Der Kölnberg ist in der Vergangenheit oft negativ aufgefallen. Tom, der für eine Hausverwaltung täglich dort vor Ort ist, möchte das ändern.
Sieben-Punkte-Plan am KölnbergWie Tom das Image verbessern will

Hausverwalter Tom möchte das Image am Kölnberg verbessern. Die Feuerwehrschilder sind bereits ausgetauscht.
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Im Büro der Hausverwaltung am Kölnberg hängt ein Sieben-Punkte-Plan. Insgesamt gibt es drei Firmen, die die Hochhaussiedlung verwalten. Tom ist seit vier Jahren vor Ort tätig, verantwortlich für 1.318 Wohnungen. Am Kölnberg leben 4.500 Menschen, die Dunkelziffer liegt weit höher. Das liegt daran, dass Mieter bei einer Besichtigungskontrolle weitere Bewohner „als Besuch“ deklarieren. Die Dunkelziffer liege eher bei 6.000 Personen, schätzt der Hausverwalter. „Denn der Besuch wird häufig bereits seit zwei Jahren gesichtet,“ weiß Tom, der ein ehrgeiziges Ziel verfolgt. „Ich möchte hieraus ein sehenswertes Viertel machen. Nicht, dass immer alle sagen: Kölnberg - da möchte ich nicht hin.“
Verbessertes Image bringt Wertsteigerung der Immobilie
Wertsteigerung der Immobilie. Image verbessern, ist als erster Punkt notiert. An zwei: Die Rattenpopulation stark reduzieren. Einmal im Monat läuft Tom mit dem Ticker über das Gelände. Die Population konnte er in zwei Jahren von 2.000 auf einhundert Ratten reduzieren. „Immer noch 100 zu viel. Die will ich nicht.“ Die Giftköder wurden auf 1,5 Tonnen pro Jahr erhöht. Verbessert hat sich die Situation auch durch Punkt 2: Müllwerfer austauschen und durch moderne Mülltonnensysteme ersetzen. Die offenen, alten Unterstände waren ein Zuhause für die unerwünschten Nager. Heute sind die Mülltonnen in einem Betonkorpus untergebracht. Zweimal am Tag wird der Müll abgeräumt. Geld, für die Geländereinigung und die Giftköder würde der Verwalter, den jeder auf dem Gelände mit Respekt begegnet, lieber in die Verschönerung stecken. Bänke für die Bewohner, mehr Spielflächen für die Kinder.

Nach und nach werden die Flure in den Gebäuden saniert.
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Drei Punkte von sieben sind nach Toms vier Jahren Tätigkeit am Kölnberg inzwischen abgehakt. Die Briefkästen sind alle neu angestrichen und einheitlich beschriftet. „Das gibt dem Entree gleich ein ganz anderes Bild.“ Die Tiefgaragen, auf denen auf 250 Stellplätzen bis zu 200 Schrottfahrzeuge standen, sind aufgeräumt. Mit der örtlichen Polizei ist man am Kölnberg per Du. Die Zusammenarbeit läuft gut, auch mit Hilfe der neuen Kameraüberwachung, die in den Eingangsbereichen angebracht wurde. Die Kellerabteile sollen noch überprüft werden, aber besonders an Punkt 6 beißt sich der Hausverwalter seit einem Jahr die Zähne aus.
Feuerwehrzufahrten sind nicht erkennbar
Lapidar steht auf der Liste, dass die Parkplatzsituation verbessert werden muss. Für den Hausverwalter ein prinzipiell einfacher Sachverhalt. Auf den öffentlichen Zufahrten, an den Straßen Am Rondorfer Pfad, Alte Brühler Landstraße und An der Fuhr müssen die Feuerwehrzufahrtsschilder, sowie die Markierungen auf den Sperrflächen zu den Zugängen erneuert werden, weil sie völlig verblasst sind. Für ihn eine Aufgabe der Stadt, da es sich um öffentliche Flächen handelt.
Doch die lässt Anfragen fast ein Jahr, außer einem Eingangsvermerk, unbeantwortet. Im September dann eine erste Antwort. Danach sei für die Ausweisung der Feuerwehrzufahrten der Eigentümer, nach Weisung der Brandschutzbehörden, zuständig. Außerdem sei „im Bereich von Feuerwehrzufahrten und Grundstückszufahrten das Parken nicht zulässig und kann grundsätzlich auch ohne zusätzliche Beschilderung nach der Straßenverkehrsordnung überwacht werden“.
Einfach in der Theorie. Für den Hausverwalter unmöglich in der Praxis. „Die Mieter parken hier, weil sie wissen, dass sowieso nichts passiert.“ Außerdem werde das Ordnungsamt auf nicht sichtbaren Linien nicht tätig. Seiner Verpflichtung auf dem Gelände ist er nachgekommen. Feuerwehrzufahrtsschilder wurden erneuert. Der Brandschutz auf dem Gelände ist auf dem neuesten Stand, derzeit werden die Flure überdies sukzessive erneuert.
„Mir geht es nicht um die Linien, sondern um die Menschen“, sagt der Verwalter wütend, der sich von der Stadt im Stich gelassen fühlt. Im Schnitt brennt es zweimal pro Jahr auf dem Gelände. Die Feuerwehr hat nach einer Begehung im Januar eine Einschätzung beigefügt und weist auf fehlende Halteverbotszonen hin. Es wurde festgestellt, dass „an mehreren Stellen die Feuerwehrzufahrten nicht ausreichend gewährleistet sind“.
Durch die fehlenden Markierungen könnten, unter anderem, die Schleppkurven nicht eingehalten werden. Die Stellungnahme der Brandschutzdienststelle wurde an die Stadt weiter geleitet. Die städtische Pressestelle meldet sich auf Rückfrage dieser Zeitung: „Das Amt für Verkehrsmanagement im Dezernat für Mobilität der Stadt Köln wird die fehlenden oder nicht mehr erkennbaren Markierungen und entsprechend fehlende oder beschädigte Beschilderungen der Feuerwehrzufahrten und -Aufstellflächen im öffentlichen Straßenland der Straßen „An der Fuhr“, „Alte Brühler Straße“ und „Am Rondorfer Pfad“, zeitnah erneuern".

