und unbürokratischer machen“. Doch könne Köln nicht auf eigene Faust voranschreiten: „Leider nutzen die Kommunen im Land unterschiedliche Tools, die nicht miteinander kommunizieren können, das muss stärker vereinheitlicht werden.“ Detjen bat Haack, das Thema so aufzubereiten und sprachlich verständlich zu halten, dass „die Leute damit zurechtkommen, auch die Migranten.“