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Lesereise im Mediapark: „Phantastik-Autoren-Netzwerk“ lud zur magischen Nacht

Lesereise ins Reich der Fantasie: Auch Akram El-Bahay und Kai Meyer (r.) trugen aus ihren Werken vor.

Lesereise ins Reich der Fantasie: Auch Akram El-Bahay und Kai Meyer (r.) trugen aus ihren Werken vor.

Foto:

Horn

Köln -

Gut dreieinhalb Jahre ist es her, dass das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) in Köln gegründet wurde. Nachdem die Fantasie-Schaffenden bei ihren bisherigen drei jährlichen Gipfeltreffen in Köln und Berlin unter sich blieben, öffneten sie sich in diesem Jahr erstmals auch der interessierten Öffentlichkeit: Bei der ersten Phantastischen Lesenacht am Donnerstag im Saal des Komed-Zentrums im Mediapark lasen acht Autorinnen und Autoren aus ihren aktuellen Werken und gaben einen Einblick in die Bandbreite der deutschen Phantastik.

So reichte die Palette von klassischer Fantasy, vertreten von Heike Neuber und Bernhard Hennen, über die sozialkritische Dystopie der jungen Autorin Theresa Hannig bis hin zu Akram El-Bahay und Kai Meyer, die magische Bücher in den Mittelpunkt ihrer Geschichten stellten.

Sozialkritik auch in Fantasy-Romanen möglich

Laut Lena Falkenhagen, Autorin und Gründungsmitglied des Netzwerkes, dient der Verband nicht nur dem Knüpfen von Netzwerken unter den Mitgliedern, auch das Ansehen der Phantastik in Literatur und Gesellschaft soll gefördert werden. „Wir werden immer noch ein wenig in die Schmuddelecke geschoben, aber wir sind der Meinung, dass es nicht vom Genre abhängig ist, wie gut oder anspruchsvoll ein Roman ist“, sagt sie. „Wir haben eben auch Michael Ende, Juli Zeh oder Tom Hillenbrand vorzuweisen.“

Bernhard Hennen etwa schätzt die Ausdrucksmöglichkeiten des Genres. „Natürlich sind wir ein wenig als Märchenonkel verschrien, aber auch in einer erfundenen Welt kann ich soziale Kritik üben“, sagt der Autor. Das ist gerade Theresa Hannig ein wichtiges Anliegen, die bisher zwei dystopische Romane herausgebracht hat. „Ich habe einen sehr politischen Ansatz und lese auch viel in Schulen, um mit den Schülern zu diskutieren“.