Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. Der Iran greift unterdessen Öltanker vor der irakischen Küste an. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIsrael droht Libanon mit Gebietseinnahme – Schiffe angegriffen
Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
12. März 2026
Hisbollah und Israel überziehen sich weiter mit Angriffen
14.04 Uhr: Im Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ist kein Ende in Sicht. Beide überziehen sich am Donnerstag erneut mit gegenseitigen Angriffen. Nach Angaben eines israelischen Armee-Sprechers seien dabei rund 200 Raketen und 20 Drohnen aus dem Libanon abgefeuert worden. Die Hisbollah ihrerseits hatte zuvor den Start einer neuen Operation angekündigt und mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich reklamiert.
Die UN-Beobachtermission Unifil meldete, dass rund 120 Geschosse von libanesischem Territorium abgeschossen worden seien. Es habe in der Nacht sieben israelische Luftangriffe und 120 Artilleriebeschüsse im Libanon gegeben. Beide Seiten wurden erneut dringend zur Deeskalation aufgerufen.

Rauch und Flammen steigen nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, aus Gebäuden auf.
Copyright: Bilal Hussein/AP/dpa
Israel droht Libanon mit Gebietseinnahme
12.41 Uhr: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee „das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen“, sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf „eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten“. Die vom Iran unterstützte Miliz sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen. Anfang März griff die Hisbollah in den Krieg zwischen Israel und Iran auf der Seite Teherans ein.
Bericht: Feuer auf Schiff von Hapag-Lloyd
12.06 Uhr: Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd ist nahe der Straße von Hormus von Projektilteilen getroffen worden, das berichtet die „Bild“-Zeitung. Das Schiff „Source Blessing“ sei nicht direkt getroffen worden, habe aber Feuer gefangen, heißt es weiter unter Bezug auf Angaben der Reederei. Der Frachter sei an den dänischen Konkurrenten Maersk verchartert. Die Crew habe das Feuer löschen können und sei wohlauf. Mehr Informationen lagen zunächst nicht vor.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.
Copyright: -/The Visible Earth/NASA/dpa
UNHCR: Mehr als drei Millionen Menschen im Iran vertrieben
11.52 Uhr: Im Iran sind seit Beginn der Luftangriffe der USA und Israels nach UN-Angaben mehr als drei Millionen Menschen vertrieben worden. Zwischen 600.000 und einer Million Haushalte seien betroffen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Donnerstag mit. Dies entspreche bis zu 3,2 Millionen Menschen.
Sprit erstmals seit Kriegsbeginn im Tagesvergleich billiger
10.05 Uhr: Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges ist Sprit im Tagesvergleich wieder billiger geworden. Superbenzin der Sorte E10 und Diesel waren im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs um 3,4 beziehungsweise 5,4 Cent billiger als am Dienstag, wie der ADAC mitteilte.
Mit 2,011 Euro pro Liter war E10 allerdings immer noch gut 23 Cent teurer als am Tag vor Kriegsausbruch. Bei Diesel waren es mit 2,134 Euro pro Liter am Mittwoch sogar knapp 39 Cent mehr als vor Beginn der Angriffe.
Iran greift Öltanker vor irakischer Küste an
8.57 Uhr: Bei einem Angriff auf zwei Öltanker vor der irakischen Küste ist den irakischen Behörden zufolge mindestens ein Besatzungsmitglied getötet worden. 38 weitere Besatzungsmitglieder seien bislang gerettet worden, die Suche nach Vermissten dauere an, sagte der Leiter der irakischen Hafenbehörde, Farhan al-Fartousi, dem irakischen Staatsfernsehen am Donnerstag.
Der irakische staatliche Sender al-Ichbarija strahlte Bilder eines Schiffes auf See aus, aus dem Rauchschwaden von einem gewaltigen Feuer aufsteigen. Ein Mitarbeiter des irakischen Ölhafenterminals Basra sagte, es sei unklar, „ob es sich um einen Drohnenangriff oder mit Sprengstoff beladene Boote“ gehandelt habe. Der Vorfall ereignete sich rund 50 Kilometer vor der irakischen Küste. Die irakische staatliche Organisation für den Ölverkauf (SOMO) bestätigte, dass zwei Öltanker angegriffen wurden, ohne Angaben zur Art des Angriffs zu machen.
Iran feuert neue Welle von Raketen auf Israel
8.46 Uhr: Irans Luftstreitkräfte haben eine neue Welle an Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert. Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, hätten ballistische Raketen auf Israel geschossen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.
Irans reguläre Streitkräfte meldeten unterdessen einen Angriff mit Kampfdrohnen auf militärische Ziele in Israel. Die Luftwaffenbasis Palmachim und der Militärflugplatz Ovda seien attackiert worden, hieß es in einer vom staatlichen iranischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. Ein weiteres Ziel sei das Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet gewesen.

Nach einer Explosion auf dem Flughafen in Erbil steigt Rauch auf.
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Italienischer Militärstützpunkt im Nordirak angegriffen
8.31 Uhr: Im Norden des Irak ist nach Angaben aus Rom ein italienischer Militärstützpunkt angegriffen worden. Er verurteile die Attacke in Erbil auf das Schärfste, schrieb der italienische Außenminister Antonio Tajani am Donnerstag im Onlinedienst X. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden. Seit Beginn des Iran-Kriegs ist auch die autonome Kurdenregion im Irak, in der Erbil liegt, immer wieder mit Drohnen attackiert worden. Die Angriffe wurden pro-iranischen Gruppen zugeschrieben. Die meisten Geschosse wurden von der Luftabwehr abgefangen.
Nach Angaben aus kurdischen Sicherheitskreisen hatte die US-geführte Koalition, deren Soldaten auf dem Flughafen in Erbil stationiert sind, am Mittwoch Drohnen über der Stadt abgefangen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten in der Nähe des Flughafens laute Explosionen.
Israel greift erneut in Beirut an – sieben Tote
7.05 Uhr: Die israelische Armee setzt ihren Kampf gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz fort: Bei einem israelischen Angriff im Zentrum von Beirut wurden dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge mindestens sieben Menschen getötet. Weitere 21 Menschen seien verletzt worden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit
Deutscher Außenminister bei Golf-Reise ausgebremst
6.31 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul ist auf dem Rückweg von seiner Krisenreise an den Persischen Golf zeitweise ausgebremst worden. Zunächst hatte der Flugkapitän des Bundeswehr-Transportflugzeugs vom Typ A400M der Delegation von Wadephul kurz vor dem geplanten Start in der saudischen Hauptstadt Riad gegen 06.30 Uhr Ortszeit (04.30 Uhr MEZ) ein technisches Problem gemeldet.
Nachdem dies nach knapp 15 Minuten gelöst war, blieb das Flugzeug jedoch dennoch mit laufenden Motoren auf dem Rollfeld stehen. Der Flugkapitän teilte kurz vor 07.00 Uhr mit, dass der Flughafen aktuell gesperrt sei. Über die Gründe für die Sperrung wurde zunächst nichts gesagt. Rund 70 Minuten nach dem ursprünglich geplanten Abflug gab es dann aber doch die Startfreigabe.
Irakische Kämpfer bei Angriff im Nordirak getötet
6.17 Uhr: Bei einem Angriff im Nordirak sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens zwei irakische Kämpfer getötet worden. Die Kämpfer der Hasched-al-Schaabi, ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören, wurden bei dem Angriff auf ihren Stützpunkt getötet, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Sicherheitskreisen erfuhr. Der Angriff erfolgte in der Stadt Kirkuk.
red/dpa/afp
