Das ehemalige Siemens-Gelände bekommt doch keine Kita. Diese sei für die Bewohner der mehr als 400 Wohnungen offenbar nicht mehr erforderlich.
Keine Kita für Siemens-GeländeInvestor ändert Bebauungsplan in Köln-Ehrenfeld, Bürger werden erneut befragt

So soll das neue Quartier zwischen Franz-Geuer-Straße und Stammstraße auf dem Siemens-Areal in Ehrenfeld einmal aussehen.
Copyright: Visualisierung Konrad und Wennemar Architekten
Noch Anfang Mai erklärten Vertreter des Immobilieninvestors Swiss Life Asset Managers (SLAM) bei einem Ortstermin, dass beim Wohnungsbauprojekt „Vierfalt“ auf dem ehemaligen Siemens-Gelände eine drei- bis viergruppige Kindertagesstätte fest eingeplant sei. Auch die Lage Richtung Süden, zur Moschee hin, war längst festgelegt. Doch daraus wird nichts, die Stadt kündigte kürzlich den „Entfall der nicht mehr erforderlichen Kindertagesstätte“ an. So wird eine Änderung des Bebauungsplan-Entwurfs notwendig, die eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit erforderlich macht.
Angebot an Kitaplätzen in Ehrenfeld sei ausreichend
Mittlerweile sei deutlich geworden, dass „im Plangebiet kein Bedarf mehr für die bislang festgesetzte Kindertagesstätte besteht“, heißt es in der städtischen Mitteilung. Mit der Kita sollte auf dem „Vierfalt“-Areal zwischen Franz-Geuer-Straße, Stammstraße und Bezirkssportanlage die Deckung des örtlichen Bedarfs an Betreuungsplätzen für Kinder sichergestellt werden. Inzwischen sehe man das anders: „Auf Grundlage aktueller Kinderzahlen, der bestehenden Versorgungsstruktur sowie der nachweisbaren Aufnahmekapazitäten der bereits im Stadtteil vorhandenen Kindertageseinrichtungen“, so die Stadt, habe man noch einmal nachgerechnet und herausgefunden, dass der zusätzliche Bedarf an Kita-Plätzen, der aufgrund der 430 bis 450 „Vierfalt“-Wohnungen entsteht, „durch das bestehende Angebot im Stadtteil gedeckt werden“ kann.
Bei der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung zum Wohnungsbauprojekt Ende Januar/Anfang Februar dieses Jahres, sei dies noch nicht absehbar gewesen. Dabei war es unter anderem um eher unspektakuläre Änderungen bei den Gebäudehöhen gegangen. Die erste Bürgerbeteiligung hatte bereits Ende 2020/Anfang 2021 stattgefunden. Ein Sprecher der Swiss Life bestätigte inzwischen, dass auf den Flächen, die durch den Wegfall der Kita frei werden, zusätzliche geförderte Wohnungen entstehen sollen. Zehn mietpreisgünstige Wohnungen kommen hinzu, der Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen, der laut kooperativem Baulandmodell bei 30 Prozent liegen muss, steigt damit auf rund 32 Prozent.
Die „Neuplanung konnten wir in engem und konstruktivem Austausch mit der Stadt kurzfristig abschließen“, so der Sprecher. Der angestrebte Baubeginn im Herbst dieses Jahres lasse sich aber wohl nicht mehr einhalten: „Derzeit erscheint ein Baubeginn Anfang des kommenden Jahres wahrscheinlicher.“ Die Fertigstellung der „Vierfalt“-Wohnungen, die für Anfang 2030 vorgesehen war, wird sich damit vermutlich auch nach hinten verschieben.

Auf dem früheren Siemens-Gelände in Ehrenfeld sind Wohnungen geplant, eine Kita soll nicht mehr nötig sein.
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Wegen der Anpassung der Planungen, die außerdem Änderungen etwa am Stauvolumen der Kanäle und an einer Tiefgaragenunterfahrung umfasst, wurde eine dritte Öffentlichkeitsbeteiligung angesetzt. Von Donnerstag, 2. Juli, bis Freitag, 17. Juli, wird der geänderte Bebauungsplan-Entwurf montags bis donnerstags zwischen 9 und 15 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr im Stadtplanungsamt (Stadthaus West), Raum 09.B44 (Zutritt über Raum 09.B43, Gebäuderiegel B/Ebene 09) am Willy-Brandt-Platz 2 in Deutz, Köln-Deutz, öffentlich ausgelegt. Wird eine Einsichtnahme außerhalb dieser Zeiten gewünscht, bittet die Stadt um eine Terminvereinbarung unter Telefon 0221/221-30183 oder per E-Mail unter bauleitplanung@stadt-koeln.de .
Stellungnahmen zu den geänderten oder ergänzten Teilen des Bebauungsplan-Entwurfs können Bürger im genannten Zeitraum schriftlich an die Stadt Köln, Stadtplanungsamt, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln schicken. Eine Einsichtnahme in den Entwurf sowie die Abgabe einer Stellungnahme ist auch auf der Internetseite der Stadt möglich.