Die Kreuzung Vogelsanger Straße/Gürtel ist ein Nadelöhr seit der Einbahnstraßenregelung auf der Venloer Straße. Die Grünen haben nun eine Idee zur Verbesserung.
Rückstau in EhrenfeldGrüne wollen Linksabbiegen auf Gürtel abschaffen

Auf der Vogelsanger Straße bilden sich lange Rückstaus an der Kreuzung mit dem Ehrenfeldgürtel.
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Der motorisierte Individualverkehr (MIV) ist auf dem Rückzug. Um den nötigen Verkehrsfluss zu garantieren, genießt er aber auf einigen Hauptachsen, auch Grundnetz genannt, einen gewissen Vorrang. Nicht so auf der Vogelsanger Straße, die spielt auf der Karte des MIV-Grundnetzes keine Rolle mehr. In der Realität sieht das noch ganz anders aus: Zahlreiche Pkw und Laster biegen an der Kreuzung mit dem Ehrenfeldgürtel nach links ab, um auf der Vogelsanger Straße entweder weiter in Richtung Innenstadt, oder in die Gegenrichtung, in die äußeren Stadtteile, zu gelangen. Doch die Ehrenfelder Bezirksvertreter wollen dies ändern, die Linksabbiegespuren an der Kreuzung sollen dort komplett verschwinden, um „sie zu entschärfen und insbesondere den Schulweg für die Kinder und Jugendlichen sicherer“ zu machen, wie es im Antrag der Grünen-Fraktion heißt.
Linksabbieger halten Verkehr auf an Kreuzung in Köln-Ehrenfeld
Denn wenn alles gut läuft, könnte im Sommer 2027 der Unterricht an der Helios-Schule beginnen, die direkt an dieser Kreuzung liegt. Doch „ohne den Wegfall der Linksabbiegebeziehungen ist eine Entspannung der Situation nicht möglich“, schreibt Bettina Tull (Grüne) in dem Antrag. Mögliche Alternativen für die Linksabbieger hat sie mitgedacht. So soll geprüft werden, ob der motorisierte Verkehr künftig vom Ehrenfeld- beziehungsweise Melatengürtel aus über die Weinsbergstraße in Richtung Innenstadt geleitet werden kann. Über die Subbelrather Straße könnte er dann stadtauswärts fließen. Beide Straßen sind Teil des MIV-Grundnetzes, eine Entlastung der umgestalteten Vogelsanger Straße durch die Weinsbergstraße sei ohnehin vorgesehen, so Tull. Auch der Ehrenfeldgürtel sollte dann zügig, wie geplant, aus dem Grundnetz gestrichen werden.
Künftige Helios-Schüler sollen durch Neuregelung geschützt werden
Der Wegfall der Linksabbieger ist aber nicht die einzige Maßnahme, mit der die Kreuzung Ehrenfeldgürtel/Vogelsanger Straße „entschärft“ werden soll. Rechtzeitig vor Beginn des Schulbetriebs müsse entlang des Ehrenfeldgürtels zwischen Venloer Straße und Grünem Weg Tempo 30 angeordnet werden, fordern die Antragsteller. Auch die Überquerung des Ehrenfeldgürtels, inklusive der KVB-Gleise, sei derzeit zu gefährlich für ungeduldige Kinder, die keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen möchten. An der Kreuzung mit der Vogelsanger Straße sollten die Ampelschaltungen so angepasst werden, dass eine Überquerung in einer Ampelphase sicher möglich ist. Nicht zuletzt müssten die Aufstellflächen für Fußgänger mit Blick auf die künftigen Schülerströme deutlich vergrößert werden.
Martin Berg (CDU) stimmte dem Anliegen des Grünen-Antrags ausdrücklich zu, schließlich seien die „Warnungen und Hinweise der Bezirksvertretung“ auf die Problematik der Kreuzung „über Jahre ignoriert worden.“ Auch Marlis Pöttgen (FDP) sprach sich grundsätzlich für den Antrag der Grünen aus, hielt jedoch die konkrete Maßnahmenliste in Teilen für „zu detailliert“, denn das könne eine Umsetzung durch die Verwaltung erschweren. Bettina Tull verteidigte die konkreten Formulierungen: „Ansonsten ist keine Bewegung seitens der Verwaltung zu erwarten.“
Bei Enthaltung einer Bezirksvertreterin der AfD wurde der Antrag in wesentlichen Teilen beschlossen. Lediglich die zusätzliche Forderung, wonach die Beschlüsse der Bezirksvertretung Ehrenfeld zum „Fahrradgürtel“ – die zum Beispiel pro Fahrtrichtung einen 2,50 Meter breiten Fahrstreifen für den Radverkehr vorsehen – in die Neuplanung der Kreuzung integriert werden sollen, fand weniger Zuspruch. Gegen die Stimmen von SPD, CDU, AfD und FDP wurde dieser Punkt dennoch mehrheitlich angenommen.
