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Eyes on the Road: Video von VW schockiert Kinobesucher

Es knallt, die Zuschauer gucken erschrocken nach vorne.

Es knallt, die Zuschauer gucken erschrocken nach vorne.

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Screen Shot Youtube

Junge Menschen strömen ins Kino, nehmen Platz, trinken Cola und greifen in ihre Popcornbecher. Ein Werbeclip startet. Eine Fahrt aus der Sicht eines Autofahrers beginnt. Die Landschaft fliegt vorbei, die Straße ist leer, links und rechts stehen einige Bäume.

Interessiert schauen sich die Kinobesucher den Clip an – als fast zeitgleich viele von Ihnen eine SMS erhalten. Die meisten von ihnen schauen auf ihr Handy – und plötzlich knallt es laut. Die Fahrt des Autos, das in dem Film gezeigt wurde, endet an einem Baum.

Die Scheibe ist zerstört. Der Fahrer wäre jetzt vermutlich schwer verletzt, vielleicht sogar tot. Die Zuschauer sind geschockt, schauen irritiert auf die Leinwand und merken jetzt, wie schnell sie sich von der SMS haben ablenken lassen. Wenige Sekunden später erscheint auf der Leinwand der Slogan: „Die Benutzung von Handys ist die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Dies ist eine Erinnerung, die Augen auf der Straße zu lassen.“ Dann wird das VW-Logo enigeblendet. Der Clip ist vorbei.

20 Prozent der Unfälle durch SMS

Ob solch ein Film auch für Deutschland geplant ist, ist nicht bekannt, denn auch hier wäre eine solche Erinnerung durchaus sinnvoll. Auch bei hierzulande lassen viele Fahrer auch während der Fahrt die Finger nicht vom Handy. Laut einer Umfrage des Reifenherstellers Goodyear telefoniert ein Drittel der 400 Befragten aus Deutschland ohne Freisprechanlage während der Fahrt, mehr als jeder Vierte schreibt SMS. Im europäischen Durchschnitt sind es 44 Prozent, die telefonieren, 37 Prozent schreiben Kurznachrichten.

Bei den deutschen Frauen haben rund 35 Prozent das Handy am Ohr, bei den Männern sind es 32 Prozent. 30 Prozent der Frauen schreiben auch während der Fahrt SMS, bei den Männern sind es lediglich 23 Prozent. Wie viele Unfälle wegen des Lesens von SMS oder E-Mails am Steuer verursacht werden, ist nicht bekannt. Die Versicherungsbranche geht jedoch von 20 Prozent aus.

Und das, obwohl Telefonieren und auch Simsen während der Fahrt verboten sind, selbst ein Blick auf's Handy kann 60 Euro kosten. Nicht ohne Grund: Laut der Verkehrswacht erhöht das Mailen und Simsen das Unfallrisiko um das 23-fache. „Wer bei Tempo 50 in der Stadt nur eine Sekunde nicht aufpasst, hat bereits 14 Meter zurückgelegt. Was, wenn auf dieser Strecke ein Kind zwischen parkenden Autos hervor läuft?“, so die Deutsche Verkehrswacht.