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Neuer Kulturort in KölnIn den Rosenhöfen in Ehrenfeld soll Kreativität blühen

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Eine Frau und drei Männer sitzen an einem Tisch in einer hohen weiß getünchten Halle.

Xavit Lala, Doris Maile, Konstantin Stagge und Roland Schmitz (v.l.) sitzen in einer bereits fertig sanierten Halle der Rosenhöfe.

Der Eigentümer einer Werkstatt in einem Hinterhof an der Venloer Straße 193 möchte dort Hallen für Kultur- und Gruppenveranstaltungen schaffen,

Wild gewachsene Rosensträucher und mit Weinlaub überwucherte Fassaden geben den Gebäuden im Hinterhof ein nahezu märchenhaftes Erscheinungsbild. Wenige Meter von der Moschee und der Inneren Kanalstraße entfernt, führt eine Toreinfahrt an der Venloer Straße 193 zu einem vergessenen Ort, einer mittlerweile zum großen Teil leerstehenden Hinterhofwerkstatt – „mit Potential“, wie es im Jargon der Immobilienwirtschaft heißt.

Eigentümer Konstantin Stagge und seine Partner Xavit Lala sowie Roland Schmitz möchten das jetzt nutzen, um den Weg in die umgekehrte Richtung zu beschreiten, als den zur größtmöglichen Rendite. Während an anderen Stellen in Köln Kulturorte dem Wohnungsneubau weichen, möchten sie in dem Hinterhof-Gebäude-Ensemble genau einen solchen Ort für Kunst und Kultur schaffen und das Ehrenfelder Flair erhalten. Unter dem Titel „Rosenhöfe“ Ehrenfeld sollen die sieben Hallen mit insgesamt 1300 Quadratmetern Fläche mit diversen kulturellen Events gefüllt werden. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater, Comedy und Kino, aber auch Gruppenveranstaltungen, wie Yoga-Kurse oder Workshops sollen hier einen Platz erhalten.

In einem großen Raum mit Betonpfleilern stehen zwei scharze und zwei rote Würfel zum Sitzen, sonst ist der große Raum leer.

Die „Rosemainhall“ war einmal ein Pferdestall.

„Als ich diesen Ort, das erste Mal betreten habe, hatte ich sofort das Gefühl, dass er eine Zukunft verdient“, erzählt Stagge. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1845. Die damals hier gegründete Wäscherei gehörte zu den ersten Betrieben Ehrenfelds mit weiten Wiesen, wo die Wäsche trocknete. Auch ein Stall mit Pferden und Kutsche, zum Ausfahren der Wäsche gehörte zum Unternehmen. Nach dem Krieg entwickelte sich das Gebäudeensemble zu einem Werkstatt- und Handwerkerhof, der 1987 im Rahmen einer Begrünungsinitiative mit 100 Rosen bepflanzt wurde, die heute hier immer noch blühen und zum Symbol geworden sind:

„Dein Platz zum Aufblühen“ in Köln

„Your Place to bloom“, „Dein Platz zum Aufblühen“, das versprechen Plakate, die in den Fenstern der Werkstatthalle hängen, den künftigen Nutzern und Nutzerinnen. Die Sanierung zu diesem Zweck hat begonnen – und die ersten Hallen haben bereits einen passenden Namen erhalten: Die „Rosemainhall“ ist ein großer Raum, der so hohe Decken hat, dass er fast würfelförmig wirkt. „Hier war einmal ein Pferdestall“, erläutert Stagge. In den benachbarten, großen, scheunenartig wirkenden Hallen sind die „Rosebackhalls“ entstanden, die ineinander übergehen und sehr viel Platz für Ausstellungen oder Events bieten. Ein großer Raum mit niedrigerer Decke führt zu einer kleinen Terrasse mit Garten und ist ein vergleichsweise lauschiger Ort für Gruppen, die „Bloomhall“, in der Menschen künstlerisch, spirituell, intelektuell oder auf sonstige Weise erblühen können.

Die Rosenhöfe Ehrenfeld sollen ein Experimentierfeld sein. Welche Art von Kunst und Kultur hier zu Hause sein wird, soll sich durch Ausprobieren entwickeln. Betriebswirt Stagge hat bereits einige Erfahrung in der Immobilienwirtschaft gesammelt. Nun möchte er sich ein Herzensprojekt vornehmen, bei dem nicht Gewinnmaximierung die Zukunft der Immobilie bestimmt. Er hofft, den Kulturort durch die Vermietungen wirtschaftlich betreiben zu können. Mit Roland Schmitz hat er einen erfahrenen Kulturmanager an der Seite. Xavit Lala unterstützt als kreativer Kopf aus der Musikbranche.

Und schneller als gedacht, steht auch schon die erste Ausstellung an: Die Künstlerin Doris Maile, wohnt zwei Minuten von den Rosenhöfen entfernt und spinkste unlängst hinein. „Ich war schockverliebt“, sagte sie. „Hier würde ich gerne arbeiten.“ Ateliers stehen auf dem Gelände allerdings nicht zur Verfügung, dafür die perfekten Räume für Ausstellungen, auch von großen Formaten und Installationen. Hier wird sie nun am 7. August eine große Gruppenausstellung organisieren. Die erste Gelegenheit für interessierte Menschen, einen Blick in die Rosenhöfe werfen zu können, sind aber die beiden Tage der offenen Tür am Samstag, 18. Juli, und Sonntag, 19. Juli, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

www.rosenhoefe.koeln