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Gegen den Trend: In Köln-Sülz eröffnet eine neue Metzgerei

Die Ware stammt aus eigener Produktion: Christoph, David und Sebastian Friedrichs (v.l.) in ihrem Geschäft.

Die Ware stammt aus eigener Produktion: Christoph, David und Sebastian Friedrichs (v.l.) in ihrem Geschäft.

Foto:

Meisenberg

Köln-Sülz -

„Eine gewisse Portion Mut gehört schon dazu“, sagt Sebastian Friedrichs (37). „Aber wir probieren es“, ergänzt sein Bruder David (35). Der Blick in den Verkaufsraum ist bereits erfolgversprechend: Dort stehen die Kunden Schlange. Gemeinsam mit ihrem Vater Christoph Friedrichs (59) haben sie eine Metzgerei an der Sülzburgstraße eröffnet. Gegen den Trend in der Branche (siehe Infokasten). Aber offensichtlich ganz im Trend ihres Veedels: „Hier leben viele junge Familien, die sich bewusst ernähren möchten“, sagt Sebastian Friedrichs.

Deswegen soll die Metzgerei viel Transparenz bieten: Durch große Fensterfronten können die Kunden einen Blick direkt in die Küche werfen oder in den weiß gekachelten Kühlraum. Dort hängen Fleisch, Würste und Schinken an großen Haken.

„Wir nehmen Leute auch gerne mit auf unseren Bauernhof.“

Der elterliche Hof steht im oberbergischen Niederasbach. Christoph Friedrichs führt ihn in dritter Generation. Seit 25 Jahren vertreibt der gelernte Landwirt und Metzger Erzeugnisse direkt ab Hof. „Die Grundlage für unser hochwertiges Rindfleisch ist das artgerechte Leben unserer Kühe“, teilt die Familie mit. Bei den Tieren, die nicht selbst aufgezogen werden können, gebe es einen engen Kontakt zu den Bauern in der Gegend.

Die Idee, eine eigene Metzgerei zu eröffnen, ist schon vor vier Jahren entstanden, aber es fehlte ein passender Standort – bis die Geschäftsräume an der Sülzburgstraße 126 frei wurden. Seit März hat die Familie gemeinsam umgebaut. David Friedrichs ist gelernter Zimmermann und hat selbst Hand angelegt. „Wir wollten das Kalte-Kachel-Image, das Metzgereien haben, ändern“, sagt er.

Jetzt sind die Wände weiß verputzt, die Inneneinrichtung ist modern und neben den Schneidegeräten hinter der Fleischtheke steht eine Kaffeemaschine. Wer möchte, kann im Laden ein Mettbrötchen essen und einen Espresso trinken oder sich ein Tagesgericht servieren lassen, wie die „Frikadelle mit Krautsalat“ (3,90 Euro). Fleischwurst, Leberwurst oder Mettwürstchen sind zu einem Kilopreis von 14,90 Euro zu bekommen, das Rumpsteak für 35,90 Euro. Die Ware stammt aus eigener Herstellung.

„Wir sind keine Edelmetzgerei“

„Wir sind keine Edelmetzgerei“, betont David Friedrichs. „Man kann auch einfach zu uns reinkommen, sich umschauen und uns Fragen stellen.“ Eine der ersten Besucherinnen in dem neuen Geschäft hat früher in der Metzgerei Classen gearbeitet, die vor Jahren zufällig am gleichen Standort an der Sülzburgstraße geöffnet hatte. Die alte Dame hat ein Fotoalbum mitgebracht. Einige Abzüge daraus hängen jetzt in der Metzgerei Friedrichs: Sie zeigen den Verkaufsraum mit mehreren großen mechanischen Fleischwaagen und reihenweise Mettwürstchen und Salami an Haken. Hinter der Theke haben sich die damaligen Inhaber und ihr Team aufgestellt – eine Veedels-Geschichte mit Fortsetzung.

friedrichs-diemetzgerei.de