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Doch nicht Deutz?: Suche nach Casino-Standort in Köln startet erneut

Auf dem Prüfstand: Ob und welches Casino kommt, ist nach Rundschau-Information offen. „AIP“ aus Düsseldorf galt als Westspiel-Favorit.

Auf dem Prüfstand: Ob und welches Casino kommt, ist nach Rundschau-Information offen. „AIP“ aus Düsseldorf galt als Westspiel-Favorit.

Foto:

AIP

Köln -

Im Dezember 2016 war Franz-Josef Höing verzückt, als er über die beiden erstplatzierten Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbes für das neue Casino am Ottoplatz in Deutz sprach. Der damalige Baudezernent sagte: „Das neue Haus wird dem Ottoplatz guttun und sein Gesicht prägen, ihm mit stimmigen Proportionen eine Fassung und neue Konturen geben.“ Das neue Casino wäre mit vorgesehenen 400.000 Besuchern jährlich das größte in Deutschland.

Jetzt, gut 13 Monate später, ist Höing längst nicht mehr in Köln, arbeitet als Oberbaumeister in Hamburg. Und nach Informationen der Rundschau steht das Casino in Deutz vor dem Aus. Das Unternehmen hat demnach noch nicht mal das Grundstück von der Stadt gekauft. Der Grund sind offenbar ungeahnte Probleme mit dem Baugrund. Daher orientiert sich Westspiel gerade um und soll einen anderen Standort in der Stadt erwägen.

Probleme beim Baugrund am Ottoplatz

Köln als neue Heimat für das fünften Westspiel-Casino in Nordrhein-Westfalen soll aber nicht infrage stehen. Die Landesregierung hatte Köln 2013 ausgewählt, – auch Münster, Düsseldorf, Neuss und Königswinter hatten Interesse bekundet. Die Stadt kann durch die Spielbank immerhin mit rund fünf Millionen Euro jährlich an Steuern rechnen. Westspiel teilte dazu mit: „Zum Projekt am Ottoplatz gibt es deshalb keine finalen Entscheidungen, welche Westspiel den Gremien zur Abstimmung vorlegen konnte.“ Die interimsmäßige Baudezernentin Andrea Blome sagte der Rundschau: „Ich habe keine Kenntnisse davon, dass Westspiel einen anderen Standort sucht.“

Die NRW-Bank als Eigentümer von Westspiel äußerte sich zurückhaltend: „Die Planung obliegt Westspiel. Die Aufsichtsgremien von Westspiel werden turnusgemäß über den Stand unterrichtet. Sobald die abschließende Planung vorliegt, wird diese den Gremien zur Zustimmung vorgelegt.“

Aktuell gibt es also mehr Fragen denn Antworten. Die wohl wichtigste ist der Baugrund, unter der Fläche nahe des Bahnhofs Messe/Deutz liegt der U-Bahn-Schacht für die Linie 1 und 9 , zudem entdeckte Westspiel eine alte preußische Festigungsmauer.

Zwist um Aussehen des Casinos

Warum das Unternehmen erst jetzt den Baugrund gründlich prüfte, ist unklar. Blome bestätigte, dass Gespräche zwischen Stadt und Unternehmen laufen, um die Fragen zur Gründung zu klären, zuletzt vorige Woche. Doch die Probleme sollen die Kosten erheblich steigen lassen. Ursprünglich war Westspiel von 23,17 Millionen Euro Baukosten ausgegangen, zusätzlich hatte die Planung schon bis 2015 insgesamt 1,2 Millionen Euro verschlungen. Nach Rundschau-Informationen ist die Wirtschaftlichkeit angesichts der Verteuerung stark gefährdet.

Das bedeutet aber auch: Westspiel sucht wohl eine neue Heimat für die Spielbank in Köln – mal wieder. Eigentlich sollte die Spielbank schon 2016 eröffnen, doch immer wieder verzögerte sich das Vorhaben, auch , weil der Standort in Köln selbst lange unklar war, die Kölner Ratspolitik uneinig war.

Unter anderem war das Gerling-Quartier im Gespräch, 2014 schien die Fläche der früheren Aral-Tankstelle an der Cäcilienstraße nahe des Neumarkts der Favorit. Doch ein Jahr später folgte die Kehrtwende: Das Areal am Ottoplatz in Deutz setzte sich gegen das Grundstück am Hohenzollernring durch, auf dem früher das Lichtspielhaus Capitol untergebracht war. Die Lage zwischen Lanxess-Arena, der Messe und dem Bahnhof gab den Ausschlag.

Eigentlich sollten Mitte 2018 die Bagger am Ottoplatz anrollen, der Bau beginnen, das Haus 2021 eröffnen. Ein Zeitplan, der nun als überholt gilt – auch weil 13 Monate nach dem Architektenwettbewerb noch nicht mal feststeht, wie das Casino aussehen soll.

Wie die Rundschau Mitte 2017 exklusiv berichtet hatte, hatten die Kölner Politik und Höing den Entwurf von „Allmann Sattler Wappner“ aus München bevorzugt, weil er eleganter daherkam. Sowohl Höing als auch Vertreter der Ratsfraktionen saßen mit Architekten und Westspiel-Vertretern in der Jury. Doch Westspiel wollte die Idee von „AIP“ aus Düsseldorf bauen, weil sie besser die Funktionen eines Casinos berücksichtigte.