Messe Kind + JugendBald gibt es Kinderwagen mit elektrischer Anschiebhilfe

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Kinderwagen

Bald müssen Kinderwagen nicht mehr geschoben werden.

Köln – Auch wenn die Hitzewelle überstanden scheint, der nächste warme Sommer kommt bestimmt. Und da freut sich der Nachwuchs vielleicht, wenn er in einem klimatisierten Autokindersitz Platz nehmen darf. Er ist eine der Neuerungen, die auf der Kölner Fachmesse Kind + Jugend in gut zwei Wochen präsentiert werden.

Der neue Kindersitz kann noch mehr: Über eine App informiert er die Eltern, falls sie das Kind doch einmal auf einem Supermarktparkplatz vergessen haben und die Sonne das Auto gefährlich aufheizt. Und im Winter sorgt eine Heizung im Sitz für angenehme Temperaturen. Weiter im Trend sind rückwärtsgerichtete Sitze, die bei einem Aufprall das Gewicht des Kindes besser verteilen.

2,5 Millionen Kindersitze wurden 2018 verkauft

Für mehr Sicherheit sorgen auch Sitze im sogenannten i-Size-Standard, die höhere Anforderungen etwa bei einem Seiten- oder Frontalaufprall erfüllen müssen. 2,5 Millionen Kindersitze und Sitzerhöhungen sind im abgelaufenen Jahr in Deutschland verkauft worden. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr, so Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielzeug-Einzelhandels (BVS).

Freuen kann sich die Branche auch über ein Absatzplus bei Kinderwagen. Hier stiegen die Verkäufe um 1,6 Prozent auf 837.052. Der Trend zu leichten und kompakten Modellen sei ungebrochen, so Kahnt. Besonders Modelle werden populärer, die sich mit einer Hand auffalten lassen oder sich sogar auf Knopfdruck selbst entfalten. Dabei sind sie so kompakt, dass sie auch in das Bordgepäckfach eines Flugzeug passen.

Kinderwagen mit elektrischer Anschiebhilfe

Kurz vor der Markteinführung stehen Kinderwagen mit elektrischer Anschiebhilfe und Akku, die dem Bergaufschieben den Schrecken nehmen. Die kosten freilich 1000 bis 1200 Euro. Klassische Modelle ohne Wanne werden dagegen oft für 400 bis 500 Euro verkauft, sagte Michael Neumann, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Kinderausstattungs-Hersteller (BDKH). Und auch für Spielzeug der unter Dreijährigen gaben die Bundesbürger im abgelaufenen Jahr mit 524 Millionen Euro etwa mehr aus als im Vorjahr.

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So summierten sich die Ausgaben für die unter Dreijährigen im abgelaufenen Jahr auf 2,56 Milliarden Euro. Das sind 0,9 Prozent mehr als 2017. 1084 Euro pro Kind geben Eltern, Großeltern sowie Onkel und Tanten in den ersten drei Lebensjahren im Durchschnitt für den Nachwuchs aus. Und für Kinder zwischen 0 und zwölf Jahren kletterten die Ausgaben um 0,6 Prozent auf 7,3 Milliarden, sagte Neumann. Und ein anhaltender Babyboom mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 787.523 Neugeborenen im abgelaufenen Jahr sollte dafür sorgen, dass die Branche weiter gute Geschäfte macht.

Jedes siebte Möbelstück für Kinder

Die deutsche Möbelindustrie stelle jedes siebte Möbel für Kinder her, sagte Pressesprecherin Ursula Geismann. Und zu Kindermöbeln im Wert von 2,6 Milliarden kommen noch Importe von 1,9 Milliarden. Außerdem gebe es noch einen Gebrauchtmarkt. Eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Produktion, oft mit Massivhölzern, sorge dafür, dass die Möbel noch für Geschwister nutzen oder verkaufen könnten.

Auf der Kind + Jugend zeigen vom 19. bis zum 22. September insgesamt 1288 Aussteller ihre Produkte. Das sei ein Plus von vier Prozent und ein neuer Rekordwert, sagte Markus Oster, Geschäftsbereichsleiter der Messe. 88 Prozent der Aussteller kämen aus dem Ausland. Oster erwartet wie im Vorjahr etwa 24 800 Fachbesucher. Belegt werden 110 000 Quadratmeter.  

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