Eine Solarskulptur steht jetzt im Park neben dem Ehrenfelder Bürgerzentrum. Sie ist nur ein Baustein der Solar-Offensive des grünen Think Tanks Ökorausch.
Die Kraft der SonneSolarion in Ehrenfeld hilft Handynutzern beim Aufladen

Chillen mit „Solarion A“: Thomas Quack und Pauli Muszi von Studio Quack (oben), Yücel Özdemir, Tatjana Krischik und Kim Huber von Ökorausch (unten).
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Groß und gelb steht „Solarion A“ nun im Leo-Amann-Park, und einer der Ideengeber ist zur Einweihung gekommen. „Eigentlich wollten wir ja die Wasserversorgung für Kinder im Park verbessern, aber die Verwaltung hat uns erklärt, dass das zu kompliziert wird“, sagt der Zwölftklässler des Montessori-Gymnasiums. Nun wird der Strom, den die Solarpaneele auf dem Dach der Skulptur produzieren, zum Aufladen von Handys genutzt. „Das ist doch auch eine gute Lösung“, findet Moritz: „Wenn man im Park mal chillen möchte und dann feststellt, dass das Handy leer ist, kann das sehr praktisch sein.“
Physikkurs am Montessori-Gymnasium hat Modell entwickelt
Moritz‘ Physikkurs am Monte hatte im Rahmen des Projekts „Sommer Sonne Solar“ des Ehrenfelder Think Tanks Ökorausch kürzlich zusammen mit Sechstklässlern der Geschwister-Scholl-Realschule an zwei Workshoptagen Entwürfe für eine Solarskulptur erarbeitet. Die Modelle waren bei der Einweihung ausgestellt: Ein „Energiepavillon“, in dem der Strom genutzt wird, um eine Musikanlage zu betreiben, war darunter, eine Art Sonnenenergie-betriebener Dusche für heiße Tage, auch ein „Solar-Baum“ für die festliche Beleuchtung des Parks, oder eine Schaukel mit Photovoltaikmodulen für träge Kids.

Im Bürgerzentrum Ehrenfeld finden zwei Veranstaltungen zum Thema Photovoltaik statt.
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„Wir haben dann so eine Art ‚Essenz‘ aus alldem umgesetzt, etwas, womit alle einverstanden waren“, berichtet Thomas Quack. Er ist einer der Gründer des Studio Quack, das an der Schnittstelle von Kunst, Design und Architektur arbeitet und die Workshops leitete. So entspricht das florale Design der Skulptur, das grob an Bäume oder Blumen erinnert, ebenso den Wünschen und Vorstellungen der Schüler wie die Doppelreihe umlaufender Sitzbänke. Es gibt eine Steckdose für die Ladekabel der künftigen Nutzer und große grüne, beziehungsweise, rote Lampen, die anzeigen, ob die Batterien von „Solarion A“ gerade geladen sind oder nicht. „An einem sonnigen Tag erzeugt die Anlage – je nach Wetterbedingungen – etwa zwei bis drei Kilowattstunden Strom“, so Quack. „Das entspricht der Energie für ungefähr 100 bis 150 vollständige Smartphone-Ladungen, je nach Akkugröße der Geräte.“
Projekt „Sommer Sonne Solar“ soll mehr Photovoltaik ins Veedel bringen
Mit dem Projekt „Sommer Sonne Solar“, das im Juni begonnen hat und bis Oktober läuft, möchte Ökorausch die weitere Verbreitung von Photovoltaikanlagen im Stadtteil fördern. Eigenheimbesitzer, aber auch Mieter können sich bei Vorträgen, individuellen Beratungen und Workshops schlaumachen, auch einige Kunstprojekte sollen einen niederschwelligen Zugang zum Thema ermöglichen. „Es läuft aber noch ein wenig ruckelig“, gesteht Tatjana Krischik, die das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Volker Spelthann (Grüne) zusammen mit Dunja Karabaić und Anika Paape organisiert hat. „Das Interesse hängt sehr davon ab, ob jemand technikaffin ist, Mieter oder Eigenheimbesitzer ist. Auch finanzielle Aspekte oder die Unsicherheit wegen möglicher Fördermittel spielen eine Rolle.“
Nach den Sommerferien wird der Verein Ökorausch, der von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen Projektmittel erhält, aber noch einmal in die Offensive gehen und ein Kneipenquiz zum Thema Solarenergie starten sowie Führungen zu Gebäuden im Veedel anbieten, die schon mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind. Dazu könnte bald schon das Bürgerzentrum Ehrenfeld (Büze) gehören, in dem die Workshops zum „Solarion A“ stattfanden und das neben der Verbraucherzentrale Köln, der Solaroffensive Köln und der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln zu den Kooperationspartnern von „Sommer Sonne Solar“ gehört. „Eine PV-Anlage ist schon lange im Gespräch, bald könnte es so weit sein“, meint Mona Hesselmann, zuständig für das Kulturprogramm im Büze. „Damit würden wir jährlich etwa 40.000 Euro an Energiekosten einsparen.“
Das „Solarion A“ wird noch etwa drei Monate lang nebenan im Leo-Amann-Park stehen, danach soll es seinen Platz auf dem Schulhof einer der beiden beteiligten Schulen finden. „Wir hoffen, dass wir noch eine zweite Skulptur bauen können, aber das hängt davon ab, ob die Mittel ausreichen“, sagt Tatjana Krischik.
Am Mittwoch, 15. Juli, geht es weiter mit „Sommer Sonne Solar“: Im Großen Saal des Bürgerzentrums Ehrenfeld, Venloer Straße 429, steht ab 18.30 Uhr die Veranstaltung „Photovoltaik im Mehrfamilienhaus nutzen“ auf dem Programm. Am Samstag, 18. Juli, folgt ab 11 Uhr der Workshop „Solar kühlt – auch ohne Stromnetz“. Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, um eine Anmeldung über die Büze-Homepage wird gebeten.
