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Corona in NRW: Wüst bekräftigt Impfpflicht ab 18 – Inzidenz steigt weiter an

Hendrik Wuest 130122

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei einer Pressekonferenz (Archivbild)

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dpa

Köln/Düsseldorf -

Das Land NRW ist weiter vom Coronavirus betroffen. Weiterhin gelten Hygiene-Vorschriften, der Mindestabstand von 1,5 Metern und Maskenpflicht etwa im öffentlichen Nahverkehr oder Supermärkten.

Über die Internetseite des Landes sind alle Entscheidungen und Erlasse der NRW-Landesregierung abrufbar. Ab dem 16. Januar gilt eine neue Coronaschutzverordnung für NRW.

Wir informieren über die aktuellen Ereignisse hier im Newsblog.

  • Montag, 24. Januar

Corona-Inzidenz steigt in NRW weiter an

8.58 Uhr: Die Corona-Inzidenz ist in Nordrhein-Westfalen erneut deutlich gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte am Montag im bevölkerungsreichsten Bundesland 789,5 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Sonntag lag der Wert für das Bundesland bei 748, am Montag vor einer Woche bei 504,8. Die Corona-Inzidenz in NRW liegt weiter unter dem bundesweiten Wert von 840,3.

Inzwischen liegen 13 der 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW über 1000. Negativ-Spitzenreiter ist Bonn mit einer Inzidenz von 1463,2 dahinter folgen Remscheid (1291,3) und der Märkische Kreis (1277,6). Die niedrigste Neuinfektionsrate weist die Landeshauptstadt Düsseldorf aus mit 310,5.
Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 16 051 Neuinfektionen und fünf weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus.

Nach Angaben des Landeszentrums für Gesundheit (LZG) vom Samstag lag die Hospitalisierungsinzidenz bei 3,47 - so viele Corona-Infizierte pro 100 000 Einwohner mussten binnen sieben Tagen ins Krankenhaus. Eine Woche zuvor hatte der Wert bei 3,25 gelegen.

NRW-Städte fürchten Impfpflicht-Bürokratie

8.27 Uhr: Knapp zwei Monate vor Einführung der einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht in medizinisch-pflegerischen Betrieben wächst in nordrhein-westfälischen Städten die Angst vor einer ausufernden Impfpflicht-Bürokratie. „Die Bundesregierung muss schnell alle offenen Fragen klären. Es kann nicht sein, dass uns in den Städten wieder ein irrer Verwaltungsaufwand auf die Füße fällt“, sagte der Stellvertretende Vorsitzende des NRW-Städtetages und Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU). Bislang sei völlig ungeklärt, wie sich der Bund das Zusammenspiel von Arbeitgebern und Gesundheitsämtern im Umgang mit personenbezogenen Daten vorstelle und wie Beschäftigungsverbote durchgesetzt werden sollten.

Mit der Reform des Infektionsschutzgesetzes hat die Ampel-Koalition im Dezember beschlossen, dass ab 15. März alle Beschäftigten in Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen, Pflegedienstleistern, Rettungsdiensten oder Geburtshäusern vollständig geimpft sein müssen. Wird der Impfnachweis nicht erbracht, soll der Arbeitgeber dies dem zuständigen Gesundheitsamt melden, das daraufhin ein Beschäftigungsverbot aussprechen müsste. Allein bei der Stadt Essen wird davon ausgegangen, dass man es bei insgesamt 50 000 Beschäftigten in diesem Bereich mit 2500 bis 3000 Ungeimpften zu tun bekommen könnte, berichtete die Zeitung.

Ministerpräsident Wüst verteidigt Priorisierung von PCR-Tests

8.12 Uhr: Vor dem Treffen von Bund und Ländern hat der Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, die geplante Priorisierung von PCR-Tests für bestimmte Gruppen verteidigt. Bei den derzeitigen hohen Fallzahlen müsse man „mit den Kapazitäten ein Stück haushalten“, sagte er dem ZDF-„Morgenmagazin“ am Montag. Es sei eine „kluge Priorisierung für das Personal im Gesundheitswesen und für besonders anfällige Menschen vorgesehen“. Ein Versagen bei der Bereitstellung der Testkapazitäten sieht Wüst nicht. Diese seien zuletzt ausgeweitet worden. Deutschland hat „sehr stark auf flächendeckende Schnelltests gesetzt“, und diese hätten bei infektiösen Menschen auch teilweise eine Sensivität bis zu hundert Prozent, sagte Wüst.

Wüst bekräftigt Forderung nach Impfpflicht ab 18

8.11 Uhr: Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Forderung nach einer Impfpflicht ab 18 bekräftigt. Wenige Stunden vor den Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Kurs in der Corona-Politik sagte der CDU-Politiker am Montag in Düsseldorf, bei den Älteren sei die Impfquote etwa in NRW schon sehr hoch. Deshalb sei es wichtig, „dort anzusetzen wo wir noch nicht so stark durchimpft sind. Für mich wäre richtig eine Impfpflicht ab 18.“

Wüst plädierte außerdem mit Blick auf die anstehenden Beratungen dafür „heute schon“ einen Weg zurück in die Normalität vorzubereiten. Für die Zeit wenn sicher sei, dass das Gesundheitssystem durch Omikron nicht überlastet werde und die kritische Infrastruktur stabil bleibe, müsse eine klare Exit-Strategie vorbereitet werden. „Die Menschen haben sich das verdient“, sagte er.

Im ZDF-„Morgenmagazin“ verteidigte Wüst die Entscheidung, dass Geboosterte trotz möglicher Impfdurchbrüche bei Anwendung der 2G-plus-Regel keinen aktuellen Test vorweisen müssen. Die Betroffenen seien in der Regel sehr wenig infektiös und stellten für andere keine Gefahr dar. Der Schritt sei außerdem „ein Anreiz für das Boostern“. Denn das Impfen sei der Weg raus aus der Krise, zurück zur Normalität. „Wir kommen nur raus aus den ständigen Wiederholungen von Lockdown und Lockerung, wenn mehr Menschen geimpft sind.“

  • Sonntag, 23. Januar

Schulen haben Flexibilztät bei Ausgabe der Halbjahreszeugnisse

9.44 Uhr: Die Schulen in Nordrhein-Westfalen können die Zeugnisausgabe wie schon im Vorjahr in diesen Fällen flexibel handhaben, wie das Schulministerium auf Anfrage der dpa mitteilte. Die Zeugnisse könnten den Schülerinnen und Schülern zunächst elektronisch vorab übermittelt werden, wenn die Eltern dem zustimmten. Später könnte dann das Original übergeben werden. Auch eine Zustellung per Post sei möglich, erläuterte das Ministerium die vorgesehenen Wege. Eine Abholung der Zeugnisse an den Schulen komme in Betracht, wenn dabei die Vorgaben der Coronabetreuungsverordnung und der Coronaschutzverordnung eingehalten werden, hieß es weiter.

Über die Modalitäten der Zeugnisübergabe entschieden die Schulen in eigener Zuständigkeit. Die Halbjahreszeugnisse werden für die meisten Schüler in NRW am kommenden Freitag ausgegeben. Im Regelfall werden sie von den Schülerinnen und Schülern in der Schule entgegengenommen. Wer allerdings in Corona-Quarantäne oder infiziert ist, muss zuhause bleiben. In NRW gibt es 2,5 Millionen Schüler und Schülerinnen.

Offenbar nur leichter Anstieg bei Inzidenz in NRW

8.45 Uhr: Das RKI am Sonntag eine NRW-Inzidenz von 748 an, das ist ein relativ leichter anstieg zum Vortsg (733,6), verglichen mit anderen Inzidenzen. Es wurden Sonntagmorgen 16.658 Neuinfektionen im Bundesland gemeldet. Diese Zahlen könnten jedoch in den kommenden Tagen wegen Meldeverzug in den Gesundheitsämtern nach oben korrigiert werden. Dies geschieht momentan regelmäßig.

In NRW gibt es laut RKI-Angaben 6 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19.

Hendrik Wüst gegen Lockerungen: „Signal käme noch zu früh“

8.26 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage gegen große Lockerungen von Maßnahmen ausgesprochen. „Ein Signal zu großflächigen, pauschalen Lockerungen käme im Moment noch zu früh“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview des „Tagesspiegel“ am Sonntag. „Immer noch sterben rund 1500 Menschen pro Woche an Corona, das Personal in den Krankenhäusern ist komplett ausgelaugt – das kann uns doch nicht kalt lassen“, gab Wüst zu bedenken, der Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist.

Bund und Länder wollen an diesem Montag die Lage angesichts der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron beraten. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte jüngst einen deutlichen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet, die Neuinfektionen binnen eines Tages lagen zuletzt bei mehr als 135.000.

In Handel und Gastronomie stehe eine Lockerung der 2G- und 2G-Plus-Regeln für ihn derzeit nicht zur Debatte, sagte Wüst. Dabei gehe es auch um Planbarkeit. „Das Schlimmste für die Menschen ist mangelnde Planbarkeit und ein ständiges Hin und Her. Deswegen ist Voraussicht wichtig. Das heißt aber auch, dass man nicht alle 14 Tage Verordnungen in die eine und dann wieder in die andere Richtung ändert“, sagte der NRW-Ministerpräsident.

  • Samstag, 22. Januar

Kritiker der Corona-Politik demonstrieren in Düsseldorfs Innenstadt

19.48 Uhr: Tausende Gegner von Corona-Maßnahmen sind in Düsseldorf auf die Straße gegangen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl am Samstag auf mehr als 7500, angemeldet waren nur 3500. Die Demonstranten hielten Pappschilder und Plakate in die Höhe, auf denen Slogans wie „Grundrechte sind keine Privilegien“ und „Impfzwang? Nein! Danke!“ standen. Die Kritiker der Corona-Politik betonten, dass Selbstbestimmung die Grundlage einer liberalen Demokratie sei.

Gegendemonstranten forderten sie hingegen zum „Impfen statt Schimpfen“ auf - Impfen sei ein Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft, war ihre Auffassung. Die etwa vierstündige Protestveranstaltung verlief nach Behördenangaben ohne größere Zwischenfälle. Es habe vereinzelt körperliche Auseinandersetzungen zwischen Meinungsgegnern gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Hierzu seien Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet worden. Rund um den Protestzug durch die Innenstadt war es zudem es zu Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen.

Zehn Städte und Kreise mit Inzidenz über 1000

11.10 Uhr: Die Corona-Inzidenz in NRW entwickelt sich weiter steil nach oben. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab am Samstagmorgen einen Wert von 733,6 für das Bundesland an. An den beiden Tagen zuvor war die Inzidenz um jeweils etwa 50 niedriger gewesen (Donnerstag: 627,4; Freitag: 680,8). Bei der Zahl geht es um die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Bundesschnitt lag am Samstag mit 772,7 noch höher als in NRW.

Inzwischen liegen zehn Städte und Kreise über 1000 und damit vier mehr als am Vortag. In Bonn ging es binnen 24 Stunden um rund 160 nach oben auf 1305,3. Auch in Solingen (1272,7) und Borken (1152,7) intensivierte sich den Zahlen zufolge das Infektionsgeschehen. Wuppertal, Krefeld, Remscheid, Herne, Leverkusen, der Märkische Kreis und Mülheim an der Ruhr waren ebenfalls vierstellig. Die niedrigste Neuinfektionsrate wies der Landkreis Paderborn auf mit 361,6.

Wie schon am Tag zuvor kamen nach den Meldungen der Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen erneut rund 28.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden hinzu. Das RKI registrierte 25 neue Todesfälle (Freitag: 26) im Zusammenhang mit Corona. 

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach für nationales Impfregister

9.40 Uhr: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat sich für die Einführung eines nationalen Impfregisters ausgesprochen. Dafür werbe sie, sagte sie der „Westdeutschen Zeitung“ (Samstag). „Egal, ob die Impfpflicht kommt oder nicht. Das wird auch im Zusammenhang mit anderen Impfungen wichtig, wenn es um Kontrolle und Wirksamkeit von Impfungen geht“, sagte die Politikerin. Andere Staaten hätten ein solches Register - und profitierten sehr davon.

In einem Impfregister könnte der Impfstatus aller Menschen in Deutschland erfasst werden, um einen besseren Überblick zu haben. Es wird im Zusammenhang mit der möglichen Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus diskutiert.

  • Freitag, 21. Januar

Corona-Neuinfektionsrate steigt in NRW seit mehr als drei Wochen

11.38 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen kennt in Nordrhein-Westfalen seit mehr als drei Wochen nur eine Richtung: Auch nach den jüngsten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag gab es bei der Sieben-Tage-Inzidenz einen weiteren sprunghaften Anstieg von 627,4 am Donnerstag auf nun 680,8. Laut RKI-Tabelle steigt die Inzidenz in NRW schon seit dem 29. Dezember kontinuierlich an. NRW bleibt aber unterhalb der bundesweiten Inzidenz von aktuell 706,3.

Die Zahl der Städte und Kreise, die schon über 1000 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen aufweisen, verdoppelte sich im Vergleich zum Vortag auf sechs. Betroffen sind: Bonn (1144,4), Solingen (1138,9), Wuppertal (1092,7), Krefeld (1079,2), der Kreis Borken (1053,2) und Herne (1008,7). Die niedrigste Neuinfektionsrate weist demnach der Kreis Recklinghausen auf mit 273,1.

Wie schon am Tag zuvor, infizierten sich nach den Meldungen der Gesundheitsämter erneut rund 28.000 Menschen binnen 24 Stunden neu. Das RKI registrierte 26 neue Todesfälle (Donnerstag: 36) im Zusammenhang mit Corona.  

Gesundheitsminister Laumann will bei Kontaktverfolgung vor allem vulnerable Gruppen schützen

7.17 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hält eine Priorisierung bei der Kontaktverfolgung zur Entlastung der kommunalen Gesundheitsämter für erforderlich. „Wenn Sie bedenken, dass täglich inzwischen über 15.000 Fälle hinzukommen, zeigt das die enorme Belastung. Wir sehen daher die Notwendigkeit, dass die Gesundheitsämter sich bei der Kontaktnachverfolgung stärker auf die vulnerablen Gruppen – etwa die Pflegeheime – konzentrieren“, sagte Laumann der „Rheinischen Post“ (Freitag) zum Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen und die damit verbundene Arbeit für die Ämter.

Ihm hätten die Landräte gesagt, bei der normalen Bevölkerung sei ein Gros der Kontaktpersonen bereits geboostert und falle damit ohnehin nicht unter die Quarantäneregelung. „Ich werde mich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass hier ein möglichst einheitliches Vorgehen der Bundesländer verabredet wird“, erklärte Laumann das weitere Vorgehen.

Zusätzlich sei den Kommunen die Möglichkeit gegeben worden, in den Gesundheitsämtern die Zahl der Aushilfskräfte noch einmal kräftig aufzustocken. „Wir hatten ja vom Land 800 Stellen finanziert, das haben wir auf insgesamt 2400 Stellen angehoben.“ Hinzu komme die Amtshilfe der Bundeswehr. „Ein Landrat hat es aber in einer Telefonschalte jüngst so formuliert: „Ihr könnt mir ja ruhig mehr Personal schicken, aber ich weiß gar nicht mehr, wo ich die noch unterbringen soll“, schilderte der Minister die Situation.

Laumann begrüßte die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), angesichts knapper werdender PCR-Tests Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen bei der Laborauswertung bevorzugen. Er wiederholte im Gesundheitsausschuss des Landtags gemachte Angaben, wonach die Kapazität der Labore in NRW bei bis zu rund 900.000 pro Woche liege und es in der vergangenen Woche 626.000 PCR-Tests gegeben habe. „Allerdings geraten die Labore derzeit auch an ihre Personalgrenzen.“ Darum sei man „schon hart an der Grenze“, sagte Laumann. „Deshalb ist es auch richtig, dass der Bund die Testverordnung angepasst hat und Priorisierungen vornimmt.“

  • Donnerstag, 20. Januar

Morddrohungen gegen Pfarrerin aus Herne

20.15 Uhr: Eine Pfarrerin aus Herne, die parallel zu Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen samstags regelmäßig Friedensgebete organisiert, hat Todesdrohungen erhalten. Der Staatsschutz ermittle nach zwei Vorfällen gegen unbekannt, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ von zwei Morddrohungen berichtet.

Die Betroffene organisiert samstags vor der Kreuzkirche in Herne Friedensgebete, um der Opfer der Corona-Pandemie zu gedenken und ein Zeichen zu setzen. Zeitgleich finden seit einigen Wochen Demos von Gegnern der Impfpflicht und Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen statt. Unter anderem habe sie einen Zettel mit der Aufschrift „Ihr seid tot!“ erhalten - mit einem aufgemalten qualmenden Revolver, zitierte die WAZ die Pfarrerin.

Ebenfalls auf ihrem Grundstück habe die Geistliche Zigarettenkippen und Asche gefunden sowie ein Taschentuch mit der Aufschrift „Tot!“. Sie schicke ihr Kind nicht mehr allein in die Schule, an den Friedensgebeten werde sie aber festhalten. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu Hintergründen.
Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen sicherte der Pfarrerin „umfängliche Unterstützung“ zu. Schon vor den Todesdrohungen seien sie und ihre Familie von Unbekannten bedroht worden. Man begrüße die Herner Friedensgebete „für ein rücksichtsvolles, friedliches Miteinander in der schwierigen gesellschaftlichen Situation der Corona-Pandemie“. An diesem Samstag wollten Vertreter der westfälischen Kirchenleitung an dem Gebet teilnehmen.

Laumann: neuer Corona-Impfstoff Novavax zuerst für das Gesundheitswesen

13.50 Uhr: Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollten nach Ansicht von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei einer großen Nachfrage zuerst im Gesundheitswesen angeboten werden. Der im Volksmund auch „Totimpfstoff“ genannte weitere Corona-Impfstoff könnte gerade im Gesundheitsbereich eine Brücke für den einen oder anderen sein, der sich bisher noch nicht hat impfen lassen, sagte Laumann am Mittwoch in Düsseldorf im Gesundheitsausschuss des Landtages. „Deswegen ist mein Bestreben auch zusammen mit anderen Landes-Gesundheitsministern, wenn dieser Impfstoff am Anfang knapp sein sollte, dass wir diesen Impfstoff dann zunächst auch einmal priorisiert in den Einrichtungen des Gesundheitswesens einsetzen“, erklärte er vor den Abgeordneten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag angekündigt, dass Impfungen mit Novavax voraussichtlich Ende Februar in Deutschland starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen. Auf dieses Datum verwies dementsprechend auch das NRW-Gesundheitsministerium.

Das Mittel von Novavax wurde kürzlich als fünfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff. Er basiert also auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Präparate. Die Effektivität zum Schutz vor symptomatischen Infektionen wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA mit rund 90 Prozent angegeben. Experten wiesen darauf hin, dass man über den neuen Impfstoff noch nicht so viel wisse wie über die anderen Präparate, die bereits länger breit angewendet werden.

FDP will in NRW Corona-Regeln in Gastronomie und Handel lockern

12.50 Uhr: Die in Nordrhein-Westfalen mitregierende FDP will coronabedingte Einschränkungen in Handel und Gastronomie lockern. „Geimpfte und Genesene sollten in der Gastronomie keinen Test mehr vorlegen müssen“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). „Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme aus Angst vor Omikron“, meinte der Liberale. „Im Handel müssen wir wieder weg von 2G - das gibt es schließlich auch in Bayern und Niedersachsen nicht“, sagte Rasche zur Zutrittserlaubnis nur für Geimpfte und Genesene. „Kurzfristig müssen wir wieder mehr Normalität ermöglichen.“

Ihm leuchte auch nicht ein, warum in großen Arenen an der frischen Luft nur 750 Zuschauer sein dürften. „Das empfinden immer mehr Bürgerinnen und Bürger als willkürlich gezogene Grenze“, sagte Rasche der WAZ. Auch im Innenbereich bräuchten Messen, Kultur oder Sport „endlich eine Perspektive“.
Am Montag beraten Bund und Länder erneut über den weiteren Kurs in der Corona-Politik. Der Regierungschef der CDU/FDP-Koalition in NRW, Hendrik Wüst (CDU), ist derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz.

Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet in NRW-Städten 1000er-Marke

8.30 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen hat in Nordrhein-Westfalen in gleich drei Städten die Marke von 1000 überschritten. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Bonn nach sprunghaftem Wachstum mit 1096,9 am höchsten - am Vortag waren es dort noch 948,6. Krefeld kam am Donnerstag auf 1035,1 und Solingen auf 1001,9. Landesweit stieg die Inzidenz deutlich von 573,2 am Mittwoch auf 627,4 am Donnerstag. Eine Woche zuvor (13.1.) hatte sie NRW-weit noch bei 416,7 gelegen.

27.935 Menschen infizierten sich nach den Meldungen der Gesundheitsämter binnen 24 Stunden neu. 36 neue Todesfälle mit oder wegen Corona registrierte das RKI. In Recklinghausen lag die Inzidenz am Donnerstag weiterhin NRW-weit am niedrigsten. Das RKI registrierte hier einen Wert von 229,3 (Vortag 213,2).

Von den Corona-Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner 3,04 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) meldete (Stand Mittwoch). 395 Covid-19-Patienten lagen nach Angaben vom Donnerstag auf der Intensivstation, etwas weniger als am Vortag. Davon mussten 243 beatmet werden. 430 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten waren noch frei.

  • Mittwoch, 19. Januar

Laumann: PCR-Testkapazitäten in NRW ausgebaut

19.53 Uhr: Die Kapazitäten für die als besonders sicher geltenden PCR-Corona-Tests sind Nordrhein-Westfalen nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ausgebaut worden. In der Vergangenheit seien etwa 500.000 PCR-Tests pro Woche möglich gewesen, damit die Ergebnisse zeitnah vorliegen, sagte Laumann am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages. Inzwischen sind nach Ministeriumsangaben bis zu 930.000 PCR-Tests pro Woche in NRW möglich.

In der vergangenen Woche sind demnach 626.000 solcher Labor-Tests durchgeführt worden. Wenn zwei Drittel der Kapazitäten ausgeschöpft seien, kann dies laut Ministerium in einzelnen Bereichen zu Engstellen führen.
Laumann verwies auf Bestrebungen auf Bundesebene, auch bei den PCR-Tests bei Bedarf bestimmte Personen zu priorisieren. Es gehe darum, vor allem im medizischen Bereich schnell Ergebnisse zu haben, damit Mitarbeiter nicht unnötig lange in Quarantäne müssten. Im medizinischen Bereich gehe das Freitesten nur mit einem PCR-Test.

Omikron-Welle hat Kindertagesstätten erreicht

15.23 Uhr: Die Omikron-Welle der Corona-Pandemie hat auch die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen erreicht: Nach Angaben des Familienministeriums wurden dieses Jahr bisher etwa 3370 positive Corona-Tests aus den Kitas gemeldet. Diese betrafen demnach 1930 Kinder und rund 1440 Mitarbeiter (Stand: 17. Januar). Im gesamten Dezember habe es bei rund 3010 Kindern und 1800 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen positiven Corona-Test gegeben. Das Ministerium wies daraufhin, dass Tests teilweise auch noch rückwirkend gemeldet werden.

Durchschnittlich seien an einem Wochentag im Januar rund 46 Kitas teilweise und rund 12 komplett wegen Infektionsschutzmaßnahmen geschlossen gewesen. Das seien insgesamt 0,6 Prozent der Kitas.

In einzelnen Städten ist der Anstieg der positiven Corona-Tests bereits deutlicher zu beobachten. In Düsseldorf waren von etwa 2640 sogenannten Pool-Tests in dieser Woche 208 positiv, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Dabei werden die Speichelproben mehrerer Kinder gebündelt im Labor untersucht. Die Auswertung von Einzelproben habe dann für 237 Kinder einen positiven Nachweis des Corona-Virus ergeben. In der Vorwoche waren die Zahlen in Düsseldorf noch deutlich niedriger: Hier waren laut Stadt 99 Pool-Testungen und 108 Einzelproben positiv.

Auch in den Kölner Kitas ist die Zahl der positiv Getesteten stark angestiegen. Nach Angaben der Stadt wurden in der vergangenen Woche insgesamt 580 Corona-Fälle unter Kita-Kindern gemeldet. In der Woche vor Weihnachten waren es 107 gemeldete Fälle.

Mit Impfstempeln des toten Vaters: Mann legt Polizei in Aachen Impfpass-Fake vor

15.14 Uhr: Ausgerechnet auf einer Polizeiwache hat ein 20-Jähriger in Aachen einen auffällig gefälschten Impfausweis vorgelegt. Er hatte mit dem Impfeintrag eines Toten täuschen wollen. Der junge Mann aus Düren war am Dienstag nach einer Unfallflucht als Beschuldigter bei der Polizei vorstellig geworden und hatte seinen Impfpass für die Kontrolle der 3G-Regeln vorgelegt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Dabei fiel den Beamten auf, dass das Innere des Ausweises mit den relevanten Stempeln zu zwei Coronaschutzimpfungen aus anderem Papier war als der Rest. Auf Nachfrage räumte der junge Mann ein, er habe den Innenteil aus dem Impfausweis seines verstorbenen Vaters herausgetrennt und in seinem eigenen befestigt. 

Schulministerium: Rund 900 Testverweigerer nicht im Präsenzunterricht

11.50 Uhr: In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien haben in Nordrhein-Westfalen nach Zahlen des Schulministeriums 865 Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an Corona-Tests verweigert. Wer weder dabei mitmache noch über sonstige zulässige Verfahren ein negatives Testergebnis nachweisen könne, sei vom Schulbesuch ausgeschlossen, erklärte das Ministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. In der Woche vor den Weihnachtsferien habe die Zahl derer, die die regelmäßigen Lolli- oder Antigen-Selbsttests in der Schule verweigert hätten, bei 835 gelegen. Zuerst hatte die „Neue Westfälische“ über die Testverweigerer berichtet.

Das Ministerium wies auf mögliche negative Folgen für die Schullaufbahn hin, wenn Verweigerung der Tests oder der Maskenpflicht im Unterricht zu einer längerfristigen Abwesenheit führten und die Leistungen solcher Schüler deswegen nicht bewertet werden könnten. „Im Fall der Verweigerung der Teilnahme an Tests oder des Tragens einer Maske besteht in aller Regel kein Anspruch auf einen individuellen Distanzunterricht.“ Bei hartnäckiger Verweigerung infektionsschutzrechtlicher Vorgaben könne die Schulpflicht auch durchgesetzt werden. Dies habe das Oberverwaltungsgericht jüngst mit einem Beschluss bestätigt.

Ob Abwesenheiten von Test- oder Maskenverweigerern als unentschuldigte Fehlzeit oder als Schulpflichtverletzung zu werten seien, sei von den Schulen und Aufsichtsbehörden anhand der Umstände des Einzelfalls zu bewerten, teilte das Schulministerium der dpa mit. Von der breiten Mehrheit der landesweit rund 2,5 Millionen Schüler in NRW würden die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen aber akzeptiert.

Polizei ermittelt in NRW in 3500 Fällen wegen falscher Impfpässe

6.30 Uhr: Der Polizei in Nordrhein-Westfalen sind seit April vergangenen Jahres mehr als 3500 Verdachtsfälle gefälschter Impfpässe bekanntgeworden. Das hat das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt in Düsseldorf auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitgeteilt.

Seit vergangenem September sei ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen erkennbar. Mit mehr als 1400 Fällen sei im Dezember der bisherige Höhepunkt bei den Fälschungsdelikten registriert worden.

Der in Aussicht stehende Profit spreche ein Täterspektrum an, das zum Teil auch professionell agiere. Es seien Sachverhalte bekannt, die auf einen größer angelegten Handel mit gefälschten Zertifikate über soziale Medien und Messengerdienste schließen lassen.

Städtetag NRW fordert Notfallplan für Schulen und Kitas  – Gebauer im Schulausschuss

6 Uhr: Angesichts der Omikron-Welle hat der Städtetag NRW Notfallpläne für den Betrieb von Schulen und Kindergärten im bevölkerungsreichsten Bundesland gefordert. „Wir sehen eine deutliche Zunahme der Infektionen und Quarantäne bei den Kindern und vor allem auch beim Personal. Deshalb brauchen wir für Schulen und Kitas Notfallpläne, wie wir sie auch für die kritische Infrastruktur haben“, sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy, der „Rheinischen Post“.

Die Eltern, die Schüler, die Beschäftigten und die Träger von Schulen und Kindergärten bräuchten Klarheit, was passiere, wenn immer mehr Personal ausfalle. „Hierzu muss das Land einen Stufenplan für den Notfall liefern“, sagte Dedy. „Wir müssen wissen, in welchem Umfang Präsenzunterricht und Betreuung zurückgefahren werden können, wenn der Personalausfall eine kritische Marke erreicht.“

Bei Personalnotstand müsse das Land ermöglichen, verbindliche Vorgaben zu Qualifikation und Personalschlüssel im Kindergartenbereich vorübergehend auszusetzen, forderte er. „Uns fehlt auch immer noch die Möglichkeit, die Arbeitszeit von Teilzeitkräften zu erhöhen, weil das Familienministerium dafür das Alltagshelferprogramm nicht ausgeweitet hat“, kritisierte Dedy. Ohne diese Ausweitung werde es vermehrt zu Einschränkungen des Kitabetriebs kommen. Dann seien die Kinder, Eltern und das Erzieherpersonal die Leidtragenden.

Die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen nach den Weihnachtsferien werden am Mittwoch (9.30 Uhr) auch den Schulausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag beschäftigen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) berichtet dort über die aktuelle Lage in der Pandemie.

  • Dienstag, 18. Januar

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen verkündet Meilenstein

13:50 Uhr: Über Twitter teilt die Staatskanzlei NRW mit, dass mittlerweile 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in NRW eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Damit sind laut aktuellem Stand rund neun Millionen Menschen geboostert.

Sieben-Tage-Inzidenz in NRW steigt steil an

8 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist deutlich gestiegen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstag bei 543,7 nach 504,8 am Vortag. Die Inzidenz im bevölkerungsreichsten Bundesland lag am Dienstag nur noch knapp unter dem bundesweiten Wert von 553,2.

Die NRW-Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 18.411 Neuinfektionen - mehr als doppelt so viel wie am Montag. 31 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kamen hinzu. Omikron ist mittlerweile auch in NRW die dominierende Coronavirus-Variante.
Den höchsten Inzidenzwert verzeichnete am Dienstag Wuppertal mit 953,5, gefolgt von Leverkusen (867,6) und Krefeld (838). Die niedrigsten Inzidenzen hatten Recklinghausen mit 203,1 und der Rhein-Kreis Neuss mit 272,1.

Von den Corona-Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner 2,84 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) am Dienstagmorgen meldete. Die Hospitalisierungs-Inzidenz sank im Vergleich zum Vortag (2,87) damit leicht.

Viele Unternehmen in NRW zahlen Corona-Prämien

7.48 Uhr: Zahlreiche Unternehmen und Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen nutzen in der Pandemie die Möglichkeit einer steuer- und abgabenfreien Corona-Prämie für ihre Beschäftigten. Das zeigt eine Umfrage der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Demnach haben unter anderem Aldi Süd, die Deutsche Bahn, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Eon, LEG Wohnen, die Metro, Rheinbahn, ThyssenKrupp Steel, Vodafone und der Immobilienkonzern Vonovia solche Prämien überwiesen oder planen dies noch. In der Regel erhielten große Teile der Belegschaft die Zahlungen.

Die Summen variieren laut dem Bericht stark: Bei Vonovia gab es im Jahr 2020 pro Kopf 1500 Euro, beim Eisenbahnunternehmen Abellio waren es Ende vergangenen Jahres 800 Euro - allerdings stellt Abellio den Verkehr in NRW Ende Januar ein. Bei den Brauereien Veltins und Krombacher erhielten Mitarbeiter 750 Euro Prämie, beim Telekom-Ableger T-Systems gab es vergangenes Jahr 1000 Euro zusätzlich zur Konzernprämie von 500 Euro im Jahr 2020.

Nach Angaben des Präsidenten von Handwerk NRW, Andreas Ehlert, zahlen aktuell auch sehr viele Handwerker Corona-Prämien. Außerdem überweist das Land Nordrhein-Westfalen an seine Bediensteten im März pro Kopf 1300 Euro. Das schließt auch Lehrer und Polizisten ein.

  • Montag, 17. Januar

Anklage wegen erfundenen Coronatest-Zentren - Millionenschaden

16.25 Uhr: Weil sie mindestens elf Corona-Testzentren komplett erfunden und fiktive Tests und Impfungen abgerechnet haben soll, ist eine 49-jährige Frau in Essen angeklagt worden. Wie aus einem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervor geht, soll ein Schaden von 1,1 Millionen Euro entstanden sein. Das meiste Geld sei sichergestellt worden - die Angeschuldigte sitze in Untersuchungshaft.

Laut Justizministerium wurde am 7. Januar vor dem Schöffengericht Essen Anklage erhoben. Die Beschuldigte soll laut Staatsanwaltschaft Essen bei Kassenärztlichen Vereinigungen im Online-Verfahren elf Teststellen in NRW und Baden-Württemberg angemeldet haben, die tatsächlich nicht existiert hatten.

Der Tatzeitraum liege zwischen Juli und Oktober 2021. Aufgefallen sei die Frau durch eine Geldwäscheverdachtsmeldung. 925.000 Euro der mutmaßlichen Beute habe man durch Kontopfändungen sichern können, heißt es in dem Bericht an den Rechtsausschuss.

Unterdessen mehren sich die Verfahren wegen - an tatsächlich existenten Testzentren - fälschlich abgerechneten Schnelltests. Wie aus dem Bericht an den Rechtsausschuss hervor geht, werden alleine bei der Staatsanwaltschaft Köln zurzeit elf Verfahren wegen Corona-Tests geführt. Der Bericht listet weitere Fälle aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens auf.

Land schließt „Liebeszellen“ wegen Omikron-Variante vorübergehend

15.30 Uhr: Die Gefängnisse in NRW haben ihre Langzeitbesuchsräume, umgangssprachlich auch „Liebeszellen“ genannt, wegen der Omikron-Variante des Coronavirus vorübergehend geschlossen. Per Erlass wurden die Justizvollzugsanstalten vor rund einer Woche angewiesen, Langzeitbesuche bis auf weiteres auszusetzen. Das geht aus einem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervor.

Neben dem üblichen Besuchskontingent kann unter bestimmten Voraussetzungen normalerweise auch der sogenannte Langzeitbesuch genutzt werden. In den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten können die Gefangenen in der Regel etwa drei Stunden mit ihren Familien oder Partnern verbringen – ohne Aufsicht. Aus diesem Grund können sie auch für intime Begegnungen genutzt werden.

Diese Räume dienen nach Angaben eines Sprechers des Landesjustizvollzugs der Pflege familiärer und partnerschaftlicher Kontakte. Sie sind – je nach Anstalt – eher wie ein Apartment eingerichtet, haben zum Beispiel auch eine Kochecke.

„Normale“ Besuche bei Gefangenen fallen laut Bericht an den Rechtsausschuss unter die 3G-Regel. Umarmen dürfen sich die Gefangenen und ihre Besucher nur, wenn beide immunisiert sind.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf mehr als 500

11.15 Uhr:  Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Nordrhein-Westfalen deutlich angestiegen. Binnen sieben Tagen infizierten sich pro 100.000 Einwohner nachweislich 504,8 Menschen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montagmorgen hervorging. Am Vortag hatte der Wert noch bei 489 gelegen, am Montag vor einer Woche bei 361,5. Die Inzidenz für NRW liegt unterhalb des bundesweiten Werts von 528,2.

Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter im bevölkerungsreichsten Bundesland binnen 24 Stunden 7935 Neuinfektionen. Fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 kamen hinzu. Von den Infizierten kamen in NRW binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner 2,87 ins Krankenhaus, wie das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) am Montagmorgen meldete. Damit sank dieser Wert, am Samstag hatte er bei 3,25 und am Sonntag bei 3,04 gelegen. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten in dem Bundesland war mit 8,13 Prozent etwa gleich hoch wie zuvor (Samstag: 8,19 Prozent, Sonntag: 8,12 Prozent).

Lehrer kritisieren Mangel an Corona-Vorsorge an NRW-Schulen

7.13 Uhr: Mehrere Lehrerverbände in NRW werfen Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vor, angesichts steigender Corona-Fallzahlen keine ausreichende Vorsorge für die Schulen zu treffen. „Wenn Politik den Präsenzunterricht zum obersten Gebot erklärt, muss sich das deutlich in kurz- und langfristigen Maßnahmen widerspiegeln“, sagte Stefan Behlau, der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, der „Rheinischen Post“ (Montag).

Die NRW-Landesvorsitzende der GEW, Ayhan Celik, betonte: „Uns besorgt sehr, dass es zum Präsenzunterricht keinen Plan B gibt.“ So bestehe durch steigende Quarantänefälle die Gefahr eines ungesteuerten Wechsels vieler Schulen in den Distanzunterricht. Der Landesvorsitzende des Lehrerverbands NRW, Andreas Bartsch, fordert vom Schulministerium einen Schwellenwert, ab dem Distanzunterricht erfolgen soll. Nur dann seien Schulleiter handlungsfähig. „Dieser Wert kann bei 1000 liegen“, sagte Bartsch.

Das Schulministerium sieht dem Bericht zufolge noch keine Gefahr für den Präsenzunterricht. Nach Angaben des Ministeriums nahmen lediglich 1,83 Prozent aller Lehrkräfte (2774 Pädagogen) aufgrund der Pandemie nicht am Präsenzbetrieb teil. Oberstes Ziel der Landesregierung und des Ministeriums für Schule und Bildung sei es, die Schulen offenzuhalten und den Präsenzunterricht zu sichern, hieß es.

  • Sonntag, 16. Januar

Neue Corona-Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen

11.20 Uhr: Für Nordrhein-Westfalen gilt seit Sonntag eine neue Corona-Schutzverordnung. Die bisherige Fassung ist überarbeitet worden und damit nach nur drei Tagen nicht mehr gültig.

Die neue Verordnung enthält die von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossenen Quarantäne- und Isolierungsregelungen. Zugleich wurde eine geänderte Corona-Test-und-Quarantäneverordnung des Landes veröffentlicht. Die Änderungen sollen der Omikron-Variante Rechnung tragen.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 470

08.35 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) kletterte der landesweite Wert von Freitag auf Samstag von 441,6 auf 470,2. NRW liegt damit hinter dem bundesweiten Wert von 497,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

In NRW lag die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit 17 817 Fällen am Samstag ebenfalls höher als am Vortag. 21 weitere Todesfälle wurden im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet - damit stieg die Zahl der Todesopfer in NRW auf 20 743.

  • Freitag, 14 Januar

OVG bestätigt Maskenpflicht und 3G bei Versammlungen

19:05 Uhr: Die Maskenpflicht bei Versammlungen im Freien in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 750 Teilnehmern ist rechtens. Das hat das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalens am Freitag entschieden und damit den Eilantrag eines Mannes aus Lohmar abgelehnt. Die in der Coronaschutzverordnung des Landes NRW festgeschriebenen Schutzmaßnahmen seien verhältnismäßig, teilte das OVG zur Begründung mit. Der Beschluss ist nicht anfechtbar (Az.: 13 B 33/22.NE).

Der Kläger, der laut Mitteilung regelmäßig Versammlungen veranstaltet, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren, sieht sich unter anderem in seinem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit und Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. Er betonte in seinem Antrag, dass ihm Maßnahmen auferlegt werden, gegen die er ja gerade demonstrieren wolle. Außerdem sei es unwahrscheinlich, sich im Freien mit dem Coronavirus anzustecken. Dieser Sicht folgte das OVG nicht. Die Maskenpflicht auch im Freien sei geeignet, Ansteckungen zu verhindern und so Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Den Versammlungsteilnehmern würde durch das Tragen der Maske auch nicht verboten, ihre Meinung zu äußern. Der Antragsteller hatte auch die Zugangsbeschränkung für Versammlungen durch die 3G-Regelung mit mehr als 750 Teilnehmern durch das OVG überprüfen lassen. Auch in diesem Punkt lehnte das Gericht in Münster den Antrag ab.

NRW will neue Quarantäne-Regeln in Kürze umsetzen

13.08 Uhr: Die am Freitag vom Bundesrat gebilligten neuen Corona-Quarantäneregeln sollen in Kürze in Nordrhein-Westfalen in Kraft treten. Für eine Anpassung der Test- und Quarantäneverordnung des Landes fehlten aber noch Vorgaben des Paul-Ehrlich- sowie des Robert Koch-Instituts (RKI), teilte das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. „Diese sind relevant, um im Bereich Quarantäne und Isolation bundeseinheitliche Maßstäbe, umsetzen zu können.“

Der Bundesrat hatte zuvor einstimmig eine Änderung der Verordnung über Covid-19-Schutzmaßnahmen gebilligt. Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene.

Außerdem werden kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern. Künftig können sich Infizierte oder Kontaktpersonen, die die Vorgaben für eine Quarantäne-Befreiung nicht erfüllen, nach sieben Tagen durch einen PCR-Test oder einen zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten lassen.

Mit den erwarteten Anpassungen des RKI ist nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums in Kürze zu rechnen. Bis dahin gelte der Erlass vom vergangenen Dienstag. Demnach dürfen die Gesundheitsämter in NRW in Einzelfallentscheidungen die von Bund und Ländern am 7. Januar beschlossenen verkürzten Quarantäneregelungen bereits anwenden.

Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt auch in NRW weiter

09.00 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen klettert auch in Nordrhein-Westfalen weiter nach oben. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) sprang die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von Donnerstag auf Freitag von 416,7 auf 441,6. NRW liegt aber weiterhin hinter dem bundesweiten Wert von 470,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - einem neuen Höchststand.

Bundesweit überschritt die Zahl der übermittelten Corona-Neuinfektionen am Freitag erstmals die Schwelle von 90 000 Fällen. In NRW lag die Zahl der Neuinfektionen mit 17 256 Fällen um 20 höher als am Vortag. 23 Menschen starben in diesem Zeitraum an oder mit Covid-19.

Die höchste Inzidenz hat weiterhin Wuppertal, die als einzige Stadt in NRW über der 700-er-Schwelle liegt (704,8). Eine Inzidenz über 600 haben die Städte Leverkusen (696,7), Solingen (670,3), Krefeld (651,1), Dortmund (634,7) und die Landeshauptstadt Düsseldorf (617,1). Am anderen Ende der Tabelle steht der Kreis Recklinghausen mit einem Wert von 244,5.

Das NRW-Landeszentrum für Gesundheit (LZG) meldete am Freitag eine Hospitalisierungsrate von 2,95 (Donnerstag: 3,02). Diese Rate gibt die Zahl der binnen sieben Tagen in Krankenhäusern aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner an. Der Anteil der Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten-Kapazität in NRW wurde mit 8,25 Prozent angegeben (Donnerstag: 8,42 Prozent). (dpa, afp, red)