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Spotify, Apple Music, Deezer: Warum Musik-Streaming schlecht für das Klima ist

Mann hört Musik mit dem iPad

Mit Musik-Streaming verbrauchen Konsumenten weniger Plastik – negative Folgen für die Umwelt hat es trotzdem. 

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Daniel Bockwoldt/dpa

Köln -

Kopfhörer rein, Musik an: egal ob beim Joggen, in der Bahn oder im Fitnessstudio, durch Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Musik haben viele Menschen eine unzählige Auswahl an Songs immer dabei – direkt auf ihrem Smartphone. Die Art wie wir Musik hören, hat sich stark verändert. Doch das hat auch negative Folgen für das Klima.

Immer mehr  Menschen streamen ihre Musik und verzichten auf CDs oder Schallplatten, das sollte auf den ersten Blick gut für die Umwelt sein – schließlich wird durch Streaming weniger Plastik verbraucht. Doch ganz so einfach ist es nicht: Durch Musik-Streaming wird zwar weniger Plastik in der Musikindustrie verbraucht, dafür sorgt es für hohe Treibhaus-Emissionen. Das zeigt eine Studie der Universität Glasgow und der Universität Oslo.

Daten für Songs liegen auf unzähligen Servern

Damit Nutzer immer und überall auf eine riesige Auswahl an Liedern, Playlists und Hörspielen zugreifen können, braucht es eine große Infrastruktur: auf unzähligen Servern der Musikfirmen liegen die Daten für die Lieder, die Konsumenten benötigen alle Geräte zum Abspielen und Netzbetreiber sorgen dafür, dass die Daten überhaupt auf die Smartphones übertragen werden können. Das Speichern und Verarbeiten der digitalen Musik verbraucht große „Leistungs- und Energieressourcen“, heißt es in der Studie. 

Allein 2016 sind in den USA zwischen 200 und 350 Millionen Kilogramm CO2 durch Musik-Streaming ausgestoßen worden. Die Wissenschaftler haben für die Untersuchung unterschiedliche Musikmedien zu ihren Hochzeiten verglichen. Für Schallplatten, Kassetten und CDs überschritt der CO2-Ausstoß in den USA jährlich nie die Marke von 160 Millionen Kilogramm Kohlenstoffdioxid.

Forscher wollen nicht, dass Menschen auf Musik verzichten

Um die Berechnungen der Emissionen von den verschiedenen Tonträgern überhaupt mit dem Streaming vergleichen zu können, übersetzten die Forscher die Plastikproduktion und wie Energie für Elektrizität aufgebracht wird in Treibhausäquivalente (das ist ein Maß für die klimaschädliche Wirkung einer Aktivität). 

Einer der Forscher, Dr. Matt Brenann von der Universität in Glasgow, sagt: „Die Ergebnisse der Studie zielen aber nicht darauf ab, dass Konsumenten keine Musik mehr hören sollten. Wir sollten aber anerkennen, dass sich durch unsere veränderte Art Musik zu konsumieren auch die Kosten dafür verändert haben." Vielleicht ist die Studie auch ein guter Anreiz, um verstaubte CDs oder Schallplatten hervorzuholen und Musik ganz analog zu genießen.

Plastikverbrauch in der Tonträgerindustrie sank deutlich

Die Studie untersuchte auch den Plastikverbrauch in der Tonträgerindustrie – das Ergebnis ist positiv für die Umwelt: Wurden für die Herstellung von Schallplatten 1977 in den USA noch 58 Millionen Kilogramm Plastik verbraucht, waren es 2016 für alle Tonträger nur noch 8 Millionen Kilogramm.